Never change a running system? Für den Einsatz von Flüssigdichtsystemen gibt es viele Argumente

Ihr Kontakt

Holger Best

Holger Best
Chefredakteur / ViSdP

Tel.: +49 (0)621 7176888-7
E-Mail: hbest@isgatec.com

Bärbel Schäfer

Bärbel Schäfer
Projektmanagement MEDIEN

Tel.: +49 (0)621 7176888-3
E-Mail: bschaefer@isgatec.com

Weitere Fachartikel aus DICHT! Ausgabe 4.2017:

Dichtungstechnik Allgemein:

Dichtungen werden aus den verschiedensten Gründen in der Praxis geschädigt. Neben dem Erkennen der Schadensursache werden dann mögliche Abhilfemaßnahmen wichtig – für die Instandhaltung, aber auch bereits bei der Erstausrüstung von Anlagen mit Dichtungen.

Dichtungen dürfen keine Risse aufweisen. So schreibt die ISO 3601-3 (August 2010): „In nicht gedehntem Zustand muss die Oberfläche des O-Rings bei zweifacher Vergrößerung unter angemessener Beleuchtung frei von Anrissen (…) sein.“ Risse an Elastomerteilen können eine Vielzahl an Ursachen haben. Bei herstellungsbedingten Fehlern lassen sich vier häufige Rissursachen unterscheiden:

1. Fehlerhafte Vulkanisation

2. Mischung überlagert (bereits „angescorcht“, also anvulkanisiert)

3. Risse aufgrund von Verunreinigungen

4. Entformungsrisse

Schadensbild und problematische Bereiche: Während ein Laie bei relativ großen Rissen das Schadensbild problemlos erkennen kann, ist bei Mikrorissen das Auge eines Experten zusammen mit entsprechender Technik (z.B. Lupe oder digitales Oberflächenmikroskop) bzw. eine Prüfung im gedehnten Zustand gefragt. Bei dem Schadensbild „Risse aufgrund fehlerhafter Vulkanisation oder überlagerter Mischung“ können sich neben der inhomogenen Bruchfläche auch Fließlinien auf der Dichtung zeigen. Risse, die von Fließlinien herrühren, verlaufen oft parabelförmig und symmetrisch zur Formtrennebene. [...]

Dipl.-Ing. Bernhard Richter, Dipl.-Ing. (FH) Ulrich Blobner (O-Ring Prüflabor Richter GmbH)
Dynamische Dichtsysteme:

Wie lässt sich die Turbinenzuverlässigkeit – bei gleichzeitig sinkendem Instandhaltungsaufwand – steigern? Eine neue Generation von Hochleistungs-Hauptwellendichtungen, die in vielen Varianten verfügbar und für einen einfachen Austausch geeignet ist, gibt eine Antwort auf diese Frage.

In den kommenden Jahren dürfte der Anteil der Windenergie an der globalen Stromerzeugung weiter steigen. Diese Entwicklung bringt allerdings viele Herausforderungen mit sich – erst recht, wenn die Windkraftanlagen in abgelegenen Gebieten, wie z.B. im Gebirge oder auf See, installiert werden. Dort kommt es umso mehr darauf an, dass die Anlagen ein Höchstmaß an Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit aufweisen. Dem Schutz moderner Windkraftanlagen dienen in erster Linie die Hauptwellendichtungen, die äußere Einflüsse vom Hauptlager und den Getriebekomponenten fernhalten. Außerdem verhindern sie das Austreten von Schmierstoffen. Um den aktuellen Herausforderungen Rechnung zu tragen, wurde eine spezielle Generation radialer Wellendichtringe entwickelt, die das extreme Anforderungsprofil der Windenergiegewinnung erfüllt »1. Während für vergleichsweise kleine, zweifach gelagerte Hauptwellen oft noch „handelsübliche“ Wellendichtringe ausreichen, treten bei modernen, immer größer werdenden Anlagen mit hoher Leistung und teils einfach gelagertem Rotor deutlich höhere Lasten, Verformungen und Geschwindigkeiten auf. Dabei stoßen bisherige Standarddichtungen schnell an ihre Grenzen. [...]

Christian Kogler, Wolfgang Swete (SKF Sealing Solutions Austria GmbH)

Die Effizienz von Windkraftanlagen hängt in hohem Maße von ihrer Verfügbarkeit ab. Dichtungskonzepte für unterschiedliche Anforderungen spielen hier – je nach Einsatzgebiet – eine zentrale Rolle.

Die Energiewende hat nicht nur bei uns dazu geführt, dass Windkraftanlagen vermehrt zum Einsatz kommen, immer größer werden und an Extremstandorten stehen, an denen trotz widriger Umstände hohe Anforderungen an ihre Verfügbarkeit gestellt werden. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben einerseits gezeigt, dass eine Dichtung und die richtige Montage einen erheblichen Einfluss auf diese Verfügbarkeit haben. Andererseits wurde deutlich, dass leistungsfähige Dichtungen für unterschiedlichste Anforderungen und Aufgabenstellungen benötigt werden. Kommen diese aus einem Portfolio, bietet das nicht nur Vorteile bei der Ersatzteilhaltung und Montage. TECHNO-PARTS bietet für Windkraftanlagen ein entsprechend abgestimmtes Portfolio an. Geringe Reibungsverluste Der Radialwellendichtring Typ WGV »1 wird insbesondere zur rotatorischen Abdichtung von Wellendurchführungen in Windkraftanlagen eingesetzt, findet aber auch Einsatz in Großmaschinen, Getrieben und im Schiffsbau. Er bietet bei allen Anwendungen in denen Wellenversatz oder Schwingungen auftreten können, Vorteile. Der Dichtungsrücken besteht aus einem hochfesten gewebeverstärktem Elastomer, speziell modifiziert für die besonderen Anforderungen in Windkraftanlagen. Die hochflexible Dichtlippe wird durch eine Spiralfeder unterstützt. [...]

TECHNO-PARTS GmbH

Bei vielen stationären und mobilen Maschinen steigen die Betriebsanforderungen an Hydraulik-Stangendichtungen. Da bei diesen – meist teuren – Maschinen in erster Linie die Verfügbarkeit zählt, war eine neue Dichtungslösung gefordert.

Bei immer mehr Maschinen – von Baggern bis zu Kränen und von Arbeitsbühnen bis zu Spritzgussmaschinen – sind Zylinder, die bei Drücken bis 250 bar noch eine hohe Dichtwirkung aufweisen, ohne dass es Kompromisse bei Abrieb und Lebensdauer gibt, gefordert. Mit Blick auf dieses Anforderungsprofil wurde die XT200 Stangendichtung entwickelt. Maßgaben waren: Die Stangendichtung sollte ein perfektes Design aufweisen, um ein optimiertes Verhalten hinsichtlich der Dichtfunktion, des Extrusions- und Abriebverhaltens zu bieten. Darüber hinaus sollte die Stangendichtung aus einem Werkstoff bestehen, der es erlaubt, das neue Design mit seinen Druckverformungsrestwerten, dem geforderten Temperatureinsatzbereich und dem optimalen Extrusionsverhalten zu verbinden. Dabei war es ein Projektziel, eine 15 bis 25% bessere Dichtwirkung und Extrusionsfestigkeit – im Vergleich zu traditionellen Stangendichtungen im selben Segment – zu erreichen. [...]

Claus Späth (Kastas Sealing Technologies)
Flüssigdichtsysteme:

Die Dichtungstechnologien und Entwicklungen in diesem Bereich haben mehr Potenzial als allgemein angenommen. Anwenderseitig lohnt eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten. „Never change a running system“ gehört hier auf den Prüfstand.

„Egal wie komplex die Anforderungen an Flüssigdichtungen sind, die perfekte Abstimmung zwischen Dosierkomponente und -medium ist entscheidend, mit der richtigen Technik und entsprechendem Know-how aber auch kein Problem.“ – Felix Gruber, Business Development Additive Manufacturing, Thomas Hochholzer, International Sales Components & Devices, ViscoTec Pumpen- u. Dosiertechnik GmbH

„Prozesssicherheit und Vertrauen in eine Flüssigdichtungslösung – im Kern suchen Anwender dies. Die ressourcenschonenden Lösungen kommen aus einer Hand.“ – Christian Eicke, Leiter Vertrieb, Drei Bond GmbH

„Unsere Mobilität basiert zukünftig – mehr denn je – auf Elektronik und hier tragen Flüssigdichtungen und Verguss entscheidend zur geforderten Performance bei.“ – Marco Murgia, Leiter Vertrieb, Scheugenpflug AG

„Aktuelle Megatrends im Automotive- und Elektronikbereich stellen hohe Anforderungen an Flüssigdichtungen, Verguss und Verklebung, denen wir mit bewährten und neuen Lösungen Rechnung tragen.“ – Peter Fischer, Marketingleiter, Sonderhoff Holding GmbH

„Wenn sich mehr Anwender Flüssigdichtsystemen öffnen, könnten diese Dichtungen noch in vielen weiteren Anwendungsstellen Einsatz finden.“ – Hiroshi Sato, Geschäftsführer, Three Bond GmbH 

„Traditionell werden statische Lösungen montiert oder Dichtungen im 2K-Spritzguss angebracht. Ortsgeschäumte PUR-Dichtungen können eine wirtschaftliche Alternative zu diesen Verfahren sein, die aber von Konstrukteuren noch viel zu wenig genutzt wird.“ – Dirk Stubbe, Projektleiter, Pöppelmann GmbH & Co. KG

„Die Anforderungen an Flüssigdichtungen steigen auch im Bereich der Optik – für besondere Oberflächen, Designs und Farbwünsche stehen heute verschiedene Lösungen zur Verfügung.“ – Albert Schmid, Key Technology Manager Dichtungsschaum, RAMPF Polymer Solutions GmbH & Co. KG

„Bei Flüssigdichtungen werden bereits in der 0-Serie sehr gute Ergebnisse erzielt, die für die spätere Serienfertigung aussagefähig sind. Dies widerspricht der gängigen Meinung, dass Flüssigdichtungen erst bei großen Stückzahlen für automatisierte Prozesse Verwendung finden sollten.“ – Hans Kübler, Geschäftsführer, Kübler Dosiertechnik

[...]

Felix Gruber, Thomas Hochholzer (ViscoTec Pumpen- u. Dosiertechnik GmbH), Christian Eicke (Drei Bond GmbH), Marco Murgia (Scheugenpflug AG), Peter Fischer (Sonderhoff Holding GmbH), Hiroshi Sato (Three Bond GmbH), Dirk Stubbe (Pöppelmann GmbH & Co. KG), Albert Schmid (RAMPF Polymer Solutions GmbH & Co. KG), Hans Kübler (Kübler Dosiertechnik)

Die neu entwickelte und patentierte FIP CC-Technologie (Formed- In-Place Closed-Cell) kombiniert die hohe Wasserdichtigkeit der Silikon-Welt mit den attraktiven Materialkosten der Polyurethan- Welt. An Silikonschäumen scheiden sich immer wieder die Geister, dem einen sind sie zu teuer, andere wollen den Werkstoff ganz vermeiden. PU-Schäume sind eine Alternative, wenn sie denn entsprechend wasserdicht sind. Dies ist bei vielen Anwendungen – nicht nur im Outdoor-Bereich – eine zentrale Anforderung. Bisher gab es also zwischen hochpreisigen, überwiegend geschlossenzelligen Materialsystemen wie Silikonschaum und günstigeren gemischtzelligen PU-Schaumsystemen eine Lücke. Diese wird jetzt mit dem neuen Schaumdichtungssystem Fermapor® CC auf Polyurethan-Basis für Anwendungen mit sehr hohen Anforderungen an die Wasserdichtigkeit geschlossen. [...]

Florian Kampf (Sonderhoff Holding GmbH)
Maschinen und Anlagen:

Kleben verdrängt zunehmend das Schweißen. Deshalb setzt die Nimak GmbH zukünftig auf beide Technologien. Warum dazu ein eigenes Dosiersystem nötig war und über die weitere Entwicklung im Bereich der Verbindungstechnik unterhielt sich DICHT! mit Dr. Niels Hammer, dem Geschäftsführer des Unternehmens.

Welche Trends führen zu Veränderungen in der Verbindungstechnik und damit zu einem vermehrten Einsatz der Klebtechnik?

Der Haupttrend zum vermehrten Einsatz von Klebetechnik ist im Multimaterialmix zu sehen. Treiber ist hier vor allem die Automobilindustrie. Dort ist es das Ziel, das Gewicht der Karossen signifikant zu senken, um damit den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren und bei Elektroautos die Reichweite zu erhöhen. Dazu werden verschiedenste Materialien kombiniert, die sich nicht mehr mit herkömmlichen Schweißverfahren verbinden lassen. So ist im Premium-Automobilbereich bei den aktuellen Fahrzeuggenerationen schon eine Abnahme der Schweißpunkte festzustellen, während der Auftrag von Kleb-und Dämmstoffen massiv angestiegen ist. Neben der Substitution von Schweißverbindungen durch Klebenähte gewinnt auch die Kombination aus beiden Verfahren immer mehr an Bedeutung. Hierbei haben die Schweißpunkte mehr eine unterstützende Funktion – sie ermöglichen einen sofortigen Weitertransport von geklebten Bauteilen ohne vorherige komplette Aushärtung des Klebstoffes. [...]

Dr. Niels Hammer (Nimak GmbH)

Der Wechsel von einem eingeführten Industrieprozess zu einem neuen, ist ein großer Schritt. Ein führender Leuchtenhersteller – die Herbert Waldmann GmbH & Co. KG – entschied sich zum radikalen Wandel seiner Vorbehandlungsmethode vor dem Verkleben. Mit dem Ersatz der nass-chemischen Prozesse durch Atmosphärendruckplasma (ADPlasma) erhöhte sich die Langzeitstabilität der Klebverbindung auf ganz umweltfreundliche Art.

In der Industrieproduktion ist die richtige Beleuchtung am richtigen Ort ein entscheidender Faktor für mehr Ertragfähigkeit und Mitarbeitermotivation. Ein wichtiger Produktbereich des Herstellers ist die Fertigung von Industrieleuchten, insbesondere von LED-Maschinenaufbauleuchten »1. Sie dienen zur Innenbeleuchtung von Maschinen, wobei es sich vornehmlich um solche handelt, die bei ihrer Arbeit mit den Leuchtengehäusen nicht gerade sanft umgehen: Bei zerspanenden Werkzeugmaschinen fliegen metallene Späne, hier wird gedreht, gebohrt, gefräst und geschliffen. Die Gehäuse und Blenden sind aber auch chemischen Substanzen wie Kühlschmiermitteln und Ölen ausgesetzt. Nichts von all dem darf deren Klebung beeinträchtigen, weshalb die Anforderungen an die Dichtigkeit extrem hoch sind. Eine feste und langzeitstabile Verklebung verlangt jedoch immer eine gute Vorbehandlung der Materialoberfläche. [...]

Inès A. Melamies Fachjournalistin, Peter Langhof (Plasmatreat GmbH), Dennis Stehle M. Eng. (Herbert Waldmann GmbH & Co. KG)
Mess- und Prüftechnik:

Um die Funktion einer Dichtung sicherzustellen, werden diese und die jeweiligen Dichtungswerkstoffe verschiedenen Mess- und Prüfverfahren unterzogen. Doch was leisten die einzelnen Verfahren, wo sind die Grenzen? Diese Serie gibt Konstrukteuren, Einkäufern und Qualitätsmanagern einen Überblick über die üblichen Verfahren und Praxistipps zur Einordnung der Ergebnisse.

In der letzten Ausgabe der DICHT! wurden die drei wichtigsten physikalischen analytischen Prüfverfahren vorgestellt. In dieser Ausgabe, mit der die Serie endet, werden zwei bedeutende chemische analytische Prüfverfahren näher erläutert. IR: Einfache und schnelle Möglichkeit zur Polymerbestimmung Die Infrarotspektroskopie (IR) verwendet unsichtbare Infrarotstrahlung, deren Wellenlänge sich zwischen sichtbarem Licht und Mikrowellen befindet. Die Infrarotwellen können nur mit polarisierbaren Bindungen in Wechselwirkung treten und diese zur Schwingung anregen, dadurch kommt es zu Strahlungsabsorptionen, die je nach Wellenlänge unterschiedliche Molekülgruppen anregen. Durch deren Auswertung bekommt man eine Aussage über die Inhaltsstoffe eines Elastomers. Jedoch ist die IR keine Spurenanalytik (Nachweisgrenze 2 bis 5%). Während früher im Elastomerbereich die dispersive IR zum Einsatz kam, wird inzwischen nur noch die Fourier-Transformations-Infrarot-Spektroskopie (FTIR) angewendet. Mithilfe der Fourier-Transformation der Messwerte bekommt man das gewünschte Spektrum. Dadurch ergeben sich relativ kurze Messzeiten mit stärkeren Signalen. [...]

>> Teil 1

>> Teil 2

>> Teil 3

>> Teil 4

>> Teil 5a

>> Teil 5b

>> Teil 6

>> Teil 7

>> Teil 8

Bernd Sprenger, Dipl.-Ing. (FH) Ulrich Blobner, Dipl. Ing. Bernhard Richter (O-Ring Prüflabor Richter GmbH)
Rohstoffe / Mischungen / Halbzeuge:

Viele technische Anforderungen im Bereich Dichten. Kleben. Polymer. werden über Rohstoffe und Mischungen gelöst. Damit rücken Hochleistungswerkstoffe immer mehr in den Blickpunkt des Interesses. Diese Tendenz bestätigen auch die Antworten der rd. 100 Teilnehmer der aktuellen ISGATEC-Umfrage »1 bis 9*. Die Einschätzungen sind wieder nach Anwendern und Herstellern bzw. Lieferanten getrennt ausgewertet. Bei allen Fragen war eine Mehrfachauswahl möglich. Ein weiterer Treiber sind Normen, die – je nach Branche – eine unterschiedliche, z.T. aber gravierende Rolle spielen. Dabei werden sie immer mehr als Einschränkung betrachtet, auch eine Tendenz, die nicht neu ist. [...]

ISGATEC GmbH

„Intelligente Fabriken“, die automatisiert und autonom Daten austauschen? Vor ungefähr sechs Jahren wurde dafür der Begriff ”Industrie 4.0“ geprägt – und stand zunächst für eine Vision, um neue Potenziale zu erschließen. Heute streben Schlüsselindustrien weltweit für ihre jeweiligen Wertschöpfungsketten derartige intelligente Netzwerke an. Allerdings lohnt sich dabei auch eine nähere Betrachtung der Lösungen jenseits der Software und hier speziell auf der Materialebene »1, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.

Industrie 4.0 gilt allgemein als die vierte industrielle Revolution nach Mechanisierung, Elektrifizierung und Automatisierung »2. Sie verändert Vorgehensweisen bei der Entwicklung und Herstellung von Produkten, um in einer immer anspruchsvoller werdenden Welt relevant und wettbewerbsfähig zu bleiben. [...]

Dipl.-Ing. Regina Offergeld (Victrex plc)

Universalwerkstoffe für Dichtungen – dies ist immer wieder ein zentraler Anwenderwunsch. Steigende Anforderungen – wie hier im Hydraulikbereich – lassen diesen Ansatz aber immer wieder zur Illusion werden. Allerdings können neue TPU-Werkstoffentwicklungen hier zu einer Standardisierung der eingesetzten Werkstoffe beitragen und aktuelle Fragestellungen lösen.

Die Anforderungen an moderne Hydraulikzylinder und auch andere fluidtechnische Anwendungen steigen im internationalen Umfeld kontinuierlich an. Die Entwicklung geht in Richtung höherer Kompaktheit und Dynamik, erweiterter Flexibilität und deshalb auch zur Integration intelligenter Regeltechnik, zu hohen und niedrigen Gleit-Geschwindigkeiten, einer höheren Energieeffizienz und Geräuschlosigkeit. Auch der Leichtbau ist inzwischen Bestandteil der Wunschliste der Zylinderbauer. So bahnen sich derzeit z.B. Aluminium- Lösungen zum Ersatz von hartverchromten Stahlstangen an. Daraus resultieren wiederum neuartige Oberflächen mit höherer Abrasivität und anderem tribologischem Verhalten. [...]

 

Bitte beachten Sie: in der DICHT! hat sich bei den Bildern 3 und 4 dieses Fachbeitrags ein Fehlerteufel eingeschlichen. Sie können den korrekten Beitrag gerne bei uns als pdf-Datei anfordern.

Joachim Möschel (Fietz Automotive GmbH)
Statische Dichtungen:

Es gibt im Bereich Dichten. Kleben. Polymer. technische Mittel und Wege, die auf den ersten Blick die Lösung für ein Problem zu bieten scheinen. Auf den zweiten Blick und genauer betrachtet werden dann systembedingte Grenzen deutlich – und Probleme in der Praxis sind dann eigentlich vorprogrammiert. Wie in der letzten Ausgabe liegt der Fokus diesmal nicht auf einer technischen, sondern einer grundsätzlichen Fragestellung: Welche Bedeutung haben harmonisierte Normen?

In DICHT! 3.2017 wurde der Umgang mit Normen thematisiert. Entscheidend ist die Erkenntnis, dass Normen nur einen empfehlenden Charakter haben und nicht angewendet werden dürfen, wenn dadurch Risiken erhöht werden. Harmonisierte Normen haben eine besondere rechtliche Bedeutung. »1 beschreibt den Zusammenhang zwischen Richtlinie, Gesetz und Norm und die Wirkung auf die Umsetzung. Auch die Anwendung einer harmonisierten Norm ist nicht zwingend. Werden sie allerdings nicht angewandt, hat dies Folgen. Gemäß der Leitlinie 9/5 muss der Hersteller – dies gilt auch für die Umsetzung des Stands der Technik für einen Betreiber, der sie nicht anwendet – in seinen Unterlagen beschreiben, welche Lösung er gewählt hat, um die grundlegenden Anforderungen der Richtlinie zu erfüllen. [...]

>> Teil 1

>> Teil 2

>> Teil 3

>> Teil 4

>> Teil 5

>> Teil 6

>> Teil 8

Peter Thomsen (Lannewehr + Thomsen GmbH & Co. KG)

Die perfekte Flanschverschraubung zum Schutz von Mensch und Umwelt ist seit geraumer Zeit ein zentrales Thema von Normen und technischen Lösungen. Allerdings gestaltet sich die Montage von Flanschverbindungen in der Praxis noch immer kompliziert. Die ermittelten Dichtungskennwerte aus dem Labor müssen TA Luft konform in die Praxis umgesetzt werden. Dabei ist das Anziehen von Flanschverbindungen mit nur einem Montagewerkzeug problematisch – eine parallele Flanschmontage ist nahezu unmöglich. Doch es gibt eine Lösung zur nahezu perfekten Flanschverschraubung. 

Seit der Einführung hydraulischer Schraubwerkzeuge wurden neue Wege beschritten, um die Biegemomente auf die Verschraubungen zu eliminieren. Das hohe Biegemoment der externen Abstützung verändert den Reibbeiwert in der Verschraubung. Dadurch wird das Drehmoment nicht mehr optimal in eine reproduzierbare Schraubenkraft umgesetzt. Die Folge kann eine zu geringe Dichtkraft sein. Hinzu kommt das Thema Arbeitssicherheit bei der Demontage und Montage. Alle Drehmomentschrauber benötigen externe Abstützarme, die das Gegenmoment am Flansch oder an der nächsten Verschraubung ableiten. Das birgt Risiken. Um die Gegenmutter am Mitdrehen zu hindern, werden Gegenhalteschlüssel eingesetzt, die sich verklemmen. [...]

Jörg Lindemann (devotec GmbH)

Der Einfluss von Dichtungen auf das Gesamtsystem wird häufig unterschätzt. Dabei stellt sich der primäre Fokus auf eine kostengünstige Lösung in der Praxis immer mal wieder als nachteilig raus. Ein Projektbeispiel zeigt, wie man dann erfolgreich hohe Folgekosten senken kann.

Elektro-Dampferzeuger werden in vielen Industriebereichen eingesetzt, so auch in der Lebensmittel- und Genussmittelindustrie. Bei solchen Systemen erhitzen und verdampfen elektrisch betriebene Heizelemente enthärtetes Wasser, das eine Speisewasserpumpe vom Tank oder direkt aus der Leitung in den Druckbehälter fördert. Bei Systemen von DINO – einem führenden Hersteller von Elektro-Dampferzeugern – regelt eine Wasserstandselektronik mithilfe von Füllstandselektroden oder einem Schwimmerschalter den Wasserstand im Druckbehälter, das Schalten der Heizung und schützt die Heizelemente vor Beschädigung bei eventuellen Funktionsstörungen. Der Dampfdruck wird am Manometer angezeigt, wobei ein Druckwächter bei Erreichen von 500 kPa (5 bar) die Heizung aus- und bei 450 kPa (4,5 bar) wieder einschaltet. Der Dampf wird am Dampfabsperrventil entnommen, ein Sicherheitsventil verhindert Überdruck. Anfallendes Kondensat der Dampfleitung und der Verbraucher kann am Kondensateingang des Wärmetauschers wieder in den Wasserkreislauf zurückgeführt werden. Die komplette Einheit der Heizelemente wird durch einen Flansch mit dem Druckbehälter verbunden. Die Innenflächen des Flansches und seiner Abdichtung stehen in Kontakt mit überhitztem Wasserdampf in 100%iger Sättigung bei 160 °C und 5 bar Druck. [...]

Gerald Klein (KLINGER GmbH) und Jörn Jacobs Fachjournalist

Mit Beschichtungen lassen sich Dichtungen in vielfacher Hinsicht – entsprechend der jeweiligen Anforderung – aufwerten. Das passiert zwar millionenfach, allerdings werden die Möglichkeiten noch nicht konsequent genutzt und auch bei der Weiterentwicklung von Dichtungen können Beschichtungen eine Rolle spielen.

Wer früher im Auto das Handschuhfach geöffnet hat, kennt es noch: Mit einem Krachen rauscht es samt Inhalt nach unten, gehalten nur von zwei Bändern. Genauso der Haltegriff am Dachhimmel: Hat man ihn losgelassen, ist er mit einem lauten Klack in die Ruhestellung zurückgeschnappt. Zu Hause in der Küche oder im Wohnzimmer war es das Gleiche: Schubladen und Schranktüren schlossen mit lautem Knall, ungebremst. Mit heutigem Komfortverständnis ist das nicht mehr vereinbar. Kein Auto- oder Möbelhersteller würde sich mit solcher Technik auf den Markt wagen. Das Handschuhfach gleitet heute sanft nach unten, der Haltegriff wird gebremst und geräuschlos in die Ursprungsstellung zurückgeführt, Schubladen und Schranktüren gleiten behutsam und lautlos in die jeweilige Endposition. [...]

Heiko Friedrichs (OVE Plasmatec GmbH)
© ISGATEC GmbH 2018
» Datenschutz
» Impressum