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Fachmagazin DICHT!

DICHT! Ausgabe 3.2014

Jahresabonnement Fachmagazin DICHT! im Inland (4 Ausgaben):

Preis:
ab € 43,30
ISSN:
1863-4699

Fachartikel:

Kommentar:

Es ist auffällig, dass eine „schneller-höher-weiter Mentalität“ zum Taktgeber unserer Gesellschaft wird. Dass dies am Bereich „Dichten, Kleben, Elastomer“ spurlos vorbeigeht, war nicht zu erwarten. Ständig steigende Anforderungen wie höhere Temperaturen, breiteres Temperaturspektrum, universeller Einsatz, höhere Drücke, Miniaturisierung etc. – mit all dem sind die Konstruktions- und Entwicklungsabteilungen täglich konfrontiert. Haltungen wie „bewahren“ und „kein Fortschritt um jeden Preis“ werden als Rückschritt diffamiert. Zurückhaltung, Aufmerksamkeit und Würdigung dessen, was man hat, spielen keine große Rolle mehr. In allen Bereichen scheint es darum zu gehen, die Grenzen nach oben zu verschieben. Der Sinn und Zweck ist dabei oft mehr als fraglich. [...]

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Karl-Friedrich Berger (ISGATEC GmbH)
Werkstoffe:

Dichtungswerkstoffe sind heute ein zentraler Schlüssel, um den steigenden Anforderungen an Anlagenverfügbarkeit, Kosteneffizienz, höherer Leistungsfähigkeit und Nachhaltigkeit Rechnung zu tragen. Bei dem Überblick über aktuelle Trends, Entwicklungen und die entspechenden
Lösungen dazu, rücken aber auch Themen wie Herstellverfahren und Plagiate in den Fokus.

„Entwicklungen wie vollhydrierter HNBR-Kautschuk ermöglichen die geforderten Leistungssteigerungen von Dichtungen.“ – Dr. Martin Mezger, Technical Manager, Business Unit High Performance Elastomers, LANXESS Deutschland GmbH

„Bio-basierte EPDM bewähren sich in der Praxis und tragen dem Nachhaltigkeitstrend Rechnung“ – Dr. Niels van der Aar, Leiter Technical Service and Application Development für Keltan EPDM, LANXESS Elastomers B.V.

„Eine Hochleistungs-Dichtungslösung bietet heute eine fünf- bis zehnmal längere Einsatzlebensdauer, was signifikante Kosteneinsparungen ermöglicht.“– Loic Chereau, EMEA Market Segment Leader, DuPont™ Kalrez® & Vespel®

„Werkstoff-Plagiate können schnell Probleme machen. Durch den Elemente-Fingerabdruck des Polymeren, bei Bedarf unterstützt durch Marker, kann sich der Verarbeiter und Endanwender vor billigen Nachahmern absichern.“ – Dr. Michael Schlipf, Geschäftsführer, FPS GmbH

„Werkstoffe allein sind nur die halbe Miete, einsatzbezogen sollte das Herstellverfahren der Dichtung auf jedem Fall mitberücksichtigt werden.“ – Dipl.-Ing. (FH) Regina Offergeld, Market Development Manager, Victrex Europa GmbH

„Bei der Entwicklung von Werkstoffen und der Fertigung von Dichtungen ist die Wirtschaftlichkeit ein zentraler Aspekt. Sie entsteht aber nicht durch billige Preise, sondern z.B. durch kundenspezifische, auf den jeweiligen Einsatzfall zugeschnittene, optimale Lösungen und Bündelung von Bedarfen einer Branche.“ – Georg Hämel, Geschäftsführer, Kremer GmbH, Wächtersbach [...]

Dr. Martin Mezger (LANXESS Deutschland GmbH), Dr. Niels van der Aar (LANXESS Elastomers B.V.), Loic Chereau (DuPont Deutschland), Dr. Michael Schlipf (FPS GmbH), Dipl.-Ing. (FH) Regina Offergeld (Victrex Europa GmbH), Georg Hämel (Kremer GmbH)

Die Anforderungen an Dichtungswerkstoffe steigen quer durch alle Branchen. Aber auch ihre nachhaltige Produktion wird immer wichtiger. Über aktuelle Ansätze, die diesen Anforderungen Rechnung tragen, unterhielt sich DICHT! mit René Krämer, Marketing Manager West Europe der 3M Advanced Materials Division.

„Up-Cycling ist kein Recycling, da aus Fertigprodukten Monomere in Ausgangsqualität – also ohne Qualitätseinbußen gewonnen werden.“ – René Krämer [...]

René Krämer (Dyneon GmbH 3M Advanced Materials Division)

Mittlerweile ist es kein Thema mehr, Dichtungen in höchster Qualität per Drehtechnik herzustellen. Aber vor allem die Weichheit und Elastizität so mancher Materialien zeigte in der Vergangenheit stets die Grenzen von gedrehten Dichtungen auf. Ein neuer Werkstoff und eine angepasste Fertigung eröffnen hier neue Perspektiven.

Mit dem neuen Acrylnitril-Butadien-Rubber DHM-307 wurde ein NBR-Werkstoff mit einem 73 Shore A Härtegrad speziell für gedrehte Dichtungen entwickelt. Der Werkstoff ist das Ergebnis eines über mehrere Jahrzehnte entwickelten Know-hows im Bereich der Produktion sowie
Forschung und Entwicklung bei der spanenden Formgebung von Elastomeren. Die Herausforderung, mit der das Unternehmen heute ständig konfrontiert wird, sind duale Anforderungen an Werkstoffe. Einerseits müssen Dichtungswerkstoffe die nötige chemische Beständigkeit aufweisen, andererseits aber – als weitere große Herausforderung – die geforderten mechanischen Eigenschaften meistern. Nur wenn ein Werkstoff – anwendungsfallbezogen – die nötige Widerstandskraft gegen Druck, Temperatur und Abrieb aufweist, ist er als Dichtungswerkstoff geeignet. [...]

Ing. René Hochfellner MBA, Marion Gruber (DMH Dichtungs- und Maschinenhandel GmbH)

Eine neuartige Oberflächenfunktionalisierung und Beschichtung wurde vom Fraunhofer IFAM von der Grundlagenforschung bis zur Vorserien- und Produktreife entwickelt. Im Bereich von dynamischen Elastomerdichtungen zeigt die plasmapolymere Beschichtung FrictionPLAS eine deutliche reibungsreduzierende und verschleißmindernde Wirkung. Dies wird z.B. zur Energieeinsparung im Antriebsstrang des Automobils untersucht. Aber auch eine Verbesserung der Standzeit in anderen Anwendungsgebieten wie z.B. Pumpen oder Windenergieanlagen ist realisierbar. [...]

Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung
Statische Dichtungen:

In der Welt der Weichstoff-Flachdichtung gilt Graphit als stärkster Performer – mit Licht und Schatten. Mit einem Veredlungsprozess lässt sich dieser „Schatten“ deutlich minimieren. Das ist für die Erstausrüstung, aber nicht zuletzt auch für die Instandhaltung interessant.

Die Medienbeständigkeit von Graphit ist äußerst universell. Die maximale Temperatureinsatzgrenze übersteigt die Leistungsfähigkeit binderhaltiger Faserstoffdichtungen deutlich. Nennenswerte Warmsetzeigenschaften gibt es bei hochwertigen Graphitdichtungen nahezu gar nicht. Doch auch bei Graphit gibt es noch Optimierungspotenzial. [...]

Dipl.-Ing. Marco Schildknecht (Frenzelit Werke GmbH)

Neue gesetzliche Regelungen wie die VDI 2290 stellen Anlagenbetreiber durch die große Anzahl von Flanschen vor besondere Herausforderungen. Die bestehenden Instandhaltungsprozesse werden den neuen Anforderungen jedoch häufig nicht gerecht. Die vorhandenen Informationen über die Flansche sind in Art und Umfang nicht ausreichend und stehen oft nicht elektronisch zur Verfügung. Für Betreiber stellt sich nun die Frage, wie der Betrieb konform zu den Regelungen sichergestellt und dennoch effizient durchgeführt werden kann. An der Nutzung von modernen IT-Lösungen wird dabei kein Weg vorbei führen.

Während sich die erforderlichen Änderungen an Montageverfahren, Materialauswahl und Mitarbeiterschulung oftmals relativ schnell umsetzen lassen, ist die Dokumentation der Prozesse die eigentliche Herausforderung. Neben der Inventarisierung, d.h. der Erfassung des umfangreichen Ist-Bestandes, muss auch die konsequente Pflege der Dokumentation betrachtet werden. Eine durchgängige elektronische Unterstützung durch mobile Computer ist anzustreben. Doch gerade hier finden sich häufig technologische und organisatorische Hürden in den Unternehmen. [...]

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Christian Herold (die mobilanten GmbH)

Zylinderdrücke von bis zu 250 bar und Abgastemperaturen von bis zu 1.000 °C – auch unter diesen extremen Konditionen erlauben Dichtungslösungen der Federal-Mogul Powertrain Division einen zuverlässigen Motorbetrieb. Die hochkomplexen Dichtungskomponenten unterstützen damit die Entwicklung umweltfreundlicherer und effizienterer Nutzfahrzeugmotoren. In Zylinderkopfdichtungen aus Hybrid-Stahl-Elastomer kommt die bewährte Mehrlagenstahl-Technologie (MLS-Technologie) l gemeinsam mit Elastomer-Fluid-Dichtungen zum Einsatz. [...]

Federal-Mogul

Der Verlust von Trinkwasser ist in vielen Ländern ein Problem. Auch in Deutschland gehen ca. 7% des Trinkwassers durch Leckagen verloren. Bei einem Trinkwasserverbrauch von ca. 10 Mio. m³ pro Tag müssen wir täglich 700.000 m³ mehr fördern, um diese Verluste auszugleichen. Bedenkt man parallel, dass die Gewinnung und Aufbereitung der Trinkwassermengen schon aufwändige Behandlungsschritte beinhaltet (vor allem bei Oberflächenwasser), werden Wasserverluste zum „teuren Spaß“. Die Leckage in den Rohrnetzen entsteht durch verschiedene Faktoren.

Eine Lösung für diese Aufgabenstellung sind z.B. die Gummi-Stahl-Produkte der KGS-Serien von Klinger. Sie wurden speziell für den Einsatz in Trinkwasser-Leitungssystemen entwickelt, wobei sich die Problemstellung logischerweise parallel auch auf Abwasserleitungen
übertragen lässt. Die KGS-Dichtungen sind durch den prinzipiellen Aufbau für den Einsatz in den Leitungen prädestiniert, während Produkte der Serie KGS/VD im Bereich Rohrverteiler ansetzen. [...]

Klinger GmbH
Dynamische Dichtungen:

Seit mehr als zehn Jahren sind Gleitringdichtungen der SeccoMix-Baureihe erfolgreich im Einsatz. Sie sind als Einzeldichtungen in Semi-Cartridge-Bauweise konzipiert und bestehen aus einer befederten Gleitring- und einer Gegenringeinheit, die noch dazu einfach zu montieren sind. Da trockenlaufende SeccoMix keinerlei Versorgungssysteme benötigen, sind sie gegenüber flüssigkeits- oder gasgeschmierten Dichtungen im Vorteil. Die Investitionskosten für eine trockenlaufende Einzeldichtung belaufen sich aufgrund der Einsparung bei Beschaffung und Betrieb eines Dichtungsversorgungssystems auf nur ca. 30% der Kosten einer entsprechenden flüssigkeitsgeschmierten Dichtung. [...]

Eagle Burgmann Germany
Flüssigdichtungen:

Die flammgeschützte Polyurethanschaumdichtung Fermapor®  K31-A-45C4-2-UL-FR erfüllt die US-Brandschutznorm UL 94 HF-1. Die Dichtung hat zusätzlich auch eine UL-Listung für die US-Prüfnormen UL 50E für Schaltschränke und Elektronikgehäuse in nicht explosionsgeschützten
Bereichen sowie für UL 508, US-Vorschrift für die Sicherheit elektrischer Schaltgeräte. [...]

Sonderhoff Chemicals GmbH
Klebetechnik:

Die Eröffnung des deutschen Forschungs- und Entwicklungslabors in Wiesbaden ist für die Dymax Europe GmbH ein weiterer Schritt im Rahmen der europäischen Wachstumsstrategie. Über die Hintergründe und die weitere Entwicklung unterhielt sich DICHT! mit Stefan Katzenmayer, Geschäftsführer der Dymax Europe GmbH. [...]

Stefan Katzenmayer (Dymax Europe GmbH)

Das Effizienzpotenzial dieser effektiven und preisgünstigen Fügemethode resultiert aus dem Entfallen von mechanischen Verbindungselementen und den damit verbundenen Bearbeitungsvorgängen. Dementsprechend können die Teileanzahl, das Gewicht und die Größe einer Baugruppe reduziert werden. Elektromotoren sind ein typisches Beispiel dafür. Hier gelingt es, durch geklebte Rotor- und Stator-Ausführungen die Leistung bei gleicher Baugröße deutlich zu erhöhen bzw. die Größe bei gleicher Leistung zu reduzieren.

Die Erhöhung der Leistungsdichte elektrischer Motoren wird durch einen maximal kompakten Aufbau der Rotor/Stator-Baugruppe, die aus gestanzten Blechpaketen besteht, erreicht. Deren Blechlagen werden entweder durch angeformte mechanische Verbindungspunkte oder durch punktuellen Klebstoffauftrag zu soliden Bauteilen verbunden. Zusätzlich werden Permanentmagnete eingesetzt, die durch eine mengenkontrollierte Klebung in den dafür vorgesehenen Aufnahmetaschen im Rotor oder dem Stator fixiert werden. Dafür hat Drei Bond sowohl die klebetechnische Lösung als auch die Applikationstechnik für die automatisierte Serienmontage entwickelt. [...]

Dipl.-Betriebswirt (FH) Thomas Brandl (DREI BOND GmbH)

Angesichts immer höherer Marktanforderungen sind Schnellligkeit und Prozesssicherheit beim Fügen von Bauteilen oberste Maxime – vor allem in der seriellen Massenproduktion. Vielfach hat das Kleben klassische Verbindungsverfahren ersetzt, um eine höhere Produktivität durch kürzere Zykluszeiten zu erzielen. Bei der Vielfalt an unterschiedlichen Klebstoffen kommt der richtigen Dosier- und Härtetechnik eine hohe Bedeutung zu.

Je nach Anwendungsfall steht bei 1K-Kleb- und Dichtstoffen eine sehr breite Palette von Materialien zur Verfügung. So gibt es für fast jeden Untergrund – Glas, Kunststoff, Edelstahl, Aluminium, Nichteisenmetalle, Holz usw. – den richtigen Klebstoff. Und dieser soll natürlich nur dort aufgebracht werden, wo man ihn auch braucht. Bei vielen Anwendern kommt es auch zum Einsatz verschiedener Klebestoffe. Hier legen modular aufgebaute Dosieranlagen den Anwender nicht auf ein bestimmtes Material fest, sondern lassen durch Variation der Dosierpumpen und -köpfe eine Anpassung der Anlage auf den jeweiligen Anwendungsfall zu. So können, z.B. mit den patentierten Dosierpumpen von Datron, nieder- bis hochviskose und mit feinen Partikeln gefüllte Medien verarbeitet werden. Darüber hinaus stehen beheizte Pumpen für Heißkleber
oder reaktive Schmelzklebstoffe zur Verfügung. [...]

Frank Molitor (Datron AG)

Die Schraubensicherungs-Sticks Loctite 248 und Loctite 268 haben eine wachsartige, halbfeste Konsistenz und werden von Henkel als einfach zu handhabende Drehstifte für verschiedenste Anwendungen in den Bereichen Wartung, Reparatur und Instandsetzung angeboten. [...]

Henkel AG & Co. KGaA

Für die Verklebung kleinerer Komponenten wurde eine neue Kompaktzelle als Komplettlösung von SCA entwickelt. Das optional integrierbare Vision-System überwacht zusätzlich den Klebstoffauftrag und stellt so die hohe Qualität sicher. Die Zellen sind komplett mit Fasspumpe, Dosierer, Steuerung ausgestattet. Sie können in eine Fertigungslinie integriert oder autark aufgestellt werden. Ein typisches System besteht z.B. aus einer Einzelfasspumpe, einem elektrischem Dosierer vom Typ ADKE 6000, der Sys-6000-Steuerung und dem neuen Vision-System. [...]

SCA Schucker GmbH & Co. KG

Die klebtechnische Beratung von Anwendern bei der Planung von neuen oder der Optimierung bereits bestehender Klebprozesse, aber auch bei der Ursachenermittlung für Qualitätsprobleme hat die KLEBTECHNIK Dr. Hartwig Lohse e.K. jetzt durch anwendungstechnische Prüfungen im eigenen Labor ergänzt. Neben Verfahren zur labormäßigen Applikation und Aushärtung von Klebstoffen und zur Ermittlung der Shore-Härte, kann mittels einer Universalprüfmaschine die Belastbarkeit von Klebverbindungen, ggf. auch nach Durchführung von beschleunigten Alterungsprüfungen, ermittelt werden. [...]

KLEBTECHNIK Dr. Hartwig Lohse e.K.

Geckos haben Klebestreifen eines voraus: Selbst nach wiederholtem Kontakt mit Schmutz und Staub kleben ihre Füße noch auf glatten Flächen einwandfrei. Forscher haben nun den ersten Klebstreifen entwickelt, der nicht nur genauso haftsicher ist wie ein Geckofuß, sondern auch über einen vergleichbaren Selbstreinigungsmechanismus verfügt. Damit ließen sich z.B. Lebensmittelverpackungen oder Verbände mehrfach öffnen und sicher wiederverschließen. Geckos ziehen ihre Zehen bei jedem Schritt ein Stück weit über den Untergrund. Durch den seitwärtsgerichteten Reibkontakt streifen sie dabei größere Schmutzpartikel ab. Kleinere Partikel lagern sich zwischen den feinen Härchen auf der Fußsohle und in darunterliegenden Hautfalten ein. Die Forscher haben im Experiment nachgewiesen, dass diese zwei Mechanismen 95% der Selbstreinigung ausmachen. Für den Effekt ist das Verhältnis von Partikelgröße zum Durchmesser der Härchen entscheidend. [...]

KIT Karlsruher Institut für Technologie
Dichtungstechnik allgemein:

Gerne verweist man bei dem Auslöser für die steigenden Anforderungen an die Dichtungs- und Elastomertechnik auf einzelne Branchen. Doch diese Sicht greift zu kurz, meinen zumindest die „Dichter“ vom IMA, mit denen sich DICHT! über aktuelle Entwicklungen unterhielt. Zu den meisten Themen wird es dabei übrigens auf der 18. ISC in Stuttgart Impulse und Informationen geben.

„Die Dichtungstechnik leistet heute schon Erstaunliches. So wurde z.B. die Verlustleistung eines Kurbelwellendichtringes um den Faktor 100 gesenkt.“ – Professor Dr.-Ing. habil. Werner Haas

„Bei der Verträglichkeit moderner Schmierstoffe mit Elastomeren hat sich nur das Problemniveau verschoben – die Probleme an sich sind die gleichen wie früher“ – Dr. Frank Bauer

"Wenn es den vielzitierten Fachkräftemangel in unserer Branche gibt, dann ist er in guten Teilen „hausgemacht“. – Dipl.-Ing. Lothar Hörl [...]

Professor Dr.-Ing. habil. Werner Haas, Dipl.-Ing. Lothar Hörl, Dr. Frank Bauer (Institut für Maschinenelemente der Universität Stuttgart)

Das Nachziehen von Schrauben in Flanschen unter Betriebsbedingungen ist grundsätzlich eine kritische Tätigkeit und nur unter besonderen Vorkehrungen durchzuführen. Die relevanten Regeln muss man kennen.

Beim Nachziehen von Dichtsystemen unter Druck und Temperatur müssen die speziellen Gefährdungen und die sich ergebenden technischen Veränderungen berücksichtigt werden. Es ist eine Gefährdungsbeurteilung nach den „Technischen Regeln für Betriebssicherheit
TRBS 1111:2006-12“ durchzuführen. Dieses gilt besonders bei Flanschverbindungen unter erhöhten Temperaturen.
Dabei ist Folgendes zu beachten:
• Bei höheren Temperaturen sinken die Festigkeitskennwerte der Schraubenwerkstoffe (Werte – siehe DIN EN 10269:2014-02).
• Bei höheren Temperaturen steigen die Werte der Haftreibungskoeffizienten an.
• Über die Veränderung von Schraubenpasten unter erhöhten Temperaturen kann (fast) keine gesicherte Aussage gemacht werden. [...]

Peter Thomsen (Lannewehr + Thomsen GmbH & Co. KG)
Be- und Verarbeitung:

O-Ringe auf Hightech-Spritzgießanlagen fertigen – das mutet auf den ersten Blick an, mit Kanonen auf Spatzen zu schießen. Ein Projekt bei der Woco-Gruppe deckt viele Aspekte und Potenziale bei der O-Ring-Fertigung auf. Neben einer optimierten Produktion eröffnet die Technik aber auch die Basis für die praxisnahe „Erforschung“ weiterer Fragestellungen – ein Praxisbericht. „Der O-Ring ist bekanntermaßen das am schwierigsten zu fertigende Teil, denn er hat die Trennung immer an der falschen Stelle“, meint Dr. Fritz Buschhaus, Mitglied der Woco-Geschäftsführung und Executive Vice President der Business Unit Polymer Automotive – Engineering, zwar augenzwinkernd, aber durchaus mit ernstem Hintergrund. Letztlich kann der Bruch eines einzelnen O-Ringes zum Versagen ganzer Motoren oder Maschinen führen. Mit solchen Einzelteilen seien wichtige Funktionen im Gesamt-ZSB zu garantieren. Dazu gehöre nicht nur die zuverlässige Dichtigkeit über die vorgegebene Lebensdauer, sondern auch die einfache Montage. [...]

Klöckner DESMA Elastomertechnik GmbH

Der Einsatz von faserverstärkten Kunststoffen mit thermoplastischer Matrix (TP-FVK) nimmt in technischen Anwendungen rasant zu. Dies zeigt sich vor allem im Automobilbau. Hier können mithilfe von TP-FVK hochintegrierte Bauteile der Fahrzeugstruktur mit einem hohen Energieabsorptionsvermögen realisiert werden. Den hohen gewichtsspezifischen mechanischen Eigenschaften von TP-FVK steht allerdings die bislang sehr unwirtschaftliche Fertigung entgegen. Daher werden aktuell großserientaugliche Fertigungsprozesse für TP-FVK verstärkt
erforscht.

Ein äußerst vielversprechender Fertigungsprozess für TP-FVK ist durch das reaktive Spritzgießen gegeben [1, 2]. Während beim konventionellen Spritzgießen fertig polymerisierte thermoplastische Formmassen verwendet werden, findet beim reaktiven Spritzgießen die Polymerisationsreaktion in-situ (dt.: an Ort und Stelle) im Spritzgießwerkzeug statt. Rohstoff für dieses, auch als In-situ-Spritzgießen bezeichnetes Verfahren sind Monomere. Diese werden unter Zugabe von Aktivatoren und Katalysatoren unter Temperatureinfluss zu einem thermoplastischen Kunststoff polymerisiert. Die niedrige Viskosität der Monomersysteme ist jedoch Segen und Fluch zugleich. Zwar können dadurch sehr dichte Fasergewebe imprägniert werden, jedoch ergeben sich aus der niedrigen Viskosität und chemischen Reaktivität besondere
Anforderungen an die Abdichtung der Kavität. [...]

Professor Dr.-Ing. Christian Hopmann, M. Eng. Julian Schild, M. Sc. Nicolai Lammert, Dipl.-Ing. Jan Peter Dering (Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV))

Immer häufiger sind die Lebenszyklen elektronischer Produkte kürzer als die der Anlagen, auf denen sie gefertigt werden. Elektronikzulieferer müssen also schnell und einfach auf veränderte Produktionsanforderungen reagieren können. Damit ist der aktuelle Trend zu flexibel erweiterbaren Baukastensystemen, die nach dem „Lean Production-Gedanken“ konstruiert werden, nur logisch. Dieser Ansatz löst sechs klassische Problemstellungen, ist auch für kleinere Unternehmen erschwinglich und erhöht die Wettbewerbsfähigkeit.

Nahezu alle namhaften Automobil- und Konsumgüterhersteller besitzen heutzutage ein großes Mitspracherecht bei ihren Elektronikzulieferern. Projektierungsphasen dürfen nur wenige Monate dauern, Bestellmengen sollen flexibel angepasst werden können und neue Produktvarianten sollen in kürzester Zeit produziert werden. Sogar konstruktive Anpassungen an den elektronischen Bauteilen müssen jederzeit kurzfristig umsetzbar sein. Für die Zulieferer ist das eine schwierige Situation, da die Lebensdauer der meisten Produkte nur noch wenige Jahre umfasst. Fertigungslinien werden somit nicht mehr „für die Ewigkeit“ geplant, sondern müssen in kürzester Zeit amortisierbar sein. Auf der Suche nach Wegen, trotz dieser enormen Forderungen wettbewerbsfähig zu bleiben, entdecken immer mehr Unternehmen die „Lean Production“ bzw.
„schlanke Produktion“. Und damit ist sowohl der sparsame als auch zeiteffiziente Einsatz der Produktionsfaktoren Betriebsmittel, Personal, Werkstoffe, Planung und Organisation im Rahmen aller Unternehmensaktivitäten gemeint. [...]

Rainer Hauslauer (Scheugenpflug AG)

Warum sollte man eine Dichtung per Wasserstrahl schneiden? Präzision, Schnelligkeit und Effizienz sind drei entscheidende Vorteile, die für die Wasserstrahltechnik sprechen. Dabei ist Technik nicht gleich Technik – für das Schneiden von Dichtungen bietet die Reinwassertechnik
interessante Aspekte.

Sowohl für Flach- als auch für Profildichtungen gibt es heute spezielle Lösungsansätze – von der Bestückung der Anlage über sparsames, schonendes und sicheres Schneiden bis zu sauberem Abwasser. Beinahe alle Konturen von Dichtungen können mit der Wasserstrahlschneidetechnik ohne Werkzeugwechsel geschnitten werden. Die Anlagen arbeiten ihr Schneidprogramm nach dem Starten ab, ohne dass eine weitere Bedienung erforderlich ist. Dank optimaler platzsparender Einzelteilverschachtelung sowie einem Schneidstrahldurchmesser von 0,1 mm fällt sehr wenig Verschnitt an. Unternehmen, die Wasserstrahlschneidanlagen (WSS-Anlagen) verwenden, sind flexibler und können auf Kundenwünsche kurzfristig und ohne Umrüstaufwand reagieren. [...]

Ewald Perndorfer (Perndorfer Maschinenbau KG)
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