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Dichtungstechnik Allgemein

Dichtungstechnik Allgemein

Hier lesen Sie Fachartikel aus dem Fachmagazin DICHT! 3.2018 >> Bereich Dichtungstechnik Allgemein

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Da die Anforderungen an Produkte immer anspruchsvoller werden und die Produkte weltweit gefertigt werden sollen, ist es notwendig, diese präzise, vollständig und eindeutig zu definieren. Das ISO-System für „Product specification and -verification” (GPS) wurde im Laufe der letzten 23 Jahre entwickelt, um diesen Bedürfnissen der Industrie gerecht zu werden.

Mit der Einführung der ISO 8015 von 2011 ist eine wesentliche Änderung von GPS vollzogen worden:

• Alle GPS-Normen sind gültig, sobald der Konstrukteur ein GPS-Symbol anwendet. Dies kann u.a. eine Oberflächenangabe oder eine Ebenheitsangabe sein.

• Die Zeichnung (das Modell) ist Vertragsgrundlage, also muss alles auf der Zeichnung beschrieben werden. Was nicht darauf vorhanden ist, kann vom Lieferanten oder Hersteller nicht gefordert werden.

• Bei der Toleranzzone ist jetzt der Defaultwert das Geometrieelementekonzept, d.h., wenn keine besondere oder zusätzliche Angabe vorhanden ist, gilt die Toleranz nur für ein einziges Geometrieelement.

• Das Unabhängigkeitsprinzip besagt, dass alles unabhängig zu betrachten ist. Den wenigsten ist bewusst, dass, wenn sie eine Positionsangabe machen, dies u.a. auch nur die Geradheit der Achse sein kann, wenn sie kein Bezugssystem angeben. Hier muss genau analysiert werden, was wie beschrieben wird.

• Wichtig ist auch, dass der Konstrukteur verantwortlich für die Funktion ist. Diese muss in der Zeichnung (dem Modell) wiederzufinden sein. Deswegen ist es wichtig zu wissen, welche Zeichnung der Konstrukteur anzufertigen hat. Hier gibt es eine Vielzahl von Zeichnungsarten, z.B. Funktionszeichnung, Vertragszeichnung, Prüfzeichnung, Fertigungszeichnung. Jede dieser Zeichnungen kann einen anderen Inhalt haben. [...]

Dipl.-Ing. (univ.) Ernst Ammon (Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm)
ISGATEC: Media - Fachartikel 1

Dichtungen werden aus den verschiedensten Gründen in der Praxis geschädigt. Neben dem Erkennen der Schadensursache werden dann mögliche Abhilfemaßnahmen wichtig – für die Instandhaltung, aber auch bereits bei der Erstausrüstung von Anlagen mit Dichtungen. Einbauräume sind erforderlich, um Dichtungen kontrolliert zu verformen, unabhängig von den Montagekräften (= Kraftnebenschlussprinzip). Da Elastomere keine ideal elastischen Eigenschaften besitzen, sondern sich eher viskoelastisch verhalten, ist das Rückstellvermögen auch abhängig vom Verformungsgrad: Zu geringe Verformungen führen zu einem schnelleren Verlust des Rückstellverhaltens. Daher werden z.B. statische O-Ringe mindestens 10% verformt bzw. verpresst. Ist die Verformung zu hoch, z.B. 50%, können sich bei erhöhten Temperaturen zu große Spannungen innerhalb der Dichtung ergeben, was zu inneren Spannungsrissen führen kann, welche sich dann nach außen fortpflanzen. Scharfe Kanten, z.B. nicht ausgerundete Nuteinstiche, müssen vermieden werden, da sie Anrisse erzeugen können, die sich dann unter Betriebsbedingungen fortpflanzen können. Will man das Dichtpotenzial von O-Ringen sicher ausschöpfen, sollte man neben den üblichen Oberflächenkennwerten zusätzlich auch die Struktur der Oberfläche (und damit das Bearbeitungsverfahren) vorgeben. Querstrukturen zur Umfangsrichtung sind zu vermeiden. Bei dynamischen Dichtungen soll die Oberflächengüte ein Minimum an Reibung und Verschleiß sicherstellen. Dazu ist neben der Rautiefe auch der Traganteil von Bedeutung. [...]

Dipl.-Ing. Bernhard Richter, Dipl.-Ing. (FH) Ulrich Blobner (O-Ring Prüflabor Richter GmbH)
ISGATEC: Media - Fachartikel 1
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