Aktuelles / Entwicklungen - Dynamische Dichtsysteme

13.02.2019
Einfach zu montieren, lange Lebensdauer

Bei der Gleitringdichtung Stasskol DynamicSeal SDG200 in Cartridge–Ausführung für Kreiselpumpen und Exzenterschneckenpumpen wird der Gleitwerkstoff auf das geförderte Medium abgestimmt, um eine optimale Lebensdauer der Dichtung zu erzielen.

Die Gleitringdichtung Stasskol DynamicSeal SDG200 in Cartridge–Ausführung kommt in Kreiselpumpen und Exzenterschneckenpumpen zum Einsatz. Typische Anwendungsgebiete sind Pumpen in der chemischen und petrochemischen Industrie, der Zellstoff- und Papierindustrie sowie der Wasser- und Abwassertechnik. Alle Komponenten der Gleitringdichtung SDG200 sind im Dichtungsgehäuse vormontiert. Das ermöglicht eine äußerst einfache Montage. Die Komponenten werden durch das Design in ihrer optimalen Einbaulage gehalten. Eine Wellenhülse verhindert, dass die Pumpenwelle beschädigt wird. Alle Bauteile wie Gleit- und Gegenringe, Nebendichtungen, Federn bzw. Gehäuse sind in allen standardmäßigen Werkstoffen nach EN12756 lieferbar. Das Design ist für den Umbau von konventionellen Weichstoffpackungen optimiert und kann individuell an die vorhandene Pumpengeometrie angepasst werden. Um Ablagerungen an den Dichtungsteilen zu verhindern und die Abfuhr der Reibungswärme zu verbessern, sind standardmäßig Spülgasanschlüsse vorgesehen. Die Dichtung ist für einen Temperatureinsatzbereich von 40 °C bis 220 °C und Drücke von 1 bis 25 bar ausgelegt.

Stasskol GmbH, DynamicSeal SDG200.
Stasskol GmbH, DynamicSeal SDG200.
15.01.2019
Per Produktfinder zur passenden Hydraulikdichtung

Der Seals-Shop von Trelleborg Sealing Solutions wurde um ein neues Online-Tool erweitert: Mit dem Produktfinder können Anwender noch leichter eine Dichtung für ihre spezielle Anwendung finden als bisher.

Die E-Commerce-Plattform für hochwertige Hydraulikdichtungen richtet sich an Kunden aus den Bereichen Reparatur, Instandhaltung und Ersatzteilgeschäft sowie an OEMs (Original Equipment Manufacturer) aus ganz Europa. Auf der Plattform Seals-Shop.com stehen mehr als 10.500 Artikel rund um die Hydraulikdichtung für den europaweiten Versand innerhalb weniger Tage zur Verfügung. Dazu gehören verschiedene Standarddichtungen wie O-Ringe, Stangen- und Kolbendichtungen sowie Dreh- und Statikdichtungen. Von einfachen Linearsystemen bis hin zu schweren Rotationsanforderungen bieten sie damit ein breites Anwendungsspektrum. Der neue Produktfinder ermöglicht es, mit wenigen Klicks Trelleborg Dichtungen zu finden, die mit denen am Markt erhältlichen Produkten anderer Hersteller vergleichbar sind. Ebenso bequem gelangen Nutzer zu Montageanleitungen und Tipps für Anwendungen aus verschiedenen Industriebereichen. Zudem erhalten sie Informationen über die Verfügbarkeit von nicht vorrätigen Artikeln. Der Seals-Shop ist in fünf Sprachen verfügbar: Außer Deutsch und Englisch lassen sich alle Funktionen auch auf Französisch, Italienisch und Spanisch nutzen.

Trelleborg Sealing Solutions, Seals Shop.
Trelleborg Sealing Solutions, Seals Shop.
17.12.2018
Mehr Produktivität in der Prozessindustrie

Die neue Rotationsdichtung von Freudenberg Sealing Technologies „Gerromatic“ ist mit einer wellenförmigen Dichtlippe ausgestattet. Dadurch kann die Dichtung einem deutlich höheren Druck ausgesetzt werden. Der sinusförmige Kontaktverlauf reduziert die Reibung, sorgt für eine Selbstreinigung und erhöht damit die Lebensdauer.

In den Anlagen der Prozessindustrie, wie z.B. in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, haben Wellendichtungen bislang meist eine rotationssymmetrische Dichtlippe, die rillenförmig an der rotierenden Welle anliegt. Dies kann im Nasslauf dazu führen, dass das Medium an der Kontaktfläche verdrängt wird: Die Dichtung läuft dann gewissermaßen trocken, was zu vermehrter Reibung und höherer Temperatur führt. Eine stärkere Reibung erhöht den Verschleiß und senkt somit die Effizienz einer Anlage. Der damit verbundene Temperaturanstieg ist, insbesondere bei temperatursensiblen Prozessmedien, unerwünscht. Wirkt zudem hoher Druck bei hohen Drehzahlen auf die Dichtlippe, – etwa durch das Prozessgut, das in einem Kessel mit unten liegendem Rührwerk auf die Dichtlippe drückt – dann kann die Lippe auf die druckabgewandte Seite umklappen, was eine unmittelbare Leckage und den Ausfall der Dichtung zur Folge hätte. Für Anwendungen im Nasslauf und Drücke bis zu 8 bar wurde deshalb die neue Rotationsdichtung entwickelt.  Die Kontaktzone der gewellten Dichtlippe ist im Wechsel zwischen flächig und linienförmig außerdem in der Lage, auch hohen Druck so zu verteilen, dass die Dichtlippe funktionsfähig bleibt. Sie liegt sicher an der Welle an und klappt über einen breiten Druckbereich nicht um. Darüber hinaus sorgt der Sinusverlauf für eine Selbstreinigung: Sollten sich kleine Partikel, etwa aus dem Prozessgut, zeitweise unter der Dichtlippe festsetzen, dann werden sie durch einen Spüleffekt rasch wieder aus der Kontaktzone herausgeschoben. Das senkt den Verschleiß und erhöht die Lebensdauer der Dichtung. Im Prüffeld stieg in einem 96-stündigen Nasslauf-Standardversuch bei 5 bar Druck und einer Umfangsgeschwindigkeit von 5 m/s die Temperatur im Vergleich zu einer Standarddichtung um 20° C weniger an. Noch eindrucksvoller ist das Leckageverhalten: Unter gleichen Bedingungen kam es über die gesamte Prüfstrecke von mehr als 1.700 km nur zu einer verschwindend geringen Leckage. Die „Gerromatic“ Rotationsdichtung steht in verschiedenen Varianten aus PTFE zur Verfügung - mit den Lebensmittelzulassungen nach EU 10/2011 und FDA sowie der pharmazeutischen Freigabe nach US-Standard USP Class VI. Der Werkstoff zeichnet sich durch eine Temperaturbeständigkeit in einem Fenster von -80 bis +200 °C aus. Ein weiterer Vorteil der verwendeten PTFE-Werkstoffe ist ihre hohe Beständigkeit gegenüber den üblicherweise in der Prozessindustrie eingesetzten Medien zur Reinigung und Sterilisation in der geschlossenen Anlage. Mit einer Druckbeständigkeit bis 8 bar und einer Umfangsgeschwindigkeit bis zu 25 m/s eignet sich die neue Dichtung vor allem für teil- und vollgeflutete Anwendungen mit wässrigen Medien, bei denen eine überdurchschnittlich hohe Druckentwicklung berücksichtigt werden muss.

Freudenberg Sealing Technologies, Gerromatic
Freudenberg Sealing Technologies, Gerromatic
19.11.2018
Für Schwerlast und raue Umgebungen

Das 2211 DualPac Superset und die 170L Feststoff-Cartridge-Einzel-Dichtung von Chesteron wurden speziell für die Warman® AH® Pumpenserie entwickelt, die zumeist in Schwerlast- und rauen Anwendungen zum Einsatz kommt.

Diese Dichtungssysteme wurden speziell für die schwierigen Anwendungen mit feststoffbeladenen Medien entwickelt. Sie sollen die Mehrheit dieser Anwendungen ohne externe Spülung zuverlässig abdichten. Das Portfolio bietet u.a. Lösungen, die Wasserkosten zu reduzieren, speziell wenn sauberes Wasser rar ist oder kostenintensiv bereitgestellt werden muss. Der Betreiber hat die Wahl zwischen einem einbaufertigen Packungs-SuperSet oder einer genau passenden Cartridge-Einzel-Gleitringdichtung. Sowohl das 2211 SuperSet als auch die 170L Cartridge-Dichtung wurden direkt passend für die Warman® AH® Pumpenserie konstruiert und können deshalb ohne jegliche Pumpenmodifikation eingesetzt werden. Damit entfallen aufwändige Maßprüfungen und Änderungsarbeiten an den Pumpen.

26.09.2018
Neue Großdichtung für immer größere Windkraftanlagen

Für höhere Anforderungen an Windkraftanlagen, u.a. durch immer größere Wellendurchmesser,  hat Freudenberg Sealing Technologies die Wellendichtung „Seventomatic“ entwickelt, die eine Leckage fettgeschmierter Hauptlager bei großen Wellendurchmessern zuverlässig verhindert und auch starken Wellenschlag toleriert.

Zur Gewinnung sauberer Energie werden immer größere Windkraftanlagen eingesetzt. Das spart Material und Baukosten im Vergleich zur Errichtung mehrerer kleinerer Anlagen. Rotoren mit einem Durchmesser von 180 m sind heute keine Seltenheit mehr. Beim Betrieb derart großer Anlagen entstehen aber gewaltige Kräfte, die sich insbesondere auf Wälzlager und Hauptwellendichtungen auswirken. Daher ist es notwendig, die Dichtungskonzepte entsprechend anzupassen. Die neue Dichtung für fettgeschmierte Lager kann bei großen Wellendurchmessern radial sowohl innen- als auch außendichtend eingesetzt werden und toleriert starken Wellenschlag. Herkömmliche Wellendichtungen, die die Vorspannkräfte an der Dichtlippe mithilfe einer Wurmfeder erzeugen, kommen konstruktionsbedingt bei sehr großen Durchmessern an ihre Grenzen. Zudem lassen sich in dieser Bauweise radial außendichtende Lösungen schwer bis gar nicht realisieren. Die neue Wellendichtung „Seventomatic“ für Wellendurchmesser ab 1,5 m verwendet daher eine Mäanderfeder, um die nötigen Vorspannkräfte aufzubauen. Namensgebend ist das Design, das auf der Form der Zahl 7 basiert – ein langer Dichtschenkel wird mit dem statischen Teil der Dichtung über ein flexibles Gelenk verbunden. Herausragend an der neuen Konstruktion ist, dass sie konsistente Linienkräfte erzeugt und im Vergleich zu anderen Lösungen gegenüber Wellenschlag unempfindlicher ist. Die Wellendichtung akzeptiert in der Standardgröße eine Auslenkung von ±4 mm ohne Funktionseinbußen und zeigt sich daher auch gutmütig gegenüber Fertigungstoleranzen der Welle. Hergestellt wird sie aus hydriertem Acrylnitrilbutadien-Kautschuk (HNBR), einem Werkstoff der Ventoguard-Familie. Die Grundform der Seventomatic basiert auf den bewährten Dichtungen für Tunnelbohrmaschinen von Freudenberg Sealing Technologies. Ziel der neuen Entwicklung war es, das spezielle Design einer Dichtung für Tunnelbohrmaschinen mit den Vorteilen eines klassischen Radialwellendichtringes (RWDR) für die Hauptwelle des Rotors zu kombinieren. Dazu wurden umfangreiche Simulationen genutzt, um die Konstruktion eines robusten Designs schon im Vorfeld zu ermöglichen. Mithilfe der dabei gewonnenen Datensätze wurde ein mathematisches Modell erstellt, um das Verhalten der Dichtung hinsichtlich der Linienkraft und der maximalen Folgemöglichkeit bei Wellenschlag und Exzentrizität vorauszusagen. Dabei hat sich gezeigt, dass die Robust-Design-Simulationen die Anforderungen und Bedingungen so umfangreich und gezielt abdecken, dass Anpassungen am realen Prototypen kaum mehr notwendig sind. So führten Lebensdauerversuche an Proben mit ca. 15 Mio. Lastwechseln weder zu erkennbaren Schädigungen noch zu Einschränkungen der Funktionen. Weitere Untersuchungen betrafen Temperaturwechsel zwischen -30 und +100 °C sowie die Haltbarkeit bei Schwingungen von 8 Hz mit einer Amplitude von ±3 mm bei 110 °C. Außerdem wurden die Linienkräfte montierter Dichtungen nach 240 Tagen Lagerung bei Raumtemperatur und +100 °C untersucht. Die Ergebnisse zeigten, dass die neue Dichtung für Wellen ab 1,5 m Durchmesser in Windkraftanlagen das in den verbauten Wälzlagern verwendete Fett zuverlässig zurückhält, unempfindlich gegenüber statischer und dynamischer Exzentrizität ist und gleichzeitig eine konstante Linienkraft bietet.

Freudenberg Sealing Technologies, Seventomatic.
Freudenberg Sealing Technologies, Seventomatic.
23.08.2018
Beweglich – in alle Richtungen

Die neue trockenlaufende Dichtung „SeccoLip“ von EagleBurgmann verdankt ihre hohe Beweglichkeit einem patentierten Lippendesign und der patentierten Kombination von PTFE-Dichtlippe und Gleitlager im Lippendichtelement.

Mit diesen technischen Besonderheiten kompensiert die Lippendichtung radiale Auslenkungen der Wellen in Rührwerken, Mischern und Reaktoren unmittelbar und sicher. Das Gleitlager führt das komplette Lippendichtelement den Wellenbewegungen nach. Da Lippe und Lager in einem Element sind, bleibt der Dichtspalt zwischen der rotierenden Welle und der Dichtlippe nahezu konstant und die Dichtung langfristig dicht. Ausgleichselemente wie O-Ring, Dehnscheibe oder Metallfaltenbalg sind für die zuverlässige Funktion nicht erforderlich. Die modular aufgebaute Dichtung wurde speziell für die Betriebsbedingungen in der Chemie-, Pharma-, Lebensmittelindustrie sowie in der Wasser- und Abwassertechnik entwickelt. Abgestimmt auf die Anforderungen werden ein oder mehrere Dichtelemente in verschieden möglichen Anordnungen kombiniert. Anschlüsse für ein Versorgungsystem sind vorhanden. Ein Wälzlager ist aufgrund der Konstruktionsmerkmale nicht notwendig, optional jedoch verfügbar. Das Cartridge-Design macht die SeccoLip montagefreundlich und anwendungssicher. Sie bewährt sich insbesondere bei einer Gleitgeschwindigkeit bis 2 m/s (6 ft/s) und in einem Druckbereich von -1 bis 6 barg. Die Dichtung ist ATEX-, FDA- und TA-Luft-konform.

EagleBurgmann Germany GmbH & Co. KG, SeccoLip.
EagleBurgmann Germany GmbH & Co. KG, SeccoLip.
25.06.2018
Große Dichtung, wenig Stickstoffbedarf

Die Tests der bisher größten koaxialen, gasgeschmierten Lageröldichtung „CobaSeal“ von EagleBurgmann sind mit positiven Ergebnissen abgeschlossen. Damit ist diese Dichtung auch für Wellendurchmesser von 355 mm verfügbar und ihre Einsatzmöglichkeiten erweitern sich auf Kompressoren in beliebigen Anlagen der Öl- und Gasindustrie, beispielsweise Raffinerien, LNG- und Petrochemie-Anlagen.

Die CobaSeal dichtet in Zentrifugalkompressoren die Lagerkammer der Welle ab und verhindert, dass von dort Öl in die gasgeschmierte Hauptdichtung dringt. Sie besteht aus einem rotierenden Gegenring aus duktilem Material und einem stationären, federbelasteten Gleitring. Die geringe Leckage ist ein wesentliches Merkmal der Dichtung. Im Vergleich zu Lageröldichtungen wie Labyrinthdichtungen oder Dichtungen mit Kohlringen liegen die Werte um bis zu 95 % niedriger. Der Bedarf an Stickstoff ist dementsprechend reduziert, somit reichen wesentlich kleinere Stickstoffgeneratoren als üblich aus, um die Dichtung zu versorgen. Im Vergleich zu marktüblichen Dichtungslösungen kann der Anlagenbetreiber durch den reduzierten Stickstoffbedarf bei Einsatz einer CobaSeal pro Jahr und Kompressor mindestens 50.000 $ einsparen. Zudem ermöglicht die besondere Werkstoffpaarung für Gegen- und Gleitring auch den Betrieb mit ultratrockenem Stickstoff. Das Design von Gleit- und Gegenring stellt sicher, dass axiale und radiale Bewegungen der Welle im Dichtspalt problemlos ausgeglichen werden. Die Ringe sind so in jedem Betriebszustand berührungsfrei und damit verschleißfrei. Kundenseitig geplante Wartungsintervalle der Anlage können entsprechend verlängert werden. Selbst wenn die Hauptdichtung ausfällt, kann das Prozessgas nicht in die Lagerkammer dringen. Damit erhöht sich die Betriebssicherheit des Kompressors erheblich. Auch bei speziellen Betriebsbedingungen wie bei äußerst geringen Drehzahlen (Slow-roll oder Turning) und beim Auslaufen des Verdichters (Coast-down) arbeitet die CobaSeal einwandfrei. Spezielle Einstellungen sind dafür nicht notwendig – ein Komfort für das Anlagenpersonal.

EagleBurgmann Germany GmbH & Co. KG, CobaSeal.
EagleBurgmann Germany GmbH & Co. KG, CobaSeal.
09.01.2018
Dichtungen für längere Wartungsintervalle

Für die Gesteinsbohrhämmer von Atlas Copco hat Freudenberg Sealing Technologies ein neues Dichtungssystem entwickelt, das die Wartungsintervalle einer neuen Maschinengeneration im harten Untertage-Einsatz verdoppelt.

Um die Betriebskosten solcher Bohrhämmer niedrig zu halten, sind zwei Faktoren ausschlaggebend: Einerseits müssen die Löcher auch in hartem Gestein wie Granit sehr schnell gebohrt werden, was den Einsatz sehr hoher Kräfte bedingt. Andererseits sollen trotz der hohen Kräfte die Wartungsintervalle gesteigert werden. Bei der Entwicklung der neuen Maschine COP MD20 hat Atlas Copco den Zielkonflikt gelöst: Bei unverminderter Vortriebsleistung konnten die Wartungsintervalle verdoppelt werden. Die Schlüsselkomponente dazu ist der Einsatz eines neuen Dichtungssystems. Denn die metallischen Bauteile –insbesondere der Kolben, der den Meißel antreibt – waren zuvor bereits optimiert worden, etwa durch den Einsatz hochfester Speziallegierungen. Doch die, insbesondere beim Rückfahren des Meißels auftretenden Kräfte sind so hoch, dass sie auch die Dichtungen im Hochdruck-Hydrauliksystem stark belasten. Tritt an diesen Dichtungen Verschleiß auf, kann es zu Leckagen kommen, die das Verhältnis von einzusetzender Energie und Bohrkraft negativ beeinflussen – d.h. die Systemeffizienz sinkt.  Die Ursache für den Dichtungsverschleiß: Die Dichtungen werden nicht nur durch die Längsbewegung des Kolbens beansprucht, sondern werden von diesem gleichzeitig in eine Rotationsbewegung versetzt. Die Analysen zeigten, dass sich eine der Radialwellen-Dichtungen relativ konstant mit 300 bis 400 min-1 bewegte, darauf aber nicht ausgelegt war. Für die COP MD20 entwickelte man deshalb eine Speziallösung mit einer veränderten Konstruktion sowie einem neuen Materialmix. Anschließende Tests auf dem Prüfstand sowie mit sechs Versuchsträgern, die sich unter Tage in Australien, Schweden, Spanien und Portugal bewähren mussten, erbrachten den Nachweis: Die Lebensdauer der entscheidenden Dichtung konnte deutlich verlängert werden.

Freudenberg Sealing Technologies, Bohrhammerdichtsystem.
Freudenberg Sealing Technologies, Bohrhammerdichtsystem.
01.12.2017
Dichtungen für eine neue Waschtechnik

Für die neue Waschmaschinentechnik unter Einsatz von Aktivsauerstoff hat Freudenberg Sealing Technologies einen Simmerring entwickelt. Erstmals kommt dabei Fluorkautschuk (FKM) als Dichtungswerkstoff in Waschmaschinen zum Einsatz.

Aktuell hält eine neue Waschtechnik Einzug in die Haushalte: das Waschen mit aktivem Sauerstoff. Dieser ist nicht etwa im Waschmittel enthalten, sondern wird von einem Generator in der Maschine erzeugt, um die Wäsche vor und nach dem Waschgang zusätzlich zu reinigen. Dabei beseitigt der Aktivsauerstoff Bakterien, Keime und Gerüche – die Wäsche wird auch bei Waschprogrammen mit niedrigen Temperaturen auf schonende Weise hygienisch sauber. Mit einem separaten Programm können empfindliche Textilien sogar ganz ohne Wasser aufgefrischt werden. Was der Wäsche guttut, nutzt nicht unbedingt den Dichtungen in der Maschine. Im Gegenteil: Der bei dem neuen Verfahren eingesetzte Aktivsauerstoff würde konventionelle Dichtungen aus Nitrilkautschuk (NBR) innerhalb weniger Stunden so stark angreifen, dass sich Risse bilden und die Dichtungen ihre Funktion verlieren würden. Besonders betroffen ist dabei die Hauptdichtung, die die Antriebswelle zum Gehäuse hin abdichtet. Der dabei eingesetzte Simmerring muss zum einen verhindern, dass Waschlauge austritt und z.B. das Lager beschädigt, zum anderen muss er den Schmierstoff für Welle und Lager ein Waschmaschinenleben lang auf der Antriebsseite halten. Dazu sollte er mit der richtigen Pressung an der Welle anliegen – vor allem aber muss er beständig gegen alle eingesetzten Medien sein.

Deshalb galt es, einen Dichtungswerkstoff zu entwickeln, der sowohl mit den bislang eingesetzten Schmierstoffen und der Waschlauge als auch mit dem neu eingesetzten Aktivsauerstoff harmoniert. Die Lösung fanden die Entwickler im Fluorkautschuk (FKM) – einem Material, mit dem Freudenberg Sealing Technologies in anderen Bereichen, wie z.B. in der Automobilindustrie oder in der Antriebstechnik, bereits jahrzehntelange Erfahrung hat, das aber noch nie in Waschmaschinen zum Einsatz kam. Um den FKM-Werkstoff für diesen neuen Anwendungsbereich anzupassen, legte man das Augenmerk vor allem auf zwei Bereiche. Zum einen entwickelte man eine neue FKM-Mischung mit einem auf den neuen Einsatzbereich hin optimierten Verschleißverhalten – und das über die gesamte Lebensdauer. Die zweite Herausforderung lag in der Neigung von FKM, im Wasserdampf aufzuquellen. Deswegen wurde die Beständigkeit des Materials gegenüber dem heißen Wasser-Lauge-Gemisch in der Waschtrommel erhöht und die Geometrie der Dichtlippe so angepasst, dass die Dichtungen auch mit dem neuen Werkstoff das gleiche mechanische Verhalten – etwa gegenüber Verpressung und Radialkräften – zeigen wie die bislang eingesetzten Simmerringe aus NBR. Freudenberg Sealing Technologies bereitet nun die Serienfertigung der Hauptdichtungen für Waschmaschinen mit Aktivsauerstoff vor und bietet damit eine robuste Lösung an, die gleichzeitig keine neuen Anforderungen an den Bauraum stellt. Die neuen Dichtungen ermöglichen so eine neue Waschtechnik, die hygienische Reinheit verspricht und zugleich Wäsche und Umwelt schont.

Freudenberg Sealing Technologies, FKM-Simmering.
Freudenberg Sealing Technologies, FKM-Simmering.
16.11.2017
Weiterentwickelte Kassettendichtung erhöht Ausfallsicherheit von Landmaschinen

Die Kassettendichtung S4 von Freudenberg Sealing Technologies bietet eine vierfach längere Lebensdauer als herkömmliche Kassettendichtungen.

Diese sind das Nonplusultra, um Radlager von schweren Arbeitsmaschinen vor Wasser und Verunreinigungen zu schützen und gleichzeitig das Öl im Lager zu halten. Das Design der Kassettendichtung S4 kombiniert zahlreiche Dichtelemente in einem einzigen Bauteil und ermöglicht damit Schutz vor Schmutz. Die Kassettendichtungen sind als robuste Ritzel- und Radnabendichtungen, die in einem einzigen Gehäuse für höchste Dichtwirkung bei minimierter Reibung sorgen,   mit schmutzabweisendem Mehrfachlabyrinth ausgeführt. Zusätzlich ist in der Kassettendichtung eine fertig bearbeitete Dichtungslauffläche integriert. Dadurch muss die Welle nicht gesondert gehärtet und geschliffen werden. Es sind auch keine zusätzlichen Schmutzdichtungen erforderlich. Ein weiterer Vorteil der neuen Kassettendichtung: Große Traktoren oder Mähdrescher sind statt mit Rädern oft mit Raupenlaufwerken ausgestattet. Diese verdichten wegen ihrer größeren Auflagefläche den Boden weniger, mussten bislang allerdings mit komplexen mechanischen Gleitringdichtungen ausgestattet werden. Die Hochleistungskassettendichtungen der jüngsten Generation sind auch für die meisten Einsätze in Raupenlaufwerken geeignet. Neue Konstruktionen von Kassettendichtungen können außerdem die Abdichtung von Achsen verbessern, ohne die Fahrgeschwindigkeit auf der Straße negativ zu beeinflussen, wie z.B. die Kassettendichtung HS-EVO, bei der das Dichtungselastomer vor Überhitzung bewahrt wird. Damit bietet die Dichtung einen hohen Schutz auch bei hohen Drehzahlen, natürlich bei gleichzeitig ausgezeichneter Beständigkeit gegen Verschmutzungen.

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