Aktuelles / Entwicklungen - Rohstoffe / Mischungen / Halbzeuge

06.12.2019
Zuverlässig gegen Chlorwasser abdichten

Für einen Lampen- und Schwimmbadanlagenbauer entwickelte die Tec-Joint AG auf Basis von FlamLINE und Soba® Dilastar-D Lösungen, um Beleuchtungen und andere Anlagenbereiche nachhaltig vor Chlorwasser zu schützen.

Nach wie vor ist die Desinfektion von Schwimmbadwasser mit Chlor die gängigste Art der Keimreduzierung. Dabei ist und bleibt es eine technische Herausforderung, die Anlagen sowie die Beleuchtung dauerhaft abzudichten und somit vor Feuchte und schädigenden Substanzen zu schützen und damit den Betrieb zu gewährleisten, da neben Chlor auch andere Inhaltsstoffe auf Elastomere und Metalle einwirken. Im Bereich der Bauteile wurde bei diesem Projekt ein Dehnfugenband zur Überbrückung von dreidimensionalen Fugenbewegungen benötigt. Hier fiel die Wahl auf FlamLINE, das über einen elastischen, flexiblen Dehnbereich und beidseitig einvulkanisierte Trägergewebe verfügt. Als Elastomer kommt ein Butyl zum Einsatz, das neben anderen hervorragenden Eigenschaften auch eine geringe Gasdurchlässigkeit hat. In einer akkreditierten Prüfstelle für Kunststoffe und  Gummi konnte FlamLINE seine Beständigkeit gegenüber Chlor, das in Schwimmbädern üblicherweise eingesetzt wird, unter Beweis stellen. Bei den Tests wurden jeweils Zeiträume von 7, 14 und 28 Tagen zugrunde gelegt. Insgesamt wurde ermittelt, dass der Werkstoff im Schwimmbadwasser nur leicht quillt (Masse +1%, Volumen +2,5%). Die Härte nahm nur um 3 Shore A zu. Auch die Reißfestigkeit und Reißdehnung nahmen zu, d.h. eine mögliche Schädigung ist vernachlässigbar. Die Untersuchungen haben gezeigt, dass FlamLINE durch das gasförmige Chlor in Schwimmbädern nicht beschädigt wird und somit dauerhaft einsetzbar ist. 
 Einer ähnlichen Herausforderung musste sich eine Gummi-Metallverbindung aus der Kombination eines EPDM-Elastomers mit einem Edelstahl stellen. Die Rahmenbedingungen waren identisch. Auch dieser Werkstoff quillt nur leicht im Schwimmbadwasser (Masse + 4,6%, Volumen +5,7 %). Im Gegensatz zu Butyl wird EPDM in diesem Medium um 2 bis 3 Shore A weicher. Auch die Reißfestigkeit (- 11%) und die Reißdehnung (- 1%) nehmen ab. Schlussendlich wurde ermittelt, dass das bei der Soba ® Dilastar-D-Lösung eingesetzte EPDM durch das gasförmige Chlor nicht geschädigt wird und die Haftfestigkeit der Gummi-Metallverbindung, im Vergleich zu den Anforderungen (Soll mind. 40N/mm/Trennbild mind. 90%), auch nach der Einlagerung von 28 Tagen immer noch einwandfrei ist. Beide Lösungsansätze kommen inzwischen zum Einsatz.

Tec-Joint AG, Chlorwasserlösungen.
Tec-Joint AG, Chlorwasserlösungen.
11.11.2019
Die Elastomerleitlinie erfüllen

Die Übergangsfrist zur Umsetzung der Elastomerleitlinie des UBA (Umweltbundesamt) endet zum 31.12.2021. Basierend auf Kraiburg PURE bietet die Tec-Joint AG jetzt Lösungen für Anwender.

Im Gespräch mit einem Armaturenhersteller zeigte sich bei einem Entwicklungsprojekt, dass eine Werkstoffkombination zu definieren war, die international langfristig einsetzbar ist und einem höheren Druck als bisher standhalten musste. Zudem sollte die Dichtung bauteilebedingt möglichst dünn sein. Vom Rohstoff her konnte die Tec-Joint AG in diesem Fall auf Kraiburg PURE zurückgreifen. Die schwefelvernetzten Mischungen haben das deutsche Trinkwasserzertifikat nach neustem Stand  (französische und britische Zertifizierungen laufen)  und der Rezepturaufbau entspricht den Anforderungen der Positivliste für wässrige Lebensmittel nach CFR 21 § 177.2600, FDA „Rubber Articles Intended For Repeated Use“ der Lebensmittelüberwachungs- und Arzneibehörde der Vereinigten Staaten. Der Mix der Anforderungen, und zwar einerseits eine möglichst geringe Shorehärte und andererseits eine geforderte Druckstandfestigkeit zu erreichen, erforderte den Einsatz eines Gewebes. Als Lösung wurde in diesem Fall definiert, eine 50 Shore Mischung mit einem Vlies von 0,2 mm und einer Gesamtdicke von 0,7 mm zu produzieren. Diese Dicke kann zudem mit einer Dickentoleranz von +- 0,1 mm hergestellt werden, sodass die Anforderungen des Kunden erfüllt werden. Dank der jahrzehntelangen Erfahrung gelingt es der Tec-Joint AG, in enger Zusammenarbeit mit seinem Mischungshersteller, außerordentliche Lösungen anzubieten. Bei vorliegendem Projekt wurde auch die Breite des Halbzeuges auf den folgenden Weiterbearbeitungsprozess hin optimiert, sodass zukünftig nur minimaler Abfall anfällt.

Tec-Joint AG, Elastomerleitlinie (iStock 175426122 aristotoo).
Tec-Joint AG, Elastomerleitlinie (iStock 175426122 aristotoo).
11.11.2019
Silikon mit Gesundheitsvorteil

Das neutral vernetzende Silikon Sista F109 Fusion von Henkel vereint die Verarbeitungsvorteile zahlreicher Silikontypen und kommt ohne den Zusatzstoff MEKO aus. Dieser ist ab 2020 starken Reglementierungen unterworfen.

Profis im Handwerk lieben es klar und einfach. Zu dieser Anforderung passt das Universalsilikon Sista F109 Fusion von Henkel. Der neutral vernetzende Dichtstoff überzeugt nicht nur mit seinen Verarbeitungseigenschaften, er verzichtet auch auf den Stoff MEKO, der ab 2020 sehr wahrscheinlich als krebserzeugend für den Menschen eingestuft werden wird. Möglich macht es die bei Henkel exklusiv entwickelte und patentierte FUSIONXLT -Technologie. Im Gegensatz zu MEKO-haltigen Produkten können Anwender Sista F109 Fusion auch in Zukunft ganz normal im Fachhandel kaufen. Zudem sind keine erhöhten Anforderungen an den Arbeitsschutz zu beachten, da Sista-Silikone mit FUSIONXLT  im Gegensatz zu Produkten mit MEKO keine Gefahrstoffe sind. Der wichtigste Vorteil: Mit Sista F109 Fusion kann man nach dem Silikonieren direkt im Raum weiterarbeiten, es gelten keine Sperrzeiten. Nicht zuletzt ist die Dichtmasse nach EMICODE® EC1Plus sehr emissionsarm. Sista F109 Fusion bietet eine starke Haftung auf vielen Untergründen. Das Material zieht keine Fäden und ist einfach ohne entsprechende Mittel zu glätten. Dank seiner hohen UV-Beständigkeit ist es sowohl im Außen- wie im Innenbereich bis -5 °C einsetzbar und härtet schnell aus. Sista F109 Fusion ist in 16 Farbtönen im Fachhandel in Deutschland und der Schweiz erhältlich.

05.11.2019
Neue anwenderfreundliche Hochtemperatursilikone

 Im Rahmen des eingeschlagenen Kurses, Produktsparten durch nachhaltigere Alternativprodukte zu ersetzen, bringt GLUETEC die WIKO HT SILIKONE mit neuer Rezeptur (NO MEKO) auf den Markt.

Diese GREEN LINE Produkte schonen nicht nur die Umwelt und die Gesundheit der Anwender, sondern senken auch Kosten für Arbeitsschutzmaßnahmen und Entsorgung. Zudem werden alle Silikone auch in der 100 ml Automatikkartusche erhältlich sein. Die vorherige Produktrezeptur (LOW MEKO) wird aus dem Sortiment genommen. Restbestände werden momentan noch abverkauft. WIKO HT SILIKON NO MEKO ist ein anwenderfreundlicher Dichtstoff auf Silikonbasis ohne Acetat. Umfangreiche Tests zur Hochtemperaturbeständigkeit und zum Quellverhalten bei unterschiedlichen Motorölen im  eigenen Labor beweisen die höchste Qualitätsstufe. Zudem ist es gelungen, eine eigene  Abfüllung im Produktionswerk WIKO POLEN mittels Druckluft (statt Butangasabfüllung) zu realisieren. Beim umfangreichen Audit durch den Hersteller von Automatikkartuschen LINDAL wurden Bestnoten erzielt. Die Abfüllung wurde somit offiziell abgenommen und zertifiziert. Das neutralvernetzende Silikon WIKO HT SILIKON NO MEKO eignet sich für professionelle Anwendungen in der Produktion, Konstruktion und Instandhaltung. Insbesondere zeichnen sich die neuen Silikone durch eine hohe Temperatur-, Schlag- und Vibrationsbeständigkeit sowie ein herausragendes Spaltfüllvermögen aus.  Das Material ist anwenderfreundlich (keine Gefahrstoffkennzeichnung, geruchsarm und deutlich weniger gesundheitsschädlich), hochtemperaturbeständig, nicht korrosiv, witterungs-/UV- und alterungsbeständig und hat eine überdurchschnittliche Vernetzungsgeschwindigkeit. Es ist neutral vernetzend, d.h. es gibt keine Korrosion metallischer Oberflächen, und daher geeignet für den Einsatz auf säureempfindlichen Substraten. Das Material hat keine negativen Auswirkungen auf elektrische/elektronische Bauteile, eine gute Haftung auch auf Metallen und ist kupferverträglich. Es ist beständig gegenüber den meisten chemischen Anforderungen des Automobilbereiches wie z.B. gegen die Anforderungen diverser Motoren-/Getriebeöle, sowie gegen Kälte- und Frostschutzmittel und  in den Farben Schwarz, Rot, Grau sowie  transparent (die Farben Blau und Weiß folgen in Kürze) verfügbar. Lieferbare Gebinde sind: 80 ml Kleinkartusche, 100 ml Automatikkartusche, 200 ml Automatikkartusche und 310 ml Kartusche

GlueTec Industrieklebstoffe GmbH & Co. KG, WIKO HT SILIKONE NO MEKO.
GlueTec Industrieklebstoffe GmbH & Co. KG, WIKO HT SILIKONE NO MEKO.
28.10.2019
UL94 V-0 konforme Siliconvergussmassen

Mit Novasil®  S 651 und Novasil®  S 151 bietet OTTO-CHEMIE zwei 2K-Siliconvergussmassen, die den hohen Anforderungen der strengsten UL-Klassifizierung, nämlich V-0, entsprechen.

Damit gewährleisten die beiden 2K-Siliconvergussmassen die Fertigung hochwertiger Produkte von langer Funktionsdauer. Vergussmassen auf Siliconbasis schützen empfindliche Elektronikkomponenten vor Feuchtigkeit, Staub und Schmutz sowie vor mechanischer Belastung. Sie können darüber hinaus zum Verfüllen von Hohlräumen genutzt werden. Novasil®  S 651 verfügt über sehr gute Fließeigenschaften und härtet bei Raumtemperatur aus. Das Produkt hat ein Mischungsverhältnis nach Gewicht von 15 zu 1 und kann mit allen marktüblichen Dosieranlagen verarbeitet werden. Aufgrund seiner hervorragenden Fließeigenschaften eignet sich Novasil®  S 651 sowohl für den Verguss elektronischer Bauteile als auch von Kabeln, Muffen und Leiterplatten. Novasil® S 151 ist eine pastöse, schnell härtende 2K-Siliconvergussmasse mit einem Mischungsverhältnis nach Gewicht von 17 zu 1. Das Produkt zeichnet sich durch eine sehr geringe elektrische Leitfähigkeit bei gleichzeitig guter Wärmeleitfähigkeit aus. Hersteller von Elektronikbauteilen profitieren bei der Zusammenarbeit mit OTTO von 40 Jahren Erfahrung in der Entwicklung und Herstellung von Spezialprodukten, die in vielen Branchen zur Anwendung kommen. Die stets im engen Dialog mit den Anwendern entwickelten, kundenspezifischen Lösungen tragen dazu bei, Wettbewerbsvorteile zu sichern und eine bessere Marktposition zu erlangen.

Herrmann Otto GmbH, Novasil® S 651.
Herrmann Otto GmbH, Novasil® S 651.
24.10.2019
KI-gestützte Rezepturentwicklung für Urethan-Systeme

Der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) in der LANXESS-Produktentwicklung wird mit einem Projekt zur Erweiterung des Produktangebots von Präpolymeren forciert.

Ziel ist es, Kunden noch schneller maßgeschneiderte Polyurethan-Systeme anzubieten, auch in ganz neuen Anwendungsfeldern mit neuen Anforderungen. Dazu setzt der Geschäftsbereich Urethane Systems auf KI und hat als Projektpartner das Werkstoff-KI-Unternehmen Citrine Informatics eingebunden. In einer ersten Phase hat LANXESS dabei die Datenbasis für präpolymerbasierte Rezepturen verbreitert. Datenspezialisten und Prozessexperten haben mithilfe der Citrine-Plattform für künstliche Intelligenz die Rezeptur-Datenbank um weitere Datenpunkte ergänzt. Dabei greift ein auf Chemie ausgelegter Algorithmus auf bestehende empirische Messdaten zurück, verknüpft sie mit dem Wissen der Prozessexperten und errechnet weitere Werte. Auf diese Weise werden nur wenige reale Messungen zur Überprüfung der mit KI bestimmten Werte benötigt. In einem nächsten Schritt prüfen die Daten- und Prozessexperten bei LANXESS, wie verlässlich sich mithilfe von KI optimale Rezepturen kalkulierenlassen, um kundenspezifische Anforderungen an Produkteigenschaften zu erfüllen. Sollten die weiteren Tests erfolgreich sein, könnten die Kundenwünsche zukünftig besser und schneller erfüllt werden. Dabei soll das bestehende Rezepturwissen um ein KI-gestütztes Rezepturdesign ergänzt werden: Systeme, die man noch nicht im Sortiment hat, von denen man aber durch künstliche Intelligenz in kürzester Zeit weiß, ob und wie man sie herstellen kann. Bisher sind Chemiker im Wesentlichen auf ihr Fachwissen und ihre langjährige Erfahrung angewiesen, wenn sie neue Rezepturen entwickeln, die Produkteigenschaften wie Härte, Reißfestigkeit oder Viskosität in definiertem Maße erfüllen sollen. KI soll für sie zukünftig zu einem wichtigen Werkzeug werden, um ihre Expertise zu erweitern und die Zahl der Testversuche deutlich zu senken.

23.10.2019
Zertifiziert, sterilisierbar und PA-kompatibel

Mit der neuen THERMOLAST®  M Reihe MC/AD/PA führt KRAIBURG TPE die ersten Thermoplastischen Elastomere ein, die sich neben ihrer Zertifizierung für Healthcare-Anwendungen nach EU- und FDA-Kriterien auch für den direkten Materialverbund mit Polyamiden eignen.

Während die internationalen Vorschriften für ‚Medical Grade Plastics‘ (MGP) immer strenger gefasst werden, suchen die Hersteller von Produkten für Medizintechnik und Gesundheitspflege verstärkt nach Möglichkeiten, ihre Wettbewerbsfähigkeit durch ebenso konforme wie wirtschaftliche und ästhetisch ansprechende Lösungen zu steigern. Ein typisches Beispiel ist die montagesparende Fertigung von 2K-Anwendungen aus einem „harten“ Polymer und einem direkt (ohne Haftvermittler) angespritzten, haptisch „weichen“ Thermoplastischen Elastomer (TPE). Die bisher im Markt verfügbaren MGP-konformen TPE-Compounds boten jedoch keine Haftung zu Polyamiden (PA), sodass sie für viele anspruchsvollere Anwendungen nicht eingesetzt werden konnten. Die neue THERMOLAST®  M Reihe MC/AD/PA schließt diese Lücke. Die Compounds der neuen TPE-Reihe erfüllen die jüngst verabschiedete VDI-Richtlinie 2017, in der die Kriterien für MGP-konforme Materialien geregelt sind – von den Basisanforderungen über die Rezepturkonstanz bis hin zum Änderungsmanagement. Sie erfüllen die Verordnung (EU) Nr. 10/2011 und die Anforderungen des Code of Federal Regulations, Title 21 (CFR 21) der US-Lebens- und -Arzneimittelbehörde (FDA).  Darüber hinaus ist die Humanverträglichkeit der neuen TPE nach den Vorgaben der ISO 10993-5 und -11 zertifiziert. Alle Typen sind beta-, gamma- und mittels Ethylenoxid (EtO) sterilisierbar. Sie entsprechen außerdem der Richtlinie 2011/65/EU zur beschränkten Verwendung gefährlicher Stoffe (RoHS) und der Verordnung 1907/2006/EU zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien (REACH). Wie alle THERMOLAST®  M Produkte sind auch die Compounds der Reihe MC/AD/PA frei von Latex, PVC und Phthalaten, zudem werden keine Schwermetalle eingesetzt. Die neu entwickelten Materialien werden bei KRAIBURG TPE ausschließlich auf speziell zugelassenen Anlagen gefertigt. Die Qualitätssicherung reicht bis hin zur vollständigen Rückverfolgbarkeit der Rohstoffe bei den Zulieferern. Aktuell sind Typen im Härtebereich zwischen 60 und 70 Shore A verfügbar. Sie liefern glatte und samtige, haptisch angenehm weiche Oberflächen mit ausgezeichneter Beständigkeit gegen Kratzer, Abrieb und Sebum (an die Hautoberfläche abgesonderte Lipide, d.h. Hauttalg).

KRAIBURG TPE GmbH & Co. KG, THERMOLAST® M.
KRAIBURG TPE GmbH & Co. KG, THERMOLAST® M.
22.10.2019
Einfacher digitalisieren

Die Sensoring Parts der SKF Economos Deutschland GmbH erleichtern die Integration von Sensoren, RFID- und NFC-Tags in industrielle Anwendungen. Die Verbindung von dichtungstechnischen Werkstoffen, Sensoren oder drahtlosen Transpondertechnologien und flexibler Fertigungstechnik eröffnet Maschinen- und Anlagenbauern neue Möglichkeiten der Digitalisierung ihrer Produkte.

„Sensoring Parts“ sind Bauteile aus bewährten dichtungstechnischen Werkstoffen auf Basis von Polyurethanen, Elastomeren oder auch Silikon, die mit RFID- oder NFC-Transpondern bzw. Sensoren ausgestattet werden können. Die verwendeten Werkstoffe bilden die Basis eines leicht zu montierenden Körpers für die elektronischen Komponenten, der sie ebenso zuverlässig vor mineralölbasierten Ölen, Fetten oder auch Kühlschmiermedien und vor Wasser wie auch vor physikalischen Einwirkungen schützt. Auch eine elektrische oder schwingungstechnische Entkopplung gegenüber Gehäusen kann damit erzielt werden. Kombiniert mit entsprechend zertifizierten Werkstoffen ist selbst der Einsatz in der Prozess- und Lebensmitteltechnik (mit den dort häufig verwendeten Reinigungsmedien und –schäumen) möglich. Je nach eingebetteter Elektronik erlauben die Sensoring Parts unterschiedlichste digitale Anwendungen. Sie erlauben es, verbaute Produkte oder Werkzeuge ohne Demontage jederzeit zu identifizieren, Produktdaten zu dokumentieren und per Smartphone abzurufen oder sensorische Daten von Betriebsparametern zu generieren, die auch in Cloudanwendungen verarbeitet werden können. Web-Applikationen, etwa zur Speicherung, Ausgabe oder Dokumentation produkt- oder kundenspezifischer Kennwerte und Anwendungsdaten, können direkt per Link gestartet werden. Zur Basisfunktionalität des eingesetzten RFID/NFC-Tags mit passivem HF-Transponder nach ISO/IEC 15693 gehört das Ein- und Auslesen von Produkt- und Fertigungsdaten sowie das Abspeichern von Revisionshistorien und Ähnlichem. Somit können Sensoring Parts z.B. Fertigungsdaten enthalten und dann im Laufe des Produktlebenszyklus wechselnde Kunden- und Anwendungsdaten aufnehmen. Die von SKF Economos entwickelte flexible Fertigungstechnik erlaubt das Einbringen verschiedenster RFID/NFC-Tags oder z.B. das Einbringen von Magneten bzw. von kundeneigenen Bausteinen sowie die Ausführung in kundenspezifischen Geometrien. Anders als bislang marktübliche Tracking- oder Sensoring-Lösungen richten sich die Sensoring Parts damit weitestgehend nach kundenspezifischen Gegebenheiten wie Bauräumen oder sonstigen Anwendungserfordernissen. Beispielsweise können zylindrische oder anwendungsorientierte Geometrien gefertigt werden, um die Sensoring Parts in bereits bestehende oder neue Aufnahmegeometrien, wie z.B. Bohrungen, einfach einzupressen. Mit dem „Partner Engineering“-Ansatz bietet man die schnelle und wirtschaftliche Entwicklung optimierter und beliebig skalierbarer Lösungen. Je früher die Zusammenarbeit zwischen einem Hersteller oder Dienstleister und dem Dichtungshersteller erfolgt, umso größer der Nutzeffekt. Gerade in dem sich schnell entwickelnden Umfeld von Industrie 4.0 können Sensoring Parts deshalb zum erweiterten Kunden- und Anwendernutzen beitragen.

SKF Economos Deutschland GmbH, Sensoring Parts.
SKF Economos Deutschland GmbH, Sensoring Parts.
22.10.2019
Elektrisch leitfähige PTFE-Dichtungsmaterialien für dynamische Anwendungen

Die elektrisch leitfähigen Werkstoffe auf PTFE-Basis (Polytetrafluoroethylen) Turcon®  MC1 und Turcon®  MC2 von Trelleborg Sealing Solutions sind für den Einsatz in feder- und Elastomer-vorgespannten Dichtungen geeignet.

Entwickelt für die Verwendung in dynamischen Anwendungen, bieten Dichtungen und Lager aus diesen Werkstoffen eine zuverlässige elektrische Verbindung zwischen beweglichen Teilen. Damit kommt man der starken Nachfrage im Markt nach, wenn es um die Elektrifizierung von Antrieben, um Elektromobilität, Sensorik und IoT-Lösungen geht. Leitfähige Elastomere sind zwar verfügbar, jedoch hauptsächlich für statische Anwendungen. Die derzeit erhältlichen leitfähigen Kunststoffe, die im Spritzgussverfahren eingesetzt werden können, bieten eine geringe Flexibilität und eignen sich weniger für die Abdichtung und für den Einbau in geschlossenen Nuten. Mit Turcon MC1 und Turcon MC2 erfüllt Trelleborg die Anforderungen seiner Kunden an leitfähige Dichtungsmaterialien aus Kunststoff, die wirksam und zuverlässig als Dichtungen und Lager in dynamischen Anwendungen zum Einsatz kommen können. Dank dieser Werkstoffe können Entwickler verbesserte Dichtungsgeometrien auf PTFE-Basis einsetzen und deren Vorteile in solchen Anwendungen nutzen, die eine elektrische Leitfähigkeit erfordern, z.B. in Hydrauliksystemen oder Elektromotoren. Reines PTFE ist ein hervorragendes Isoliermaterial und bietet einen Widerstand von ca. 2 x 10+17 Ohm-cm. PTFE-Werkstoffmischungen können dann Strom leiten, wenn leitfähige Füllstoffe hinzugefügt werden. Diese müssen sich zudem innerhalb der PTFE-Matrix verbinden. Bisher waren nur PTFE-basierte Werkstoffmischungen mit einer Kohlenstofffüllung über einem bestimmten „Schwellenwert“ leitfähig. Die elektrische Leitfähigkeit wurde bei diesen kohlenstoffgefüllten Werkstoffen auf PTFE-Basis nur zufällig erreicht. Der elektrische Widerstand galt nicht als primäre technische Anforderung. Hiervon unterscheiden sich Turcon MC1 und Turcon MC2: Sie wurden speziell für die elektrische Leitfähigkeit in dynamischen Dichtungsanwendungen entwickelt und ihre Dichtleistung für diese Einsatzbereiche wurde verbessert. Elektrisch leitfähige Dichtungsmaterialien kommen in wichtigen Anwendungen zum Einsatz: Ein Worst-Case-Szenario bei Flugzeugen ist der Blitzschlag. Die statische Aufladung, die beim Flug durch die Luft erzeugt wird, ist jedoch weniger kritisch. Denn die elektrisch leitfähigen Dichtungen in Fahrwerken sorgen z.B. dafür, dass Elektrizität oder statische Aufladung sicher abgeleitet wird. Bei der Übertragung einer elektrischen Ladung über den Spalt zwischen zwei Komponenten kann es zur Funkenbildung oder zu Streustrom in Maschinen und Systemen, zum Beispiel in Elektromotoren, kommen. Dies kann zu Lochfraß an Geräteteilen und zur Verkohlung von Schmiermittel oder Fett führen. Kommen elektrisch leitfähige Dichtungen oder Lager zum Einsatz, wird das System geerdet, indem ein direkter Pfad zwischen zwei Komponenten geschaffen und dadurch Korrosion vermieden wird. Signale werden gelegentlich direkt an einen oder von einem Sensor im System gesendet. Diese Signalübertragung wird durch den Einsatz elektrisch leitfähiger Dichtungen oder Lager ermöglicht, da durch sie ein direkter Pfad für das Signal geschaffen wird. Systemhersteller können so komplexere Systeme entwickeln, bei denen auch künstliche Intelligenz genutzt wird – ohne zusätzliche elektrische Schaltungen. Um die elektrische Leitfähigkeit von Turcon MC1 und Turcon MC2 nachzuweisen, hat man die Werkstoffmischungen in eigenen Laboren umfangreich getestet, u.a. in einem speziellen Prüfstand, der reale Bedingungen simuliert. Die Ergebnisse zeigten für Turcon MC1 und Turcon MC2 einen potenzialfreien Kontaktwiderstand, der auch bei geringem Anpressdruck zu vernachlässigen war (hohe Leitfähigkeit). Auch beim Einsatz mit Öl war der Widerstand gering und die Leitfähigkeit hoch. Turcon MC1 ist ein mittelstark gefüllter Werkstoff für dynamische Anwendungen, die eine mittlere bis hohe Leitfähigkeit erfordern. Turcon MC2 hingegen ist ein hoch gefüllter Werkstoff für dynamische Anwendungen mit hoher Leitfähigkeit.

22.10.2019
Neue Compounds für Anwendungen mit Kontakt zu fetthaltigen Lebensmitteln

Mit den zwei neuen Compoundreihen FC/CM1 und FC/CM2 erfüllt KRAIBURG TPE die wichtigsten Regelwerke für Anwendungen mit Lebensmittelkontakt: Die europäische Verordnung (EU) Nr. 10/2011 und den Title 21 Code of Federal Regulations (21CFR) der Lebens- und Arzneimittelbehörde (FDA) in den USA.

Diese neuen Reihen wurden speziell für den Kontakt mit fetthaltigen Lebensmitteln entwickelt und zeichnen sich darüber hinaus durch eine angenehme Haptik und verbesserte Organoleptik aus. Zielanwendungen sind u.a. wiederverwendbare Verpackungen, Dosierventile und Lebensmittelspender. Das verstärkte Umwelt- und Nachhaltigkeitsbewusstsein der Verbraucher hat in vielen Bereichen zu einer stetig steigenden Nachfrage nach wiederverwendbaren Produkten geführt. Typische Beispiele sind Lebensmittelbehälter, wie Brotzeitboxen, Mixbecher und verschließbare Schüsseln, bei denen vor allem die Dichtungen im Deckel häufig aus Thermoplastischen Elastomeren gefertigt werden. Die Verwendung dieser Endprodukte erfordert jedoch zuverlässige Materialien, um die langfristige physiologische Unbedenklichkeit zu gewährleisten. Die einschlägigen Regelwerke für Kunststoffanwendungen mit direktem Lebensmittelkontakt – z.B. die Verordnung (EU) Nr. 10/2011 - definieren in diesem Zusammenhang strikte Grenzwerte für die zulässige Migration von Inhaltsstoffen der Materialien. Zusätzlich erfüllt KRAIBURG TPE über die Compoundzusammensetzung der neuen Materialien den Title 21 Code of Federal Regulations (21 CFR) der Lebens- und Arzneimittelbehörde (FDA) in den USA. In Kombination mit einem durchdachten Endproduktdesign und den neuen Rezepturzusammensetzungen der Reihen FC/CM1 und FC/CM2 werden die Bauteile die gesetzlichen Migrationsgrenzwerte einhalten. In vollem Einklang mit den vorgenannten regulatorischen Richtlinien ermöglichen die neu entwickelten THERMOLAST®  K Compounds der Reihen FC/CM1 und FC/CM2 eine signifikant verbesserte Migrationskontrolle gegenüber herkömmlichen TPS. Ihr minimiertes Migrationspotenzial prädestiniert sie insbesondere für Anwendungen mit direktem Kontakt zu fetthaltigen Lebensmitteln. Darüber hinaus  ermöglichen die neuen Materialien der wiederverwendbaren Behälter und Deckel - dank einer ausgezeichneten Oberfläche und besten mechanischen Eigenschaften - eine lange Lebensdauer. Aufgrund ihres sehr guten Rückstellvermögens eignen sie sich zudem auch für Verschlusssysteme und Dosierventile von Lebensmittelverpackungen. Die zwei neuen Reihen ermöglichen verarbeitungstechnisch viele Freiheiten, wodurch sich auch komplexere Geometrien realisieren lassen.

KRAIBURG TPE GmbH & Co. KG, THERMOLAST® K.
KRAIBURG TPE GmbH & Co. KG, THERMOLAST® K.
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