Aktuelles / Entwicklungen - Maschinen und Anlagen

09.08.2018
Alternative zum manuellen Dichtmittelauftrag

Der JetStream Cartridge-Dispenser von Nordson ermöglicht Luft- und Raumfahrt-Herstellern die effiziente Applikation von Dichtmitteln aus vorgemischten Cartridges und ist u.a. dort eine Alternative wo bisher manuell gearbeitet wurde.

Der Dispenser ergänzt die vorhandene Sealant Equipment Produktlinie von Nordson für die Fertigungs- und Montagelösungen in der Luft- und Raumfahrt. Das System verspricht Qualitäts-, Zeit- und Kostenvorteile überall da, wo zum Abdichten von Tragflächenholmen, Panels, Rumpfkomponenten, Flugzeugtüren o. Ä. der Dichtmittelauftrag bislang von Hand geschieht. Ein manueller Raupenauftrag ist naturgemäß ungleichmäßig und erfordert häufig Nach- und Reinigungsarbeiten. Zudem wird i.d.R. mehr Material aufgetragen, als es die Spezifikation erfordern würde, um sicher innerhalb der Toleranzen zu bleiben. Die Automatisierung mit dem JetStream Cartridge Dispenser in Verbindung mit einem Industrieroboter sichert selbst auf unregelmäßigen und komplexen Profilen einen gleichmäßigen Auftrag und höchste Qualität. Ein integriertes volumetrisches Dosierventil macht Schläuche für die Materialzufuhr überflüssig und erhöht die Präzision. Die einmal eingestellte Materialmenge wird schnell und exakt nach den Vorgaben der Spezifikation in nur einem Arbeitsgang aufgetragen. Das System, das auch für die A-Elemente-Beschichtung (A-Dimension Covering), bei der Abdeckung (Doming) von Befestigungselementen oder dem Auftrag von kleinen Raupen zur Fugenabdichtung eingesetzt werden kann, erhöht so Produktionsgeschwindigkeit und Produktivität und senkt Konstruktionsgewicht und Materialkosten. Es überwacht eine Reihe von Parametern, um volle Prozesskontrolle zu gewährleisten. Dazu zählen der Füllstand in der Kartusche, der zeitliche Ablauf der Prozessschritte, Temperatur und Konsistenz der Dichtmasse, der Druck für eine gleichmäßige Raupenbildung und die Ventilstellung für die Ermittlung des System-Status und den automatischen Cartridge-Auswurf. Ein präzises Kolbendichtungs-Design ermöglicht die restlose Entleerung der Cartridge und einen wirtschaftlichen Materialeinsatz. Die leere Kartusche wird automatisch ausgeworfen und das System in Bereitschaft für die Aufnahme einer neuen Kartusche versetzt. Die Bestückung erfolgt sekundenschnell durch eine gut zugängliche Klappe in der Gehäusevorderseite. Dabei verzeiht die Halterung Abweichungen von den Normmaßen der Kartuschengehäuse, wie sie immer wieder vorkommen. Insgesamt verhilft die Konstruktion so zu einer Minimierung der Umrüst- und Stillstandszeiten. Drei Applikator-Ausführungen stehen für den Dispenser zur Verfügung und machen das System vielseitig: ein Bürsten-Applikator für das Auftragen und Verteilen von Primern, ein reinigungsfähiger wiederverwendbarer Dichtmittel-Applikator für den Auftrag von Dichtmitteln (SA-Version) sowie ein Dichtmittel-Applikator mit Einweg-Flüssigkeitsteil für einen „EZ“-Wechsel. Ein automatisiertes Werkzeugwechselsystem erlaubt den Applikator-Austausch im laufenden Betrieb und maximiert die Flexibilität und Vielseitigkeit des Dispensers ebenso wie die Vielzahl der zur Verfügung stehenden Düsen.

Nordson Deutschland GmbH, JetStream Cartridge-Dispenser.
Nordson Deutschland GmbH, JetStream Cartridge-Dispenser.
08.08.2018
Recycling-Aufwand vermeiden

Damit, z.B. bei der Fertigung von Spezialdichtungen, Angüsse und Produktionsabfälle nicht mehr recycelt werden müssen, hat DESMA hat den temperierten ITM-Topf Zero Waste entwickelt.

ITM (Injection Transfer Moulding) ist in der Elastomerverarbeitung ein etabliertes Verfahren. Inzwischen wurde es vielfach verfeinert und weiterentwickelt. Die Vorteile bleiben: Es kann eine hohe Anzahl an Formnestern auf der Werkzeugplatte untergebracht werden, außerdem liefert der Prozess präzise Teile mit hoher Wiederholbarkeit. Allerdings ergeben sich, bedingt durch die Werkzeugkonstruktion, zum Teil erhebliche Angüsse. Gerade bei hochpräzisen kleinen Teilen aus teuren Materialien, wie etwa Spezialdichtungen, können diese Angüsse erhebliche Kosten verursachen. In solchen Fällen lohnt sich häufig ein aufwändigeres Werkzeug, das Abfälle durch Direktanspritzung gar nicht erst entstehen lässt. Bei dem temperierten ITM-Topf Zero Waste sorgt ein temperierter Verteilertopf mit hydraulisch betätigten Verschlussnadeln für eine punktgenaue und immer exakt gleiche Befüllung der Kavitäten. Durch Direktanspritzung können Präzisionsartikel ohne Verluste durch einen Anguss in hohen Stückzahlen produziert werden. Die Produktion kann mit dieser Technologie komplett abfallfrei betrieben werden. Außerdem kann die Nachbearbeitung der Teile ausnahmslos entfallen. Der Prozess besteht aus drei Phasen: Zunächst wird das Elastomer in den Topf eingespritzt. Noch ist kein Druck auf der Schließeinheit. Der temperierte Topf öffnet sich und das Material füllt ihn. Die Schließeinheit wird geschlossen und das Elastomer wird in die Kavitäten transferiert. In der dritten Phase schließen sich die Düsen. Die Teile können anschließend angussfrei entnommen werden. Da sich die Materialverteilung natürlich ausbalanciert, sind bei der Füllung der Kavitäten keine weiteren Einstellarbeiten nötig. Durch die gute Steuerbarkeit und die einfache Handhabung lässt sich der Zero Waste in eine automatisierte Produktion integrieren.

03.08.2018
Neues System für Mikrospritzguss

Auf der Fakuma stellt KraussMaffei u.a. die PX 25 vor, die mit ihrer Schließkraft von 250 kN für Artikel mit kleinem Schussgewicht geeignet ist. Gezeigt wird dies an einem Dichtungsring aus Flüssigsilikon (LSR) mit filigranem Hinterschnitt und 0,15 g Gewicht in einer Zykluszeit von 14 s.

Hierfür wurde eigens eine neue Plastifizierung mit 12 mm dünner Schnecke entwickelt und durch eine federbelastete Rückstromsperre ergänzt. Unterhalb der freitragenden Schließe gibt es Raum für die benötigte Vakuumpumpe oder ähnliche Peripheriegeräte. Innerhalb der Standardeinhausung der PX 25 lässt sich mithilfe der Automationslösung der gesamte Prozess, inklusive Entnahme und Bauteilablage, unterbringen. Der Angusspicker SPX 10 ist vor allem für niedrige Raumhöhen (wie im Reinraum) und über eine Klappachse auch für Entnahmeszenarien geeignet – sogar bei Mehrkavitätenanwendungen. Die KraussMaffei-Automation steuerte auch die filigranen Präzisionsgreifer bei, die nötig sind, um die winzigen Teile zu entnehmen. Ganz im Zeichen von Industrie 4.0 können Besucher am KraussMaffei-Stand die Anwendung mittels einer HoloLens betrachten, die alle wesentlichen Einrichtungsfunktionen an Maschine und Werkzeug visualisiert.

Fakuma: Halle A7, Stand 7303

KraussMaffei AG, PX 25.
KraussMaffei AG, PX 25.
30.07.2018
Optimierte Dosierleistungen für H/EV-Batterietechnologie

Mit der Kombination der Materialförderung DPS mit dem statischen Mischsystem Duplex+  Multi-String© bietet bdtronic eine Lösung für die EV- und HEV-Batterieproduktion. Ein System aus einer Materialaufbereitung für jede Komponente und zwei oder mehr statischen Mischsystemen nebeneinander erlaubt eine kontinuierliche Förderung und ein hohes Dosiervolumen.

Bei der Fertigung von Batteriesystemen für H/EV(Hybrid- und Elektro)-Fahrzeuge kommen große Mengen von Wärmeleitpasten zum Einsatz. Diese sorgen für eine effektive Wärmeableitung und ein optimales Temperaturmanagement. Der Auftrag dieser hochviskosen Materialien stellt besondere Anforderungen an die Materialaufbereitung und -förderung sowie die Dosiertechnik. Zum einen werden hohe Dosiervolumen benötigt. Das Materialfördersystem Drum Preparation System (DPS) ist für die Verarbeitung aus großen Gebinden geeignet. Es ermöglicht längere Produktionszeiten und weniger häufige Gebindewechsel. Ein sicherer Wechselprozess mit automatischer Entlüftung stellt minimale Stillstandszeiten sicher. Dank einer Schutzumhausung genügt die Anlage den höchsten Sicherheitsanforderungen. Zum anderen wird ein robustes und gleichzeitig präzises Dosiersystem benötigt. Die Schwierigkeit beim Auftragen von Wärmeleitpasten besteht darin, dass diese oft stark gefüllt und höchst abrasiv sind. Für gleichbleibende Produkteigenschaften muss beim Dosieren von Wärmeleitpaste das Sedimentieren von Füllstoffen verhindert werden. Das statische Mischsystem Duplex+  Multi-String© eignet sich, um hochviskose und abrasive Pasten zu fördern und genau zu dosieren. Das System im Video <https://www.youtube.com/watch?v=Gj3kFc9gXYU>

bdtronic GmbH, DPS+Duplex+ Multi-String©.
bdtronic GmbH, DPS+Duplex+ Multi-String©.
11.07.2018
Klebstoff manuell mit hoher Qualität auftragen

Der ergonomisch optimierte Handapplikator Bonder X von Atlas Copco eignet sich für Anwendungen im Karosserierohbau, für Nahtabdichtungen oder allgemein für die Nacharbeit.

Das Werkzeug ist optimal ausbalanciert und leichter als seine Vorgängerversionen. Insbesondere sei der Griff deutlich ergonomischer konstruiert, so das Unternehmen.  Zudem sind ein zusätzlicher Stützgriff vorhanden sowie ein pneumatischer Abzug, der weniger Druck erfordert. Das neue Design verbessert einerseits die Qualität der Kleberaupe, weil der Auftrag viel leichter zu kontrollieren und hierdurch präziser ist. Andererseits beugen die Verbesserungen Ermüdungserscheinungen des Bedieners vor. Auch die Ventiltechnik wurde überarbeitet, sodass der unerwünschte "Hammerkopf" am Anfang der Kleberaupe deutlich verringert wird und die Präzision insgesamt zunimmt. Dadurch ist weniger Nacharbeit erforderlich, was die Produktivität steigert. Für gute Zugänglichkeit und weniger Belastung des Bediener-Handgelenks sitzt der Materialschlauch am Bonder X an einem drehbaren Gelenk. Der Anschluss für die Materialzufuhr lässt sich in drei Stellungen fixieren: oben, unten und seitlich. Dadurch ist der Schlauch dem Bediener bei der Arbeit weniger im Weg. An einer Halterung an der Oberseite kann das Werkzeug an einem Balancer aufgehängt werden, was den Mitarbeiter ebenfalls entlastet. Ein spezieller Hitzeschutz reduziert das Risiko von Verletzungen. Die unter dem Kürzel HAK vertriebenen Handapplikatoren werden durch die Bonder-X-Serie ersetzt. Anwender, die mit den manuellen Auftragssystemen HAK 700 oder HAK 400 von SCA arbeiten, können diese Applikatoren einfach gegen den Bonder X austauschen.

Atlas Copco IAS GmbH, Bonder X.
Atlas Copco IAS GmbH, Bonder X.
05.07.2018
Neue Spritzpistole für hochviskose Materialien

Mit der EcoGun AS MAN 1AF erweitert Dürr sein Sortiment in der Applikationstechnik um eine weitere manuelle Spritzpistole. Das druckunterstützte Fließbecher-System eignet sich insbesondere für den Auftrag dickflüssiger und thixotroper Beschichtungsmedien, da es auch bei hoher Viskosität ein feines Spritzbild erzielt.

Zerstäubung ist ein wesentlicher Faktor für ein hochwertiges Auftragsergebnis. Das erreicht die neue Spritzpistole, indem sie dem Druckbecher Druckluft mit bis zu 0,4 bar zuführt. Dadurch lassen sich auch dickflüssige Materialien applizieren. Ein Druckbegrenzungsventil stellt sicher, dass der Druck im Fließbecher-System 0,4 bar nicht übersteigt. Da die Druckgeräterichtlinie (DGRL) erst ab 0,5 bar greift, ist das Fließbecher-System davon ausgenommen. Die Applikationsgeschwindigkeit ist auch bei dickflüssigen und thixotropen Materialen hoch. Das System eignet sich somit für nahezu alle Materialien, die u.a. im Holz- und Malerhandwerk zum Einsatz kommen. Dazu zählen Lacke auf Lösemittel- und Wasserbasis, Beizen, Glasuren, Schmiermittel, Grundierungen oder Klebestoffe. Die manuelle Spritzpistole ist sehr flexibel einsetzbar, denn ihre Breit- und Rundstrahlregulierung ist stufenlos verstellbar. Dazu es gibt ein breites Spektrum an Düsengrößen. Das Fließbecher-System ist eine günstige Alternative zur Kesselpistole, da weder Pumpe noch Druckkessel nötig sind und es durch seine optimierte Arbeitsweise weniger Beschichtungsmedien verbraucht. Die Spritzpistole liegt durch ihr geringes Gewicht und ihren ergonomischen Griff gut in der Hand. Durch die vollständig vernickelte Pistolenoberfläche ist die Spritzpistole zudem leicht zu reinigen.

Dürr Systems AG, EcoGun AS MAN 1AF.
Dürr Systems AG, EcoGun AS MAN 1AF.
27.06.2018
Neuer High-Speed Dispenser mit integriertem eco-PEN

Die Essemtec AG hat auf der SMT 2018 in Nürnberg die neu entwickelte High-Speed-Dosieranlage Tarantula vorgestellt. Drei verschiedene Dispenserachsen sind Teil der Anlage – darunter ein eco-PEN von preeflow.

Die Tarantula ist eine Weiterentwicklung bereits erfolgreich eingesetzter Anlagen. Die integrierten Dosierkomponenten müssen höchste Ansprüche erfüllen, z.B. für die Auftragung von Lotpasten, Klebstoffen oder auch für Dam & Fill-Anwendungen. Nur eine einzige Maschine für alles rund ums Dosieren – das war das Ziel der Neuentwicklung, unabhängig von Anwendungsgebiet, Material oder Menge. Die Tarantula ist eine vollautomatisierte Anlage, die einzeln verwendbar ist, aber auch in eine Fertigungslinie integriert werden kann.

Essemtec AG, Preeflow Tarantula/eco-Pen.
Essemtec AG, Preeflow Tarantula/eco-Pen.
22.06.2018
Mit Sprühfolie abdichten

Mit AEROSANA VISCON gibt es jetzt eine flüssige Dampfbrems- und Luftdichtungsebene von MOLL bauökologische Produkte, die man direkt auf die zu dichtenden Flächen aufsprüht. Beim Trocknen verwandelt sich die Acryldispersion dann in eine strapazierfähige, nahtlose und elastische Schutzschicht.

Als Untergründe kommen alle bauüblichen Oberflächen wie unverputztes Mauerwerk, poröse Plattenwerkstoffe oder auch Bahnen infrage. Dank ihres feuchtevariablen sd -Werts eignet sich die Sprühfolie sowohl für die Luftabdichtung innen als auch für den geschützten Außenbereich. Sie ist wasserbasiert und hat im Emissionstest beste Werte erzielt. AEROSANA VISCON eignet sich nicht nur zum Abdichten in der Fläche, auch sichere Bauteilanschlüsse lassen sich problemlos herstellen. Sogar der Einsatz als Haftgrundierung auf rauen oder staubigen Untergründen ist möglich. Und wer gerade kein Spritzgerät zur Hand hat, trägt die pastöse Masse einfach mit dem Pinsel auf. Die gebrauchsfertige Acryldispersion ist ab sofort in Gebinden mit 10 l Inhalt im Handel erhältlich. Diese reichen - abhängig von Untergrund und Auftragsdicke - für eine Fläche von 10 bis 15 m2 . Beim Trocknen schlägt die Farbigkeit der Masse übrigens von blau nach schwarz um. Dann kann die Folienschicht auch überstrichen, überputzt oder mit pro clima Klebebändern überklebt werden.

MOLL bauökologische Produkte GmbH, AEROSANA VISCON.
MOLL bauökologische Produkte GmbH, AEROSANA VISCON.
18.06.2018
Leitfaden für Dosiersysteme

Um Dosier- und Auftragsprozesse bereits im Vorfeld zu optimieren sowie nachher Fehlstellen rechtzeitig zu detektieren, bietet Keyence u.a. einen Leitfaden für Dosiersysteme an.

Bei der prozesssicheren Verarbeitung von Klebstoffen und Dichtmitteln stellt sich oft die Frage, welches die richtige Messtechnik für das jeweilige Dosiersystem ist. Hier gilt es, Höhe, Breite und Volumen von Kleberaupen und Dichtraupen zuverlässig zu prüfen. Hierzu gibt der vorliegende Leitfaden wertvolle Hilfestellungen. Weitere Themen sind: Einen Dispenser exakt zu positionieren und im Abstand zu regeln sowie Materialien widerstandsfähig zu verbinden, Reklamationen zu vermeiden sowie Prüfzykluszeiten zu verkürzen und dabei Kosten einzusparen. Der Leitfaden ist hier <Link: https://www.keyence.de/landing/lpc/en_lj_18-06-11.jsp?en=1806pe&gl=12&csr=1400118 > zu finden.

Keyence Deutschland GmbH, Leitfaden für Dosiersysteme.
Keyence Deutschland GmbH, Leitfaden für Dosiersysteme.
15.06.2018
Silikonverarbeitung in fest und flüssig

Intelligente Materialien intelligent verarbeiten – dies zeigt KraussMaffei bei der Verarbeitung von Flüssig- und Feststoffsilikon.

Mit der PX 25 zeigte man auf dem Competence Forum 2018 in München erstmals eine Maschine mit 250 kN Schließkraft und zielt damit auf Artikel mit kleinem Schussgewicht, etwa in der Medizintechnik oder für Präzisionsbauteile wie Uhren, Zahnräder oder Getriebeelemente. Die gezeigte Anwendung mit nur 14 s Zykluszeit verdeutlicht das: Zu besichtigen war eine Radialdichtung aus LSR mit filigranem Hinterschnitt und nur 0,15 g Gewicht, die im Bereich des Mikrospritzgießens anzusiedeln ist. Für das Projekt wurde eigens eine neue Plastifizierung mit besonders kleiner Schnecke (Durchmesser 12 mm) entwickelt. Ein servomotorischer Angusspicker SPX 10 ergänzt die Anlage. Partner bei diesem Exponat sind die Firmen Dow Silicones (Material), ACH Solution GmbH (Werkzeug), AVR Tech Innovations GmbH (HoloLens) und gwk Gesellschaft Wärme Kältetechnik mbH. Neben LSR finden auch Feststoffsilikone immer mehr Anwendung, wie die Trends in den USA und Asien aufzeigen. Eine CX 200 produziert deshalb auf dem Competence Forum in einem Achtfach-Werkzeug eine 72 Gramm schwere Dichtmatte aus HTV. Hier kommt es zunächst darauf an, das zähe Material ohne Lufteinschlüsse zur Plastifiziereinheit zu transportieren. Diese Aufgabe übernimmt die neue Zuführeinheit AZ 50 mit Stopfdruckregelung.  Sie verarbeitet die Materialblöcke in einem rotierenden Trichter und zieht das HTV mithilfe einer sich ständig abwärts bewegenden Stopfschnecke nach unten. Über eine Rückwärtsentlüftung kann die Luft nach oben entweichen, anders als bei anderen Anlagen-Konzepten, die mit einem drückenden Kolben arbeiten, der die Luft zwangsläufig einschließt und so in den Spritzzylinder, das Werkzeug und letztlich das Bauteil einträgt. Die Maschinenfunktion APC plus sorgt für extrem gewichtskonstante Bauteile. Sie regelt den Umschaltpunkt von Einspritz- zur Nachdruckphase individuell für jeden Schuss und gleicht Viskositätsschwankungen in der Masse aus. Die für unterschiedliche Materialien spezifischen Eigenschaften sind in der Maschine in einer Datenbank hinterlegt, so wie für das niedrig viskose LSR als auch für Feststoffsilikone. APC plus regelt den Einspritzprozess passgenau auf die Anwendung und das Material aus, innerhalb vom selben Schuss.

© ISGATEC GmbH 2019