Ökobilanz für Dichtungen mithilfe der ganzheitlichen Bilanzierung

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Holger Best

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Bärbel Schäfer

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Weitere Fachartikel aus DICHT! Ausgabe 1.2011:

Kommentar:

Nachdem sich die internationale Wirtschaft 2010 vom Schock des Vorjahres erholt hat und es in vielen Bereichen sogar zu erheblichen Lieferverzögerungen kam, nutzten viele Rohstofflieferanten die Gunst der Stunde und erhöhten die Preise prozentual einbis zweistellig. In den bisher als Billiglohnländern und damit als interessante Produktionsstandorte gepriesenen Staaten, wie z.B. Indien, explodierten die Rohstoffpreise in kurzer Zeit regelrecht. Zwischen 10% und 30% wurden die Rohstoffe für die Herstellung von Formteilen und Dichtungen teurer, sodass Angebote aus dieser Region teilweise nicht mehr günstiger waren als die europäischer Zulieferer. Doch ein Ende dieser sich immer schneller drehenden Preisspirale ist leider nicht in Sicht. Die Zulieferer von Dichtungen und Formteilen sind 2011 bereits mit neuen hohen Preisforderungen konfrontiert. [...]

Karl-Friedrich Berger (ISGATEC GmbH)
Statische Dichtungen:

An diese weitverbreiteten Dichtungen werden – je nach Branche – immer höhere Anforderungen gestellt. Treiber sind u.a. die Applikationen, aber auch neue Richtlinien. Lösungsansätze bieten sowohl neue Werkstoffe als auch konstruktive Lösungen.…

„Mit dem Gründruck der VDI Richtlinie 2290 wird ein neues Kapitel zur Auslegung von Flanschverbindungenaufgeschlagen, welches der Chemie und ihren Berechnungsingenieuren für Rohrklassen noch einiges abverlangen wird.“ – Oliver Zach, Regional Segment Manager Mechanical Applications in Europe, SGL CARBON GmbH

„Die Anforderungen, die die Automobilindustrie und andere Branchen an Dichtungen stellen, gehen stark auseinander – ungeachtet dessen, dass in allen Bereichen die Anforderungen steigen, denen man mit neuen Werkstoffen Rechnung trägt.“ – Dipl.-Ing. (FH) Wolfgang Abt, Produktmanagement, KLINGER GmbH

„Die höheren Anforderungen führen immer öfter zu einem Umdenken bei der Auswahl der Dichtlösungen. Durch den Einsatz von Hochleistungsthermoplasten lassen sich schon heute Dichtungsanwendungen gestalten, die wirtschaftlich effizient sind und Dichtungsausfälle vermeiden.“ – Michael Zettler, Market Development Manager, Victrex Polymer Solutions

„Der Einsatz gleicher Hochleistungsdichtungsstoffe für die unterschiedlichsten statischen Dichtungen ist unter verschiedenen Gesichtspunkten interessant.“ – Dipl.-Ing. (FH) Michael Krüger, Leiter Anwendungstechnik, C. Otto Gehrckens GmbH & Co. KG

„Nur mit der richtigen Kombination aus Werkstoff, Dichtungslösung und Fertigungstechnik sind die heutigen Anforderungen an statische Hochleistungsdichtungen beherrschbar.“ – Ing. Ralf Möller, Geschäftsführer, Möller Metalldichtungen GmbH [...]

Oliver Zach (SGL CARBON GmbH), Dipl.-Ing. (FH) Wolfgang Abt (KLINGER GmbH), Michael Zettler (Victrex Polymer Solutions), Dipl.-Ing. (FH) Michael Krüger (C. Otto Gehrckens GmbH & Co. KG), Ing. Ralf Möller (Möller Metalldichtungen GmbH)

Schmalrandige Dichtungen treten millionenfach bei Verschraubungen auf. Obwohl diese Schraubverbindungen schon seit vielen Jahrzehnten im Einsatz sind, gibt es immer wieder Probleme in verschiedenen Anwendungsbereichen, weil diese Dichtverbindungen im Grunde ganz spezifische Anforderungen stellen.

Die häufigsten Anwendungen findet man in der Haustechnik, speziell in der Wasserund Gasversorgung, und neuerdings auch bei Solarkollektoren, die über Verschraubungen mit dem Rohrsystem verbunden sind. Reicht bei Wasser dabei der Temperaturbereich nur bis ca. 85 °C, so können die Temperaturen des Wärmeträgermediums 180 °C bei Kollektoren durchaus erreichen. Darüber hinaus sind im Anlagen- und Maschinenbau Versorgungsleitungen für Wasser, Stickstoff, Sauerstoff, Brenngase, aber auch Öl und Heiz- bzw. Kühlmedien oft durch Verschraubungen angeschlossen. Flachdichtende Verschraubungen sind demnach den unterschiedlichsten Medien, Temperaturen und Belastungen ausgesetzt. [...]

Norbert Weimer (KLINGER GmbH)

Moderne Komponenten tragen z.T. hohe Effizienzpotenziale in sich – wie das Beispiel des optimierten Designs eines Wasserdesinfektionssystems zeigt.

Die patentierten DiaCell®-Module von Adamant Technologies enthalten empfindliche BDD/Si-Elektroden und sind entsprechend druckresistent. Sie werden, abhängig von der jeweiligen Anwendung, aus speziellen Kunststoffen gefertigt (PP, PMMA, PPS, PVDF usw.). Mehrere Konfigurationen sind dabei möglich: mit oder ohne Abtrennung (Membran oder Diaphragma) oder mit bipolaren Elektroden. DiaCell®-Zellen können im Bipolarmodus zu Multi-Kammern (von 1 bis 4 Kammern) gestapelt werden. Das Modul kann mit einemverstellbaren Elektrodenabstand von 1 bis 10 mm betrieben werden. Die Durchflussrate des Elektrolyten beträgt 300 bis 1.000 l/h pro Kammer. Das Hauptziel von Angst+Pfister bestand darin, ein robustes Produktdesign zu entwickeln, das allen Belastungsverhältnissen standhält – sowohl beim Betrieb der Prototypen als auch in der Serienproduktion. Eine der Hauptaufgaben lag darin, bei jeder möglichen DiaCell®-Konfiguration die Stabilität des Gehäuses, inklusive Wasserdichtheit, sicherzustellen – und zwar im Langzeitbetrieb. Dabei mussten viele Aspekte detailliert analysiert werden, z.B. die optimale Dimensionierung des Gehäuses für die Elektrodenelemente oder die Wahl der geeigneten Dichtelemente zwischen den einzelnen Gehäusekomponenten und Elektroden. [...]

Dr.-Ing. Robert Eberlein, Laurent Pupunat PhD (Angst+Pfister AG)

Wenn über das Thema „Beständigkeit“ geredet wird, ist die Gefahr für Missverständnisse groß, was an den unterschiedlichen Betrachtungsweisen liegt. Grundsätzlich sollten aber auf keinen Fall die anwendungstechnischen Gesichtspunkte bei der Prüfung vernachlässigt werden.

So banal die Frage nach der Beständigkeit klingt, so schwierig ist es, sie allgemeingültig für alle O-Ring-Anwendungen zu beantworten. Dies liegt an den drei möglichen Ansätzen, diese Frage zu beantworten:

Aus anwendungstechnischer Sicht muss der O-Ring über ein vorgegebenes Zeit/ Temperaturkollektiv hinweg die Einwirkung aller umgebenden Medien überstehen, ohne dass er eine Leckage verursacht.

Der werkstofftechnische Idealfall ist, dass die Umgebungsmedien die Lebensdauer des O-Rings gegenüber der Lebensdauer in Luft nicht signifikant verkürzen dürfen In diesem Beispiel erzeugen die Getriebeöle 2 und 3 am Dichtungswerkstoff nach Einlagerung erheblich höhere Änderungen der Eigenschaften als in Luft, während die Getriebeöle 1, 4 und 5 keine erheblich höheren Änderungen erzeugen.

Spezifikationstechnisch gilt: Wird ein vorgegebenes Grenzkriterium erreicht, ist der Werkstoff gegen das betreffende Medium beständig. [...]

Dipl.-Ing. Bernhard Richter (O-Ring Prüflabor Richter)

Die aktuelle Variante der Ringraumdichtung Varia in geteilter Druckplatten- Ausführung ist speziell für den nachträglichen Einbau konzipiert. Sie eignet sich wie die geschlossenen Versionen der Varia-Dichtungen sowohl als vorübergehender Blindverschluss gegen nicht drückendes Wasser als auch als abdichtende Einzeldurchführung gegen drückendes Wasser. Der Einsatzschwerpunkt der mit weichem Gummi versehenen Dichtungen liegt bei Hauseinführungen mit Kunststoffrohren. Die geteilte Varia 1.0 DN 100 steht für Kernbohrungen bzw. Mauerhülsen von 100 mm Durchmesser zur Verfügung. Sie dichtet den Ringraum zu Medienrohren AD 20, 25, 32, 40, 50 und 63 mm ab.

Beide Produkte bieten hohe Flexibilität auch beim nachträglichen Einbau und sind dabei zuverlässig druckdicht bis 1 bar. [...]

PSI Products GmbH

Pumpen und Armaturen in verfahrenstechnischen Prozessen stehen besonders im Fokus der Instandhaltung und sind bei Auslieferung mit optimalen Einbauräumen für Spindeldichtsysteme ausgestattet. Doch was passiert bei längerer Betriebsdauer? Den kompakten Dichtsystemen fehlt die notwendige radiale Ausdehnung, um Scharten und Verzüge auszugleichen.

Die Packungsschnur 1303-FEP ist eine verwechslungsfreie und kostengünstige Lösung zur Aufarbeitung älterer Armaturen in allen Industriezweigen. [...]

Garlock GmbH
Be- und Verarbeitung:

In der Praxis stellen die Viskosität und Elastizität von TPE die Spritzgieß-Verarbeiter vor einige Hürden. Das gilt insbesondere bei Chargenwechseln. Darüber hinaus ist – gerade bei Mehrkavitätenwerkzeugen – ein Prozess in engen Toleranzen oft ein stetiges Anpassen der Maschine, ohne das Füllverhalten der Kavitäten wirklich zu beherrschen. Die Lösung ist hier eine Werkzeuginnendruckmessung, mit der die Voraussetzungen für eine Null-Fehler-Produktion geschaffen werden, was z.B. bei der Fertigung von Dichtungsteilen für die Solarindustrie wichtig ist.

Das Anwendungsbeispiel für diesen neuen Produktionsprozess ist ein TPE-Dichtungsteil für die Elektroversorgung einer Solaranlage. Es dichtet die Kabelführung des Solarmoduls nach außen ab und muss daher in hohem Maße witterungsbeständig sein. Das Dichtungsteil wiegt 0,39 g und besteht aus Santoprene 101-64. Der Shore-Grad liegt bei 64 Shore A. Mit diesem „Langläufer“ kann eine Produktionsmenge von bis zu 30 Mio. Stück pro Jahr erreicht werden. [...]

Guido F. R. Radig (Boida Kunststofftechnik GmbH)

Ein zentraler Aspekt bei der Herstellung von Rotorblättern für Windenergieanlagen ist das Mischen und Auftragen von Epoxydharzen und Polyurethanen zum Verkleben der Flügelhalbschalen und zum Einkleben innerer Stegkonstruktionen. Viele große Hersteller setzen dafür die Mehr-Komponentensysteme von Tartler ein. Seit einiger Zeit hält nun eine neue Generation von Hochleistungsklebstoffen Einzug in die Rotorblatt-Produktion: Im Gegensatz zu den bisher eingesetzten gefüllten Epoxies und Polyurethanen kommen diese Klebstoff-Typen ohne mineralische Füllstoffe aus. Neben verbesserten Klebeeigenschaften lassen sie sich genauer dosieren und applizieren. Das kommt nicht nur den Automatisierungsbestrebungen der Hersteller zugute, sondern ermöglicht beim Verkleben auch Materialeinsparungen von bis zu 30%.

Die Anlagen werden speziell auf die Bedürfnisse des Kunden und dessen Applikationen abgestimmt. Neue Klebstofftypen bieten Materialeinsparungen bis 30%. [...]

Tartler GmbH
Flüssigdichtungen:

Der richtige Verguss von Wechselrichtern für Photovoltaikanlagen ist ein komplexes Thema. Ein modernes Anlagenkonzept und ein hoher Grad an Prozessüberwachung ermöglichen dem Anwender eine bessere Produktivität und Qualität seiner Produkte, um seine Marktstellung weiter ausbauen zu können.

Die viel diskutierte Umstellung auf nachhaltige, erneuerbare Energiequellen erfordert grundlegende Veränderungen in der heutigen Energiewirtschaft. Eine echte Alternative zur konventionellen Stromgewinnung bietet die Photovoltaik-Technologie. Als Photovoltaik wird die direkte Umwandlung von Sonnenenergie in elektrische Energie mittels Einsatz von Solarzellen bezeichnet. Hier kommen Wechselrichter zum Einsatz, die den gewonnenen Gleichstrom in Wechselstrom umwandeln. Bei der Transformation von Gleich- in Wechselstrom entsteht Wärme, die an die Umgebungstemperatur abgegeben wird, um eine möglichst lange Lebensdauer des Wechselrichters zu gewährleisten. Vor dem Hintergrund, eine kontinuierliche und dauerhafte Wärmeableitung und somit einen starken Schutz elektronischer Bauteile gegen Umwelteinflüsse zu garantieren sowie den Wirkungsgrad zu erhöhen, werden die Wechselrichter mit wärmeleitfähigen Reaktionsgießharzen vergossen. [...]

Markus Rieger (BARTEC Dispensing Technology GmbH)

Bei dem effizienten und qualitativ hochwertigen Verguss von Elektronikbauteilen bis hin zu Solarzellenabdeckungen spielt die richtige Kombination von Gießmassen- System und Verarbeitungstechnik eine entscheidende Rolle.

Um elektronische Bauteile, wie z.B. LED, Relais, Transformatoren, Platinen oder Sensoren vor Feuchtigkeit, Staub, Korrosion sowie äußeren mechanischen, chemischen und thermischen Einflüssen zu schützen, benötigt man eine gute Versiegelung. Hierbei kommt es auf die richtigen Verguss- Systeme, aber auch die effiziente Verarbeitung an. Vor diesem Hintergrund wurde mit FERMADUR® ein kalt härtendes 2K-Verguss-System für die Herstellung von harten über weichen bis hin zu gelartigen Vergussprodukten auf Polyurethanbasis entwickelt, das mithilfe der FIP (Formed-in-place)-Technologie direkt auf oder in das Bauteil eingebracht wird und dort ausreagiert. Es besteht aus einem Basis-Harz (A-Komponente) und einem Härter (B-Komponente), die in einem vorgegebenen Mischungsverhältnis miteinander vermischt werden. Dabei bildet sich eine blasenfreie Vergussmasse aus, die stabil gegen störende Umwelteinflüsse, wie Feuchtigkeit, UV-Strahlung, Staub, mechanische Einflüsse und Temperatur, ist. [...]

Peter Fischer, Carsten Broich (Sonderhoff Holding GmbH)

Bei der Applikation von Dichtraupen, auch formed in-place foam gaskets (FIPFG) genannt, werden bisher fast ausschließlich Niederdruck- Dosiermaschinen eingesetzt. Mit speziell angepasster Maschinentechnik kommt die Hennecke GmbH Verarbeitern entgegen, die bei der Herstellung von FIPFG verschiedene Prozessschritte effektiv und unter Berücksichtung einer synchronisierten Zykluszeit kombinieren möchten.

Die Applikation von Dichtraupen unter Verwendung der Hochdruck- Technologie ist mehr als eine Alternative zur Niederdruck-Technik – insbesondere dann, wenn eine Kombination verschiedener Verfahren erforderlich oder gewünscht ist. [...]

Hennecke GmbH

Viele Kunststoffspritzgussteile benötigen heute eine Dichtung, um ihre Funktion zu erfüllen, somit wird die Verkettung von Spritzguss- und Dichtungsschäumanlagen zukünftig immer wichtiger. Vor diesem Hintergrund wurde das MOLD’n SEAL-Verfahren entwickelt. Hierbei handelt es sich um eine INLINE-Verarbeitung von spritzgegossenen Bauteilen mit anschließendem Direktauftrag einer Polyurethandichtung im FIPFG (formed in place foam gasket) – Verfahren.

Das neue MOLD’n SEAL-Verfahren eröffnet eine kostensparende Alternative durch intelligente Prozesstechnik bei gleichzeitiger Platzeinsparung. [...]

Sonderhoff Holding GmbH
Werkstoffe:

Anspruchsvolle Anwendungen sind die Domäne von Werkstoffen auf Basis von PTFE. Insbesondere im Bereich speziell geforderter Zulassungen, hoher Reinheit und Langlebigkeit gibt es häufig keine Alternative zu PTFE und PTFE-Compounds. Für eine maßgeschneiderte Systemlösung muss aber nicht nur der Werkstoff gesondert betrachtet werden. Auch endproduktgerechte Fertigungsprozesse bzw. werkstoff- und funktionsgerechtes Design sind weitere Erfolgsfaktoren. Nachfolgend wird das Zusammenwirken dieser Faktoren vor dem speziellen Hintergrund optimaler Oberflächen und minimalem Partikeleintrags in das zu handhabende Produkt beschrieben.

Speziell im Medizin- und Lebensmittelbereich müssen nicht nur die gesetzlichen Vorgaben, sondern auch das Anforderungsprofil bezüglich Qualität und Beschaffenheit eines Produktes erfüllt werden. Eine besondere Rolle spielen hier die hygienischen Bedingungen bei der Produktherstellung. Aus diesem Grund darf bereits bei der Festlegung des Produktdesigns das spätere Fertigungsverfahren nicht außer Acht gelassen werden, da auch hierbei die Möglichkeit besteht, Einfluss auf die Oberflächenbeschaffenheit eines Produktes auszuüben. Seitens der Werkstoffcharakteristik zeichnet sich PTFE bei dieser Art von Anwendung vor allem durch das antiadhäsive Verhalten aus. Da im Medizin- oder auch im Lebensmittelbereich vor allem die Bildung von Biofilmen unterbunden werden sollte, muss dafür Sorge getragen werden, dass ein Fertigungsverfahren festgelegt wird, bei welchem eine intakte Werkstoffstruktur realisiert werden kann. [...]

>> Teil 1

Dipl.-Ing. Katja Widmann, Dr. Michael Schlipf (ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH)

Der Trend in der modernen Fahrzeugindustrie geht dahin, aus kleineren Motoren mehr Leistung zu erzielen. Dafür werden Turbolader oder andere Technologien eingesetzt, die extrem hohe Abgastemperaturen erzeugen. Bei manchen Anwendungen erreichen Dichtsysteme schnell die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit – sowohl in thermischer als auch in mechanischer Hinsicht. Deshalb werden neue Dichtungssysteme gebraucht. Federal-Mogul hat mit den neuen HTA-Legierungen und der Hochtemperatur-Beschichtung HTC (HTA = High Temperature Alloy; HTC = High Temperature Coating) eine kostengünstige und schon bewährte technische Lösung für diese Anforderungen entwickelt.

HTA-Dichtungen sind in unterschiedlichen Spezifikationen erhältlich, die den individuellen thermischen und mechanischen Anforderungen von Turboladern, Abgaskrümmern, Katalysatoren und AGR-Dichtstellen entsprechen. [...]

Federal-Mogul Corp.
Dichtungstechnik Allgemein:

Gefälschte Dichtungen führen nicht nur zu direkten Kosten, sondern können auch das Image eines Maschinen- und Anlagenbauers empfindlich beschädigen. Kommen sie als Ersatzteile zum Einsatz, wurde meist am falschen Ende gespart. Ein fälschungssicheres Kennzeichnungsverfahren bietet die Gewissheit, die richtigen Dichtungen im Einsatz zu haben.

Mit dem fälschungssicheren safe®-Verfahren können künftig alle Simrit Elastomerbauteile, wie Simmerringe, Dichtungen, Membranen und Elastomerverbundteile, markiert werden. Mit dem zum Patent angemeldeten Verfahren ist es erstmals möglich, auch für Elastomerbauteile die Sicherheitsvorteile der Produktkennzeichnung anbieten und nutzen zu können. Damit werden die Rückverfolgbarkeit, eine Werkstoffidentifikation sowie Garantieabsicherungen und Schutz vor Falsifikaten nun auch im Dichtungsbereich möglich. Diese Produktkennzeichnungen schützen vor allem auch Maschinenund Anlagenhersteller vor unberechtigten Ansprüchen. Denn es zeigt sich, dass die Ersatzteilbeschaffung und Verwendung von Nachahmerprodukten durch die Betreiber erhebliche Risiken für Maschinenhersteller bedeuten, wenn keine Originalteile verwendet werden. [...]

Dr. Ulrich Frenzel (Freudenberg Simrit GmbH & Co. KG)

Die aktuelle CO2-Diskussion ist eines der zentralen Themen unserer Zeit. Sie wirft komplexe Fragestellungen zu Ursache-Wirkungsbeziehungen von anthropogenen Umwelteinflüssen auf. So werden Energieeinsparung, Ressourcenschonung und Emissionsreduktion zu immer wichtigeren  Wettbewerbsfaktoren für die Industrieunternehmen entlang der Wertschöpfungskette – inkl. der Zulieferer von Maschinenelementen wie Dichtungen. Was bedeutet nun eine Ökobilanz für Dichtungen? Ein Praxisbeispiel für Radialwellendichtungen (RWDR) aus der Automobilanwendung zeigt die zentralen Aspekte.

Die Grundlage der Ökobilanz bildet ein generisches Modell der Wertschöpfungskette von Radialwellendichtungen, beginnend bei der Herstellung der Rohstoffe, dem dabei anfallenden Verbrauch an Rohstoffen und Energie durch die entsprechenden Methoden, über die Nutzung der Produkte bis hin zur Verwertung oder Entsorgung. Hinzu kommen auch die entsprechenden Transportprozesse zwischen den einzelnen Phasen. [...]

Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Guth (Hochschule Esslingen)

Dichtungen gehören zu den komplexen Komponenten eines Flugzeuges und kommen in strategisch wichtigen Baugruppen zur Anwendung – von Flügel- und Triebwerkskomponenten bis zu den Frontscheiben des Cockpits. Diese Dichtungen müssen extremer Witterung, Luftströmen und hohen Temperaturschwankungen dauerhaft widerstehen. Wiederum andere Dichtungen sind konstanter Degradation durch Flugbenzin und anderen Chemikalien ausgesetzt, die im Flugzeugbau und -betrieb zur Anwendung kommen. Ein gutes Beispiel sind Dichtungen, die an Landeklappenverkleidungen zum Einsatz kommen und den Klappenmechanismus von Verkehrsflugzeugen schützen.

Für OEM ist die Wahl des richtigen Partners zur Fertigung effektiver Dichtungen entscheidend. Hierbei müssen Hersteller von Dichtungen und Materialien drei Kriterien erfüllen: Der Partner muss eine weltweite Präsenz vorweisen können und die zu entwickelnden Verbundstoffe müssen die weltweit gültigen Standards dieses Sektors erfüllen. Der Partner muss Stärken in Forschung und Entwicklung besitzen, um maßgeschneiderte Lösungen für eine Vielzahl technischer Anwendungen bieten zu können. Der Luftfahrtsektor erfordert Großprojekte, sodass der Partner mit erheblichen finanziellen Ressourcen ausgestattet sein sollte. Bei Dichtungen liegen zwischen der ersten Kaufanfrage und der finalen Produktionsphase oft bis zu fünf Jahre. Daher ist die Kooperation zwischen Hersteller und Anbieter auch eine Risikopartnerschaft. [...]

Saint-Gobain

Dichtungen sind wichtige Bauteile aller technischen Systeme – von Autos genauso wie von Küchenmaschinen, Raumfähren, Fahrradventilen, Kern- und Windkraftwerken, Wasserhähnen, Werkzeugmaschinen oder verfahrenstechnischen Anlagen. Trotzdem werden sie in der Forschung, der Lehre und allzu oft auch in der Praxis sträflich vernachlässigt. Ob dies aus Nachlässigkeit oder fehlendem Wissen geschieht, sei dahingestellt. Fakt ist – gleichgültig ob Entwickler, Konstrukteur, Fertiger, Monteur, Betreiber, Instandhalter, Einkäufer oder Qualitätssicherer – ohne fundiertes dichtungstechnisches Grundwissen geht es nicht. [...]

>> Übersicht der Teile 1 bis 12

Professor Dr.-Ing. habil. Werner Haas (Institut für Maschinenelemente der Universität Stuttgart)
Klebetechnik:

Als relativ neues Produkt der Klebstoffindustrie werden LED-Lampen mit dem Ziel weiterentwickelt, Quecksilberdampf-Lampen – den Industriestandard seit mehr als 25 Jahren – zu ersetzen. Die Entwicklung von LED-Lampen wird durch die Erwartungen von niedrigeren Betriebskosten und umweltfreundlichen Eigenschaften vorangetrieben. Experten sagen voraus, dass LED-Lampen langfristig das Feld der lichthärtenden Klebung beherrschen werden. Wie bei jeder neuen Technologie sind aber auch hier Mythen entstanden, die schnell zu suboptimalen Ergebnissen führen können – Teil 2 folgt in DICHT! 02-2011.

Mythos Nr. 1 – LED-Lampen können Quecksilberdampflampen in den meisten Aushärtungsprozessen nahtlos ersetzen

Mythos Nr. 2 – Man kann LED-Lampen und lichthärtende Materialien aufgrund von Datenblatt-Spezifikationen und Website-Informationen auswählen

Mythos Nr. 3 – Die Klebeleistung ist ähnlich, egal ob man eine LED oder eine konventionelle Lampe als Lichtquelle verwendet

Mythos Nr. 4 – UV-LED-Lampen härten Formulierungen am besten aus, wenn die Wellenlängenspitze bei 365 nm liegt [...]

>> Teil 2

Gary A. Zubricky, Nadine Bläsing (DYMAX Europe GmbH)
Mess- und Prüftechnik:

Um einen statistisch abgesicherten Nachweis einer Bauteilzuverlässigkeit zu führen, müssen sehr viele Bauteile getestet werden. Dabei gilt, je mehr Bauteile getestet werden, umso belastbarer ist das Testergebnis. Andererseits gilt auch, je komplexer das Bauteil ist und je mehr unterschiedliche Ausfallmechanismen es gibt, umso größer ist der Versuchsaufwand. Dieser lässt sich zwar verringern, doch wo setzt man an? – Ein Überblick.

Es sind verschiedene Methoden bekannt, um den Aufwand für einen Lebensdauernachweis zu verringern. Weil die gesamte Testzeit für den Lebensdauernachweis von der Anzahl der Teile und der Testzeit pro Teil abhängt, ist es möglich, hier anzusetzen, um den Aufwand zu reduzieren. [...]

Dipl.-Ing. Benjamin Klein, Prof. Dr.-Ing. habil. Werner Haas, Prof. Dr.-Ing. Bernd Bertsche (Universität Stuttgart IMA (Institut für Maschinenelemente)
Formteile/Profile:

Bislang wurde PVC Kantenschutz lediglich mit Metalleinlagen produziert. Eine Neuentwicklung der AP-Dichtungstechnik ermöglicht jetzt einen PVC-Kantenschutz oder TPE-Kantenschutz mit Kunststoffeinlage. Dabei wird ein Kunststoffträger mit PVC oder alternativ mit TPE ummantelt. Diese technische Weiterentwicklung bei Kantenschutzdichtprofilen ermöglicht geschäumte TPE Aufsätze auf dem Kantenschutz als COEX-Profil.

Die Vielzahl der möglichen Profilanwendungen dieser Systemlösung wird sich durch neue TPE-Compounds erweitern. Durch neue Verbindungstechniken lassen sich TPE Kantenschutzprofile fachmännisch auch als Rahmen oder zum Ring anfertigen. [...]

Achim Pellen Dichtungstechnik GmbH
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