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Fachmagazin DICHT!

DICHT! Ausgabe 1.2012

Jahresabonnement Fachmagazin DICHT! im Inland (4 Ausgaben):

Preis:
ab € 43,30
ISSN:
1863-4699

Fachartikel:

Kommentar:

Es ist ein offenes Geheimnis: Ein im Trialog starkes Team erreicht seine Ziele besser. Lohnt es sich noch, darüber zu reden? Leider ja, denn das Zitat „Es gibt immer mehr Projekte, aber immer weniger erfolgreiche“ von Atos Origin bestätigt sich immer wieder. Anlässlich eines Workshops wurde dies erneut deutlich, wie wesentlich ein gut aufgestelltes Team für das erfolgreiche Erreichen von Zielen ist. Auffällig war auch, wie kritisch sich zum Teil Kaufleute und Techniker beäugten, teilweise ihr Wissen herrschaftlich, quasi mit einer Geheimbundattitüde hüten wollten und dabei gerne vergaßen, dass die Bereitschaft des voneinander, miteinander Lernens eine unabdingbare Voraussetzung für ein zielorientiertes Arbeiten ist. Das gilt für viele Szenarien. Nehmen wir einen Ingenieur, der vielleicht ein sehr guter Entwickler ist und zum Leiter eines Teams wird. Zu seiner klassischen Domäne kommt jetzt eine Vielzahl von neuen Aufgaben. Er muss Ziele mit seinen Mitarbeitern vereinbaren, Budgets verwalten etc. Ohne kaufmännisches bzw. Managementwissen wird er nur wenig effizient arbeiten können und wahrscheinlich scheitern. [...]

Karl-Friedrich Berger
Werkstoffe:

Die aktuellen Trends bei Werkstoffen sind vielfältig und haben teilweise einen klaren Branchenfokus, was dieser Überblick zeigt. Deutlich wird dabei auch, dass das richtige Werkstoffwissen eine immer größere Rolle spielt, um aktuelle und zukünftige Dichtungsaufgabenstellungen zu lösen.

Die Anforderungen in der dynamischen Dichtungstechnik sind komplex und standardisierte Werkstofflösungen helfen nicht immer weiter. Dichtungswerkstoffe werden immer häufiger nach Gesichtspunkten von komplexen Anforderungsprofilen maßgeschneidert. In solchen Fällen sind Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten angezeigt – d.h., es werden innovative Lösungen erwartet. Dazu hat seal-mart z.B. eigens ein Technikum aufgebaut, mit dessen Hilfe thermoplastische Polyurethane auf hohem Niveau entwickelt und im Vorserienmaßstab gefertigt werden können. So lassen sich alle geforderten Eigenschaften wie z.B. Abriebverhalten, bleibende Verformung, Medienbeständigkeiten, Kälte- und Hitzebeständigkeit etc. beeinflussen und auf die geforderten Anforderungsprofile maßschneidern. 

„Biobasierte Rohstoffe werden aufgrund der zunehmenden Verknappung und steigenden Preisen von Polymer-Werkstoffen immer weiter an Bedeutung gewinnen.“ – Joachim Moeschel, Head of R&D, seal-mart engineered plastics KG

„Die Freigaben nach Lebensmittel-/Pharmarichtlinien alleine reichen heutzutage bei Dichtungen in der Lebensmittel und Pharmaindustrie nicht mehr aus, eine Einführung sollte professionell begleitet werden.“ – Dipl.-Ing. (FH) Michael Krüger, Leiter Anwendungstechnik, C. Otto Gehrckens GmbH & Co. KG

„Energieeffizienz ist zu einem zentralen Werkstoffthema geworden – einerseits bei der Herstellung von Dichtungen, aber auch bei der Erhöhung der Energieeffizienz von Anlagen und Apparaten durch moderne Dichtungen.“ – Sven M. Schweizer, Leiter Fluid Handling, ESK Ceramics GmbH & Co. KG

„Anlagen für erneuerbare Energien und alternative Treibstoffe sind mittelfristig die größten Herausforderungen für Dichtungswerkstoffe.“ – Udo Erbstößer, Corporate Communications, LANXESS AG

„Das fehlende Wissen bei Entwicklungsingenieuren und Konstrukteuren hinsichtlich der Vorteile von Hochleistungswerkstoffen ist oft noch eine Hürde.“ – Jerome Viala, Senior Market Development Manager und Michael Zettler, Market Development Manager, VICTREX Europa GmbH

„Die Konkretisierung der TA Luft war einer der zentralen Impulse für Werkstoffentwicklungen für chemische Anwendungen.“ – Dipl.-Ing. Marco Schildknecht, Leiter Anwendungstechnik Dichtungen, Frenzelit Werke GmbH [...]

Sven M. Schweizer (ESK Ceramics GmbH & Co. KG), Udo Erbstößer (LANXESS AG), Jerome Viala (VICTREX Europa GmbH), Dipl.-Ing. Marco Schildknecht (Frenzelit Werke GmbH)

Werden Dichtungen mit normalem Werkzeug montiert, besteht oft die erhöhte Gefahr der Beschädigung von Einbauräumen und Dichtelementen. Darüber hinaus ist es erfahrungsgemäß zeitaufwändig, Dichtungen mit dem falschem Werkzeug auszutauschen. Für den sicheren und effizienten Austausch von Dichtungen wurden deshalb die IBS Spezialwerkzeuge entwickelt. Einsatzbereiche sind Mobil- und Industriehydraulik, Pneumatik-Technik sowie Präzisions- und Mikromechanik. Insgesamt stehen zwei Werkzeugsätze und eine Dichtungszange zur Verfügung.

Es stehen zwei Werkzeugsätze für empfindliche und weniger empfindliche Dichtungsmaterialien zur Verfügung. [...]

IBS GmbH
Statische Dichtungen:

Wer will sie nicht: die „sprechende Dichtung“, die Produktionsausfälle verhindert und klare Wettbewerbsvorteile schafft. Doch was ist derzeit Vision und was Realität?

Die Devise lautet heute: weg von der Feuerwehrstrategie hin zur kontinuierlichen Überwachung der Betriebszustände, um individuell und auf den Punkt eingreifen zu können. Dies liegt auch in dem zunehmenden Automatisierungsgrad begründet, der hohe Anforderungen an Anlagenbetreiber stellt. Zum einen geht es darum, Produktionsausfälle zu vermeiden und zum anderen sollen Betriebskosten reduziert werden. Dabei müssen die vorhandenen Produktionsmittel soweit genutzt und ausgereizt werden, wie es möglich ist. Condition Monitoring (CM) ist vor diesem Hintergrund schon lange kein Fremdwort mehr. Systeme hierzu rücken immer mehr in den Fokus und die mittlerweile zu diesem Thema angebotenen Workshops erfreuen sich großer Nachfrage. Die aktuellen Projekte sind von individuellen Kundenanforderungen geprägt. Ziel eines jeden Betreibers sollte es sein, den Zustand der Maschinen/ Anlagen zu verfolgen und frühzeitig Kenntnisse darüber zu erlangen, wie die Lebensdauer der überwachten Baugruppen aussieht, um schnell und zielgrichtet eingreifen zu können. [...]

Jörg Jansen, Dirk Haaken (ProTec Industriebedarf GmbH)

Dichtungen sind sicherheitsrelevante Bauteile für Prozessanlagen. Die Anforderungen von Druckge-räterichtlinie (DGRL), Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG), Wasserhaushaltsgesetz (WHG), Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) sind einzuhalten. Im Rahmen der TA Luft ist die kommende VDI 2290 zu beachten. Die Beschaffung der richtigen Dichtungen ist – ungeachtet der gerne mit Priorität betrachteten, preislichen Aspekte – eine Herausforderung für den Einkauf.

Als Bauteil eines Dichtsystems haben Dichtungen die Aufgabe, die Spalte zwischen den Bauteilen über die Dichtflächen zuverlässig abzudichten. Hierfür stehen mit Weichstoffdichtungen, Metall-Weichstoffdichtungen und Metalldichtungen verschiedene Dichtungsarten zur Verfügung. Die richtige Dichtung muss also den Anforderungen der Regelwerke gerecht werden. Nach Leitlinie 7/23 zur DGRL dürfen sich die chemischen und physikalischen Eigenschaften während des Betriebes nicht verändern. Dichtungen dürfen nicht aushärten, sich setzen oder fließen. Diese Anforderungen erfüllen z.B. die häufig verwendeten Dichtungen aus elastomergebundenen Fasern (FA nach DIN 28091-2) und die PTFEDichtungen mit und ohne Füllung (TF nach DIN 28091-3) nicht. [...]

Dipl.-Ing. Gerd Lannewehr, Peter Thomsen (Lannewehr + Thomsen GmbH & Co. KG)

Das Produktprogramm an Zulieferteilen der Dichtungstechnik der Karl Späh GmbH & Co. KG wurde um Flach- und Form-Membranen erweitert. Membranen sind dichtende und bewegliche trennende Wände zwischen zwei Räumen. Ihr besonderes Merkmal ist die Beweglichkeit, d.h. man kann senkrecht zu ihrer Einspannfläche in beide Richtungen einen mehr oder weniger großen Hub ausführen. Sie sind für den Einsatz in Druck-, Durchfluss- und Stellantriebsregler, Druckminderer, Gaszähler, Überdruck- und Sicherheitsventil, Mess-, Regel- und Steuerungsgeräte, Förder-, Kraftstoff-, Vergaser- und Dosierpumpen sowie Arbeitszylindern geeignet.

Die Membranen-Dichtungen werden auftragsbezogen gefertigt. Die Vorteile von Membranen sind eine hermetische Abdichtung, keine Wartung, keine Schmierung, geringer Verschleiß und lange Lebensdauer [...]

Karl Späh GmbH & Co. KG

An die Türen der Notausgänge in Verkehrsflugzeugen werden höchste Anforderungen gestellt. Sie müssen sich im Notfall schnell, sicher und zuverlässig öffnen lassen. Dabei spielt die Dichtung die entscheidende Rolle. Sie muss internationalen Luftfahrtvorschriften gemäß eine zuverlässige, lang anhaltende Dichtwirkung mit niedrigsten Haftkräften, geringster Reibung, definierter Verformbarkeit, niedrigen Schließkräften und außergewöhnlicher Tieftemperaturbeständigkeit kombinieren.

Diese Dichtungen werden aktuell an den Hersteller eines in China entwickelten und gebauten Verkehrsflugzeugs geliefert. [...]

Freudenberg Simrit
Dichtungstechnik Allgemein:

Dass die Anforderungen an Dichtungen in vielen Branchen stark gestiegen sind und dies auch weiter tun, ist nichts Neues. Von C-Teilen kann man deshalb bei Hochleistungsdichtungen schon lange nicht mehr sprechen, denn sie sind zunehmend systemrelevant. DICHT! unterhielt sich vor diesem Hintergrund mit Dipl.-Ing. (FH) Jürgen Reinert, Senior Market Development Manager der VICTREX Europa GmbH und Dr. Frank Schön, Head of Research & Development der Dätwyler Schweiz AG über Hochleistungsdichtungen, die Potenziale von Verbundwerkstoffen und die Bedeutung strategischer Kooperationen bei der Dichtungsentwicklung.

Was ist der Unterschied zwischen einer „normalen Dichtung“ und einer Hochleistungsdichtung?

Welche Anforderungen und Entwicklungen sind die Treiber für den Einsatz von Hochleistungsdichtungen?

Welche Branchen stellen denn die extremsten Anforderungen?

Welche Probleme lösen sie im Gegensatz zu klassischen Dichtungswerkstoffen?

Welche Hauptabsatzbranchen sehen Sie für diese Verbundwerkstoffe? [...]

Dr. Frank Schön (VICTREX Europa GmbH), Dipl.-Ing. (FH) Jürgen Reinert (Dätwyler Schweiz AG)
Flüssigdichtungen:

Das Potenzial dieser Dichtungen wird gerne unterschätzt und „kontrovers diskutiert“. Was an dieser Einschätzung dran ist, darüber unterhielt sich DICHT! mit Peter Fischer, Marketingleiter bei der Sonderhoff Holding GmbH.

Worin liegen die Vorteile der mithilfe der FIPFG-Technologie aufgetragenen Dichtungen gegenüber eingelegten Dichtungen?

Nun entscheiden ja Konstrukteure, Einkäufer und Qualitätsmanager über den Einsatz einer Flüssigdichtung. Gibt es hier „Treiber“ und „Blockierer“?

Welche Branchen sind prädestiniert für den Einsatz von Flüssigdichtungen?

„Innovationsmotor Automobilindustrie“ – heißt das, dass viel getestet, aber wenig in Serien eingesetzt wird?

Wie schätzen Sie die Entwicklung bei Flüssigdichtungen ein, wie dynamisch ist sie tatsächlich?

Wäre ein Vertriebsnetz, basierend auf Lizenzpartnern, nicht schneller und ressourcenschonender? [...]

Peter Fischer (Sonderhoff Holding GmbH)

Beim Dichten, Verkleben bzw. Vergießen von industriellen Bauteilen sind zunehmend komplette Prozesslösungen gefragt. Insbesondere in Anwendungsbereichen wie z.B. Automotive oder Elektronik, wo Standarddichtungen aufgrund von höchsten Qualitätsnormen, neuen Werkstoffentwicklungen bzw. komplizierten Einbausituationen an ihre Grenzen stoßen, benötigt jede Applikation ihre individuelle Lösung.

In vielen industriellen Branchen stehen Dichtungslösungen täglich auf der Agenda von Entwicklern, Konstrukteuren und Produktionsverantwortlichen. Automatisierte Fertigungseinrichtungen sowie Montagelinien mit hoher Taktfrequenz setzen montagefertige Bauteile voraus, deren Dichtigkeit, z.B. gegen Feuchtigkeit, Schmutz oder Flüssigkeiten, gewährleistet sein muss. Mit Dichtprozessen eng verwandt sind das Fügen von Bauteilen unter Verwendung geeigneter Klebesysteme sowie das Vergießen von Komponenten, was vor allem im Elektronikbereich erfolgreich eingesetzt wird. Allen Applikationen gemeinsam ist der Anspruch an zuverlässige Prozesssicherheit und Reproduzierbarkeit sowie an hohe Qualität und Wirtschaftlichkeit. Immer seltener sind diese Vorgaben durch Dichtungen erfüllbar, die als Zukaufteile beschafft und manuell auf das Bauteil montiert werden. Im Zuge gegenwärtiger Überlegungen hinsichtlich Ressourcenschonung, Energieeffizienz und Leichtbau ist am Markt ein grundsätzliches Umdenken bzgl. der gesamten Prozesskette, inkl. Konstruktion, Materialauswahl und Verfahrenstechnik, im Gang. [...]

Martin Hezel, Manfred Gühring (MIGAeldotec GmbH)

Zur Abdichtung des Fassdeckels der neuen Produktreihe von 200-l-Fässern für feste und pastöse Inhalte setzt Bayern-Fass das besonders reißfeste 2K-Material RAKU-PUR® 33-1024 mit einer hohen Rückstellfestigkeit von RAMPF Giessharze ein. Für die Applikation des Dichtungsschaums ließ Bayern-Fass eine neue Misch- und Dosieranlage von RAMPF Dosiertechnik in seine Anlage integrieren. Auf der Dosieranlage DR-CNC werden die Deckel der Fässer beschäumt und ohne Veränderung der Raupendimension um 180° gedreht und gestapelt.

Aufgrund seiner niedrigen Viskosität, guten Haftung, hohen mechanischen Festigkeit und hohen Rückstellfestigkeit eignet sich der eingesetzte Dichtungsschaum besonders zur Fassabdichtung und Filterherstellung. [...]

RAMPF Giessharze GmbH & Co. KG

Nach Einführung der neuen, servomotorisch arbeitenden Schaumdosieranlagen- Generation FOAMPLY® stellt CeraCon auf dieser Basis jetzt mit der FOAMPLY® E micro eine neue Anlagenvariante vor. Durch ihren servomotorischen Antrieb in Verbindung mit einem kleinen Dosierzylinder ist sie speziell auf das prozesssichere Ausbringen besonders geringer Schaummengen ausgelegt.

Auch die Anlagenvarianten für „normale“ Dosierleistung, FOAMLPY® E und FOAMPLY® F, wurden servomotorisch überarbeitet. Darüber hinaus ist auch eine Anlagenvariante für besonders große Dosiermengen entwickelt worden, die FOAMPLY® M, die eine kontinuierliche Schaumdosierleistung von 50 g/s und mehr erlaubt. [...]

CeraCon GmbH

FIP(F)G-Dichtungssysteme hat Köpp schon seit mehr als zehn Jahren im Angebot. Zweikomponentige Polyurethanschaumsysteme werden in flüssiger oder thixotroper Form mit modernen Dosiersystemen direkt am Ort des Dichtungssitzes konturgetreu auf zwei- oder auch dreidimensionale Bauteile aufgetragen. Freie Programmierbarkeit, Verliersicherheit, Temperaturstabilität und eine enorme Rückstellfähigkeit von z.B. PUR-Dichtungen sind nur einige Argumente für diese Dichtungstechnik. Klebeapplikationen und der Verguss von Bauteilen ist auf den Anlagen ebenfalls möglich. Aufgrund der stetig wachsenden Akzeptanz der Flüssigdichtungstechnik gründete man nun einen weiteren Fertigungsstandort am Stammsitz. Hier kombiniert man logistische Vorteile im Westen Deutschlands und Europas mit einem Ausbau an Redundanz.

Weicher Schaumkern, widerstandsfähige Elastomerhaut: Die Technologie bietet besonders bei mechanisch stark belasteten Dichtungen, wie z.B. im Bereich Automotive, klare Vorteile. [...]

Wilhelm Köpp Zellkautschuk GmbH & Co. KG
Klebetechnik:

Das Aushärten von Klebstoffen oder Vergussmassen, das Tempern von Kunststoffen oder der Funktionstest von Elektronik unter Temperatur finden sehr häufig am Ende des Fertigungsprozesses statt, wenn der Wertschöpfungsprozess schon weit fortgeschritten ist. Zudem gelten sie nur selten als Kernkompetenz eines produzierenden Unternehmens und werden daher manchmal auch planerisch vernachlässigt. Das führt oft dazu, dass die mit dem Wärmeprozess beauftragten Anlagenbauer ungünstige Rahmenbedingungen vorfinden, die den unpopulären Prozess teurer machen, als er sein könnte. Diese zweiteilige Artikelserie erläutert im Teil 1 Vorteile und Nutzen von Wärmeprozessen und vergleicht Anwendungen und am Markt befindliche Temperierverfahren. Der Teil 2 in DICHT! 2/2012 beleuchtet die zugehörige Anlagentechnik und gibt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen. Thermosysteme werden in verschiedenen Branchen für eine Reihe von Funktionen eingesetzt. [...]

>> Teil 2

Jürgen Balbach, Erich A. Krämer (CeraCon GmbH)

Die Herstellung von Windkraftanlagen erinnerte noch vor wenigen Jahren an handwerkliche Manufakturen. Heute ist sie auf dem Weg zur industriellen Produktionsweise. Zwei Trends erweisen sich dabei als richtungsweisend: Der Einsatz einer neuen Generation moderner Hochleistungsklebstoffe und die Automatisierung der Applikationsprozesse für Klebstoffe und Gelcoats. Für beide Entwicklungen stehen heute innovative Systemlösungen zur Verfügung.

Von grundlegender Bedeutung für die Herstellung von Rotorblättern für Windenergieanlagen sind seit jeher das präzise Dosieren, Mischen und Auftragen von Epoxydharzen und Polyurethanen, die zur Verklebung von Flügelhalbschalen sowie zum Einkleben innerer Stegkonstruktionen verwendet werden. Eine aktuelle Entwicklung ist dabei der Einsatz einer neuen Generation von Hochleistungsklebstoffen. Das Besondere daran: Im Gegensatz zu den bisher eingesetzten, gefüllten Epoxies und Polyurethanen kommen diese Klebstoff-Typen ohne mineralische Füllstoffe aus. Sie erreichen darüber hinaus eine höhere Haftkraft und können – bei geringerer Klebefuge – sogar Konstruktionseigenschaften übernehmen. Außerdem lassen sie sich genauer dosieren und applizieren. All das ermöglicht beim Verkleben Materialeinsparungen von bis zu 30%. Dieses Ziel vor Augen arbeiten viele Hersteller derzeit an der Erhöhung der Genauigkeiten der Rotorformen, damit die Klebstoffraupen reduziert werden können. [...]

Udo Tartler (Tartler GmbH)

Bei der Verarbeitung von 2K-PU-Kleb- und Dichtstoffen sowie PU-Schäumen kommt es immer wieder zu Verunreinigungen an Anlagenteilen mit Isocyanatoder PU-Resten. Werden diese nicht sofort entfernt, härten sie aus und können nur noch sehr schwer und aufwändig entfernt werden. Für die Vermischung der Komponenten eingesetzte dynamische Mischer müssen, um eine gute Durchmischung sicherzustellen, regelmäßig zerlegt und von anhaftenden, gehärteten PU-Resten befreit werden. Mit den neuen PU-Reinigern ENVII-PU-CLEANER EN705 und EN706 stehen jetzt zwei umweltfreundliche Alternativen zu den bisher verwendeten, als Gefahrstoffe eingestuften Lösemitteln, wie NMP, NEP, Aceton, MEK etc. zur Verfügung.

Keiner der beiden Reiniger erfordert eine Kennzeichnung mit Gefahrensymbolen gem. EU-Vorschrift Nr. 1907/2006. R- und S-Sätze müssen nicht angegeben werden. [...]

KLEBTECHNIK Dr. Hartwig Lohse e.K.,
Be- und Verarbeitung:

Was macht einen Flachbettcutter für die Dichtungstechnik heute effizient? Verschiedene Aspekte, die weit über die reinen Leistungsdaten hinausgehen.

Im Kern geht es für Anwender in den unterschiedlichsten Bereichen um intelligentes Zuschneiden mit Zusatznutzen, der je nach Anwender recht unterschiedlich sein kann. So sind eine hohe Schneidegeschwindigkeit und Beschleunigung, intelligente Werkzeugsteuerung sowie automatisiertes Materialhandling auf den ersten Blick Kennzeichen vieler Systeme. Bei den oszillierenden Messerschneidetischsystemen der FLASHCUT FLEX-Serie wird daraus in Kombination mit der modularen und robusten Bauweise ein Schneidesystem, das nicht nur flexibel, effizienter, schneller und präziser als andere Flachbettcutter ist, sondern auch für einen wirtschaftlichen Dauereinsatz konstruiert wurde, um zuverlässig verschiedenste Materialien in beliebiger Größe zu bearbeiten. [...]

Christopher Thornhill (ATOM-MB Stanz- und Schneidesysteme)

Die BHDT-Hochdruckpumpe mit Servo-Antrieb arbeitet mit einer Antriebsleistung von 37 kW, einem max. Betriebsdruck von 4.000 bar und einer Fördermenge von 3,8 l/min deutlich präziser, energieeffizienter und geräuschärmer als andere Systeme. Dank der stufenlosen Druckregelung kann zudem ein breiteres Spektrum an Materialien geschnitten werden. Dabei arbeitet die „Servotron 40.37“ störungsfreier sowie verschleißärmer und erhöht damit zusätzlich ihre Lebensdauer. Der Antrieb erfolgt über einen hochdynamischen frequenzgeregelten Servomotor. Dieser erhöht die Energieeffizienz um etwa 15% im Vergleich zu Asynchronmotoren.

Ab April 2012 wird die Hochdruckpumpe für STM-Systeme adaptiert und auch für Bestandsanlagen nachrüstbar sein. Sie kostet ab 50.000 €. Eine sinnvolle Investition für nahezu alle Anwendungsbereiche, wenn man bedenkt, dass die Hochdruckpumpe bei einer Auslastung von 75% (Schneidbetrieb zu Stillstand) und einschichtigem Betrieb (2.000 Std.) allein eine Stromersparnis von ca. 3.000 €/a ermöglicht. [...]

Stein Moser GmbH
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