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Fachmagazin DICHT!

Fachartikel:

Kommentar:

Konstrukteure, Einkäufer und Qualitätsverantwortliche sind nicht zu beneiden. Sie sind heutzutage gefordert, neue Entwicklungen in immer kürzeren Zeiten „marktreif“ zu präsentieren. Gleichzeitig besteht der Trend der Gewichtsreduzierung und  Bauteileminimierung, der an sich schon – je nach Einsatzbereich – eine echte Herausforderung ist. Dies führt in den meisten Fällen auch dazu, dass die Anforderungen hinsichtlich der Medien-,  Druck-, Temperaturbeständigkeit, Geschwindigkeit und Reduzierung der Reibung scheinbar unaufhörlich steigen. Zusätzlich führen neue gesetzliche Anforderungen zu Einschränkungen bei der Verwendung bestimmter Stoffe oder eine überdurchschnittliche Nachfrage zu Engpässen. Vor diesem Hintergrund, aber auch grundsätzlich, stellt sich die Frage: „Ist es wirklich im Interesse des Kunden, dass alles immer schneller erneuert, kleiner, „besser“ und preiswerter wird? [...]

Karl-Friedrich Berger (ISGATEC GmbH)
Werkstoffe:

Silikon gilt einerseits als zuverlässiges, wasserabweisendes und sehr gut dichtendes Material. Mit diesem Material verbindet der Anwender Resistenz gegen Nässe und Flüssigkeiten sowie eine hohe Temperaturbeständigkeit. Auf der anderen Seite haftet Silikonen das Image der Silikonpest und das der „Lamda-Sonden-Killer“ an. Doch unter dem Strich ist der Gebrauch von Silikonen im Automobil nicht mehr wegzudenken, denn sie bieten – vor allem in der Automobilindustrie – interessante Lösungen, z.B. als Konstruktionsteile zur Geräuschdämpfung oder zur sicheren Abdichtung von Ölwannen.

Die Hauptanwendungen des Silikons  im Auto befinden sich rund um den Motor und Motorraum als Kleber, Dichtung, Elektroverguss, Beschichtung oder Konstruktionselement. Grundsätzlich wird sich der Anteil von Silikon im Automobilbereich zukünftig weiter erhöhen. In jedem Auto werden heute 2 bis 4 kg Silikon verbaut. Der Einsatz von Silikonen ist dabei vergleichbar mit dem Einsatz der Epoxidkleber im Flugzeugbau. Nach anfänglichen Fehlern in der Vergangenheit hat es eine Weile gedauert, bis das Vertrauen und eine sachliche Beurteilung und Qualifizierung der Silikone Fuß gefasst hat. Heute sind sowohl Epoxidkleber im Flugzeugbau, anstelle von Nieten, als auch Silikone im Bereich Automotive bei vielen Anwendungen sehr hilfreich. Es sind die High-Performance-Eigenschaften, wie Chemikalien- und Alterungsbeständigkeit, aber auch die gleichbleibenden Eigenschaften über den gesamten Temperaturbereich, die Silikone für den Einsatz im Automobil prädestinieren. [...]

Franz-Josef Giesen (RAMPF Giessharze GmbH & Co. KG)

Zuverlässiges Dichten ist traditionell eine der wichtigsten Aufgaben des vielseitigen Werkstoffs Gummi. Die steigenden Ansprüche der Technik lassen „klassisches“ Gummi aus Naturkautschuk jedoch mehr und mehr ins Hintertreffen geraten. Stattdessen greifen Ingenieure immer häufiger zu modernen Hochleistungskautschuken, die von Rohstoffherstellern ständig auf neue Einsatzgebiete hin optimiert werden.

Zu den gestiegenen Anforderungen, denen sich moderne Hochleistungs-Dichtwerkstoffe heute stellen müssen, gehören nicht nur immer höhere Einsatztemperaturen und aggressivere Medien. Immer schneller laufende Maschinen legen die Latte auch im Hinblick auf Abriebeigenschaften, Druckverformungsrest sowie Rissbildungs- und Weiterreißbeständigkeit unter hoher dynamischer Beanspruchung stetig höher. Nach wie vor von Bedeutung bleiben natürlich das Quellverhalten in schmiermittelhaltiger Umgebung und eine gute Beständigkeit gegenüber UV-Strahlung, Hitze, Luftsauerstoff und Ozon. In Dichtungssystemen für Windkraftanlagen sowie Elektro-Automobilen ist letztere sogar ein regelrechtes Muss. Naturkautschuk schneidet ausgerechnet in dieser Disziplin naturgemäß besonders schlecht ab. Auch der steigende Kostendruck spielt hochwertigeren Elastomeren zunehmend in die Hände. Sie zeigen oft eine höhere Lebensdauer als klassische Gummitypen und müssen daher seltener gewartet und ersetzt werden als einfachere Alternativen. Der Ersatz der im Dichtungssektor weit verbreiteten Nitrilkautschuke (NBR) etwa durch deren langlebige hydrierte Abkömmlinge (HNBR) kann daher erhebliche Kosten einsparen helfen und zugleich die Ausfallsicherheit teurer Investitionsgüter erhöhen. [...]

Udo Erbstößer (LANXESS AG)

Auch für Klebungen, bei denen es heiß hergeht, können die Silicone OTTOSEAL® S 17 und S 25 eingesetzt werden. Hochtemperaturbeständig und doch spannungsausgleichend eignen sie sich für Anwendungen, die zeitweilig oder beständig hohen Temperaturen ausgesetzt sind.

Die beiden Silicone sind geprüft nach UL 94 Flame Classification HB RTI 105 °C, File No. E 176319. OTTOSEAL® S 17 ist darüber hinaus LEED® konform (IEQ-Credits 4.1 Kleb- und Dichtstoffe). [...]

Hermann Otto GmbH

Steigende Energiekosten und Schimmelpilzbildung sind die Folgen undichter Belüftungssysteme in Gebäuden. Beim Aufbau und der Verlegung von Luftkanälen werden vielfach vorgefertigte Feststoffdichtungen aus Gummi verwendet, um die Übergänge der einzelnen Elemente abzudichten.

Der 1K-Dichtstoff eignet sich zum Abdichten von nahezu allen Materialien aus Metall und Kunststoff. [...]

Henkel AG & Co. KGaA

Antrieb für die Entwicklungen der neuen Kleb- und Dichtstoffserie TN3xxx mit Titan-Katalysator war die Erkenntnis, dass organische Zinnverbindungen als Ursache vieler Gesundheits- und Umweltprobleme identifiziert wurden. Im Jahre 2009 hat dazu die EU eine klare Richtlinie zur Verringerung des Gebrauchs bzw. deren Vermeidung erlassen. Momentive Performance Materials verwendete traditionell für viele Produkte die bewährten organischen Zinnverbindungen, z.B. DBT (Dibutyltindilaurat). Aber aufgrund der wissenschaftlichen Erkenntnisse entwickelte das Unternehmen jetzt schon die neue TN3xxx-Serie, eine neue Generation an zinnfreien Katalysatoren.

DBT Compounds mit einem Gewichtsanteil von größer 0,1% sollten nach dem Stichtag 01.01.2012 nicht mehr an den Markt geliefert werden. In diesem Fall handelt es sich jedoch um 1- und 2K-RTV, hier gilt der Stichtag 01.01.2015. [...]

SINUS Electronic GmbH

Aufgrund der vielfältigen Vorteile von Siliconteilen, die im Spritzguss hergestellt werden, sowie durch stete Forschung und Weiterentwicklung ist der synthetische Werkstoff unerlässlicher Baustein im täglichen Leben geworden – sei es als Dichtung oder Rohling für Lenkradschalter in der Automobilbranche, Medizintechnik-Komponente, Mehrkomponenten- Teil und Dichtung für den Sanitärbereich, Dämpfer im Haushaltssegment etc. Siliconteile bieten vielfältige Eigenschaften, denn ihre Struktur kann bei der Herstellung und Verarbeitung so maßgeschneidert werden, dass sie für verschiedenste Anwendungen einsetzbar sind.

Silicon ist physiologisch unbedenklich, hat also auf den menschlichen Organismus keine negativen Auswirkungen. Auch gibt es keine negativen Einflüsse auf Ökosysteme. [...]

STARLIM Spritzguss GmbH

Die Compounds der DW (Drinking Water)- Serie erfüllen aufgrund ihrer speziellen Rezeptur die wichtigsten europäischen Trinkwassernormen. Durch die glatte, schmutz- und kalkabweisende Oberfläche kommt das Produkt vor allem im Bereich Sanitär-Installation zum Einsatz und bietet den Herstellern, z.B. von Dichtungen, Duschköpfen oder anderen Armaturen, Mehrwert.

Die neuen Compounds der DW-Reihe erfüllen die wichtigsten europäischen Trinkwassernormen. [...]

KRAIBURG TPE GmbH & Co. KG
Statische Dichtungen:

Wie überall in der Industrie werden die Temperaturen und Drücke für Prozesse immer höher, um Wirkungsgrad und Leistungsfähigkeit zu steigern. Das gilt gleichermaßen für ein semiautomatisiertes System mit Festbettreaktor zum Testen von heterogenen Katalysatoren. Mit Betriebsspezifikationen von gleichzeitig 200 bar und 500 °C stößt man nicht nur bei der Zersetzung von organischen Stoffen, sondern auch bei den Anforderungen an die Abdichtung des Reaktors in neue Dimensionen vor.

Das System der ILS-Integrated Lab Solutions GmbH, einem Hersteller für verfahrenstechnische Anlagen, wurde von der Premex Reactor AG aus der Schweiz gebaut und arbeitet seit August 2009 mit einem Flachdichtungswerkstoff aus Graphit erfolgreich im Dauereinsatz. Die Konstruktion sieht für den eigentlichen Reaktor jeweils eine Flachdichtungsanbindung oben und unten vor, die über eine G2“-Verschraubung hergestellt wird. Vor allem die verwendeten Hochtemperaturstähle verlangen nach einer möglichst weichen Dichtung, um Beschädigungen der Dichtflächen beim Produkt- bzw. Versuchswechsel zu vermeiden. [...]

Marco Schildknecht (Frenzelit Werke GmbH)

In der Lebensmitteltechnik spielt das Hygienic Design einer Dichtungslösung inkl. der Einbauräume eine zentrale Bedeutung. In der Praxis bedeutet dies, dass diese Dichtungslösungen sehr spezifisch ausgelegt werden müssen und somit Standardlösungen aus den Bereichen Hydraulik und Pneumatik nur begrenzt und nur unter ganz besonderen Rahmenbedingungen eingesetzt werden können. Interessanter sind hier lebensmittelspezifische Dichtungslösungen.

Bei allen Verarbeitungsprozessen der Lebensmittelindustrie hat die Gesundheit der Verbraucher den höchsten Stellenwert. Deshalb müssen die Betreiber solcher Anlagen sicherstellen, dass alle Maßnahmen zur sauberen Erzeugung von Lebensmitteln eingehalten werden. Dies betrifft somit auch einzelne Bestandteile einer komplexen Anlage, wie z.B. die eingesetzten Dichtungen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Prozesse in der Lebensmitteltechnik sehr spezifische Anforderungen an die Dichtungstechnik stellen. Bei der Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln kommt es oftmals zu extremen Anforderungen bezüglich der Medien- und Temperaturbeständigkeit sowie der Beständigkeit gegenüber den erforderlichen Reinigungsprozessen. [...]

Dipl. Ing. Stephan Kißner (IDG Dichtungstechnik GmbH)

Mit der Multi-Pressringdichtung der Serie 100 können Kabel und Rohre von 0-65 mm Außendurchmesser universell abgedichtet werden.  Ein 40 mm starkes EPDMGummielement wird bei diesen Dichtungen mit zwei V2A-Scheiben beim Anziehen der Schrauben verpresst, wodurch der Ringraum zwischen Mediumrohr und Futterrohr oder der Kernlochbohrung gas- und wasserdicht verschlossen wird.

Durch die teilbare Ausführung ist die Multi-Pressringdichtung auch bei bereits verlegten Kabeln einsetzbar. Auch als Blindverschluss DN 100 zu verwenden. [...]

Kröner GmbH

Ein Schrecken für jede Industrieanlage – korrodierte Ventile in den Rohrleitungen! Doch woher kommen diese Korrosionserscheinungen und wie lassen sie sich verhindern? Normalerweise treten zwischen den Metallteilen und den Dichtsystemen aus Graphit keine Wechselwirkungen auf. Wenn jedoch beide gemeinsam einem flüssigen Medium ausgesetzt sind, das dazu noch elektrisch leitfähig ist, kommt es zu einer galvanischen Korrosion.

Korrosionshemmende Dichtsysteme sorgen bei vielen Unternehmen für hohe Anlagensicherheit. [...]

Garlock GmbH
Dynamische Dichtungen:

Verminderte Reibung sorgt indirekt für eine geringere CO2-Belastung. Mit diesem Zusammenhang und vor dem Hintergrund der aktuellen Klimadiskussion haben sich die Anforderungen für diesen Dichtungstyp verschoben. Zu diesem und weiteren Themen, wie den Folgen der angespannten Rohstoffsituation äußern sich unsere Experten – ein Überblick.

 „Ein zentraler Trend geht zu Dichtungslösungen, mit denen die CO2-Belastung und der Kraftstoffverbrauch durch Reibungsminimierung reduziert werden.  Dies wird mit neuen Lösungen erreicht, die gleichzeitig eine deutlich erhöhte Lebensdauer und Robustheit bieten.“ – Roland Worsley, Leiter Product Management und Marketing für automotive Dichtungen, SKF Automotive Division

„Waren lange Zeit eher Leckagefreiheit und Lebensdauer von Dichtsystemen von Interesse, kam in jüngerer Vergangenheit vehement die Reduktion von Reibungsverlusten hinzu.“ – Professor Dr. Werner Haas, Institut für Maschinenelemente der Universität Stuttgart

„Gebündeltes Werkstoff- Know-how, tiefe Kenntnis der Dichtungstechnologie, Mechatronik und Schmierstofftechnik sind eine Voraussetzung für die geforderten reibungsreduzierenden Dichtungslösungen.“ – Dr.-Ing. Eberhard Bock, Director Division Product Pre-Development Global Oil Seals, Freudenberg Sealing Technologies GmbH & Co. KG

„Moderne Gleitringdichtungen bieten höchste Leistung bei niedrigen Betriebskosten und tragen damit den zentralen Anforderungen der Anwender Rechnung.“ – Dipl.-Ing. (FH) Detlev Huber, Manager After Sales Service, ESD GmbH EKATO Sicherheits- und Dichtungstechnik

„Die Materialknappheit bei Fluorpolymeren wird uns noch einige Zeit begleiten, zumindest mauch in 2012, jedoch sind jetzt schon Kapazitätssteigerungen in der Herstellungskette angestoßen, wodurch sich die Situation spätestens 2013 wieder stabilisieren wird.“ – Dr. Michael Schlipf, Leiter Entwicklung, ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH

„Moderne Werkstoffe sind ein Treiber der Entwicklung bei dynamischen Dichtungen. Lösungsansätze auf der Basis von PTFE tragen aktuell den ständig wachsenden Anforderungen in verschiedenen Branchen Rechnung.“ – Horst Weidner, Geschäftsführer, ADITEC GmbH [...]

Roland Worsley (SKF Automotive Division), Professor Dr. Werner Haas (Institut für Maschinenelemente der Universität Stuttgart), Dr.-Ing. Eberhard Bock (Freudenberg Sealing Technologies GmbH & Co. KG), Dipl.-Ing. (FH) Detlev Huber (ESD GmbH EKATO Sicherheits- und Dichtungstechnik), Dr. Michael Schlipf (ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH), Horst Weidner (ADITEC GmbH)

Nach drei Jahren Einsatz in Reaktoren zur Herstellung von Polyethylen wurde die Gleitringdichtung ESD66P einer kritischen Begutachtung unterzogen. Die dreifachwirkende Hochdruck-Gleitringdichtung war permanent Temperaturen von bis zu 300 °C und einem Druck von bis zu 240 bar ausgesetzt. Trotz dieser hohen Belastungen zeigte die Preventive Maintenance, dass die Gleitringe kaum Verschleiß aufweisen – und das bei niedrigen Leckageraten.

Aufgrund des Konstruktionsprinzips unterliegen die Gleitringe einer geringeren Belastung als bei herkömmlichen, doppeltwirkenden Gleitringdichtungen. Die Vorteile: Niedrigere Temperaturen, weniger Verschleiß und längere Standzeiten bei erhöhter Sicherheit. [...]

ESD GmbH EKATO Sicherheits- und Dichtungstechnik

In der Industrie werden häufig neben fest installierten auch fahrbare Behältnisse eingesetzt, um Rührgut z.B. an einem Ort vorzubereiten und an einem anderen weiterzuverarbeiten. Gerade bei solchen mobilen Rührwerken zeigt die patentierte interseal Dichtung ihre Vorteile. Im Gegensatz zu herkömmlichen Gleitringdichtungen kommt diese Wellenlippendichtung komplett ohne Sperrmedium aus und läuft vollkommen trocken.

Geringes Fehlerpotenzial sowie signifikante Zeitersparnis bei der Montage der Dichtung. [...]

interseal Dipl.-Ing. Rolf Schmitz GmbH
Dichtungstechnik Allgemein:

Effizienz ist heute eines der zentralen Schlüsselthemen – auch für die Dichtungstechnik. Wie allen großen Themen haftet der Effizienz etwas Unspezifisches an. Um Präzisierung bemühte sich DICHT! im Gespräch mit Thomas Deigner, Geschäftsführer der SKF Economos Deutschland GmbH.

Herr Deigner, wie definieren Sie effiziente Dichtungslösungen?

In welchen Einsatzbereichen hat die Effizienz von Dichtungslösungen heute den größten Hebel auf die Effizienz der Gesamtsysteme?

Welche Rolle spielt hier die Auswahl der richtigen Werkstoffe?

Ein Thema, das derzeit diskutiert wird, sind spezifische Dichtungslösungen vs. Standarddichtungen – was spricht aus Ihrer Sicht für welchen Ansatz?

Was sind derzeit die zentralen Treiber für neue Dichtungslösungen?

An welchen Themen arbeiten Sie darüber hinaus vor dem Hintergrund aktueller Fragestellungen? [...]

Thomas Deigner (SKF Economos Deutschland GmbH)

Dichtungen sind wichtige Bauteile aller technischen Systeme – von Autos genauso wie von Küchenmaschinen, Raumfähren, Fahrradventilen, Kern- und Windkraftwerken, Wasserhähnen, Werkzeugmaschinen oder verfahrenstechnischen Anlagen. Trotzdem werden sie in der Forschung, der Lehre und allzu oft auch in der Praxis sträflich vernachlässigt. Ob dies aus Nachlässigkeit oder fehlendem Wissen geschieht, sei dahingestellt. Fakt ist – gleichgültig ob Entwickler, Konstrukteur, Fertiger, Monteur, Betreiber, Instandhalter, Einkäufer oder Qualitätssicherer – ohne fundiertes dichtungstechnisches Grundwissen geht es nicht. [...]

>> Übersicht der Teile 1 bis 12

Professor Dr. Werner Haas (Institut für Maschinenelemente der Universität Stuttgart)
Formteile/Profile:

Manche Ideen sind so verblüffend einfach, dass man sich fragt, warum vorher noch niemand darauf gekommen ist. Ein Beispiel ist das nicht rostende Kantenschutzprofil mit einem Kern aus Kunststoff statt aus dem herkömmlich verwendeten Metall. Die Lösung hat viele Vorteile und ist inzwischen in verschiedenen Branchen im Einsatz.

Eigentlich waren es die Kunden selbst, die Achim Pellen dazu gebracht haben, nach einer neuen Lösung für Kantenschutzprofile zu suchen. Auf Messen und im täglichen Business fragten Anwender immer wieder: „Wer erfindet endlich rostfreie Kantenschutzprofile?“ Denn die 08/15-Produkte mit einem Kern aus Metall und einer Ummantelung aus PVC, die in Industrie und Handwerk üblicherweise an Kanten eingesetzt werden, um für Schutz und Dichtigkeit zu sorgen und Verletzungen bei den Nutzern zu verhindern, hatten durch ihre Rostanfälligkeit entscheidende Nachteile. [...]

Achim Pellen (Achim Pellen Dichtungstechnik GmbH)

Für die Menü-Mobil Food System GmbH, einen Hersteller von individuellen und hochwertigen Catering-Systemen, entwickelte FKS einen neuen Transportdeckel, der das Verteilen von Speisen – u. a. in Seniorenheimen,Krankenhäusern und in der Ausser- Haus-Versorgung (Essen auf Rädern) – vereinfacht und verbessert.

Der eigene Werkzeugbau ermöglichte die schnelle und kostengünstige Fertigung von Vorrichtungen und Gussformen, was die Bemusterungskosten erheblich senkte. [...]

FKS Flüssigkunststoff GmbH
Flüssigdichtungen:

Zur Effizienzsteigerung von Spritzgießanlagen werden zunehmend vor- oder nachgelagerte Arbeitsschritte in den Fertigungsprozess integriert. Ein Beispiel ist das Mold’n Seal-Verfahren, bei dem eine Verkettung von Spritzgießen und Dichtungsschäumen realisiert wurde. Resultat dieses vollautomatisierten Inline-Schäumens ist eine deutliche Zeit- und Kostenersparnis.

Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten, eine Schaumraupe auf Bauteile aufzubringen: Entweder fährt ein beweglicher Mischkopf manuell oder automatisiert die Konturen des fest eingespannten Bauteils ab oder das Bauteil selbst ist beweglich und wird – z.B. von einem Robot-System – unter einem fest installierten Mischkopf entlanggeführt. Herkömmlicherweise ist das Beschäumen vom eigentlichen Spritzvorgang entkoppelt und daher ein klassischer nachgeordneter Arbeitsschritt. Nachteilig wirken sich bei diesem Produktionskonzept aber die Kosten für die Zwischenlagerung der vorproduzierten Teile aus, die i.d.R. zu einem späteren Zeitpunkt über Transferbänder der Schäumanlage zugeführt werden. Eine Alternative dazu ist das Anspritzen von Dichtungen noch im Werkzeug. Voraussetzung dazu sind eine Mehrkomponenten- Spritzgießmaschine und ein entsprechendes 2K-Werkzeug. Zunächst wird das Kunststoffteil gefertigt und dann der Schaum eingebracht. Allerdings eignet sich dieses Verfahren nur für einfache Bauteil-Geometrien. [...]

Oliver Giesen (Arburg GmbH + Co KG), Peter Fischer (Sonderhoff Holding GmbH)
Klebetechnik:

Das Verpressen der Platine auf einen mit Wärmeleitpaste bedeckten Kühlkörper war aus zwei Gründen immer eine Herausforderung. Einerseits wegen der Lufteinschlüsse, die sich teilweise zwischen Kühlkörper, Platine und Paste bilden konnten. Andererseits aufgrund der Bruchgefahr der Keramikplatine durch überhöhte Krafteinwirkung mit Andruckstiften (Pins).

Die Verwendung höchstgefüllter Wärmeleitpasten mit anschließendem luftblasenfreiem Vakuumfügen ermöglicht eine effektive Wärmeableitung. [...]

Scheugenpflug AG
Be- und Verarbeitung:

Kunststoff oder lackiertem Metall einen guten Schutz von Elektronik gegen Feuchte, Stäube, mechanische Beschädigungen und Ströme. Allerdings kommen immer häufiger gieß- und spritzfähige Materialien zum Einsatz. Die gängigen Verfahren haben neben verschiedenen Vorteilen auch deutliche Nachteile. Das neue QuickMelt-Verfahren bietet hier interessante Perspektiven – auch unter dem Aspekt der „Lifetime-Kosten“.

Ob im industriellen Umfeld, in Fahrzeugen, im Mediabereich oder in Haushaltsgeräten – Elektronik ist allgegenwärtig und nicht mehr wegzudenken. Demzufolge sind auch die Forderungen an ihre Zuverlässigkeit ständig gestiegen. Diese wird stark von den eingesetzten Gehäusen und der Kapselung der elektronischen Bauteile beeinflusst. Seit den 90er Jahren ist ein Verfahren im Einsatz, das ganz ohne zusätzliches Gehäuse auskommt – das Hot Melt Moulding. Hierbei wird das zu schützende Teil in eine Vergussform eingelegt und mit einem Schmelzklebstoff umspritzt. Die Gehäusekontur ergibt sich aus den Anforderungen des zu vergießenden Teils. Hierbei werden „Dichten, Schützen, Isolieren, Formgeben“ in einem Arbeitsgang erledigt. [...]

Dipl. Ing. Hans-Werner Chwalisz (OHRMANN MONTAGETECHNIK GmbH)

Die Kundenanforderungen in der Automobil- sowie in der Elektround Elektronikbranche sind klar definiert: Effiziente und wirtschaftliche Lösungen für einen wirkungsvollen Schutz elektronischer Bauteile. Dies fordert verbesserte Auftragsverfahren sowie gezielte Oberflächenbehandlungen für optimale Klebeergebnisse.

Vorteile des Verfahrens sind ein schneller und sicherer Klebeprozess bei höchster Prozessstabilität, Kostenvorteile, eine verringerte Ausschussrate sowie der umweltschonende Produktionsprozess. [...]

BARTEC Dispensing Technology GmbH

Bei dem neuen Elastomer- Material für Dichtungen kann bei der Ausvulkanisation auf den teuren und energieintensiven Temperprozess verzichtet werden, der bislang Industriestandard war. Die neue Elastomermischung K16® setzt Federal-Mogul erstmals bei den Unipiston®-Schaltkolben mit anvulkanisierter Dichtlippe für Automatik- und Doppelkupplungsgetriebe ein.

Die K16-Technologie kann auch auf andere Elastomer-Produkte wie Dichtungen für Ölwannen und Motorabdeckungen oder so gut wie jede andere Dichtungsanwendung adaptiert werden. [...]

Federal-Mogul Corporation

Die wesentlichen konstruktiven Bestandteile eines Wasserstrahlschneidesystems sind herstellerübergreifend vergleichbar. Der entscheidende Unterschied liegt im Detail. De facto geht es darum, wie gut ein Wasserstrahlsystem in sich abgestimmt ist und wie präzise es sich der jeweiligen Schneidaufgabe anpassen lässt. In diesem Zusammenhang ist die Schneidgeschwindigkeit maßgeblich, die den wesentlichsten Einfluss auf Qualität und Kosten hat. Sie ist zum überwiegenden Teil nicht von den Basisparametern wie Wasserdruck oder Wassermenge abhängig – herstellerübergreifende Unterschiede bewegen sich hier im einstelligen Prozentbereich, sondern von der erforderlichen Schneidqualität.

Bis auf die Eingabe der gewünschten Schnittqualitäten konfiguriert sich das System automatisch und ohne Umrüstaufwand. [...]

Stein-Moser GmbH
Mess- und Prüftechnik:

Welchen Vorteil bringt es, Dichtungen bzw. Baugruppen mit Dichtungen dem Prozess einer Qualifizierung zu unterziehen, wenn doch dieser Prozess oft zeitaufwändig und vor allem mit zusätzlichen Kosten verbunden ist? Ganz einfach – es rechnet sich.

Prinzipiell lässt sich durch eine geeignete Qualifikation die Aussagefähigkeit des Produktes erhöhen. In Branchen wie z.B. der Automobilindustrie ist dies im Zuge der Bemusterung sogar zwingend notwendig. Generell gibt es für fast jeden Einsatzort Normen, die Anforderungen an das Produkt beschreiben, sodass über eine Qualifizierung der Nachweis, dass z.B. die Dichtlippe den Anforderungen entspricht, erbracht werden kann. Darüber hinaus erlebt man in verschiedenen Branchen wie z.B. der Solarindustrie eine Zunahme bei der „Absicherung“ von Produkten. Hier spielt die Zuverlässigkeit eine wichtige Rolle. Die Produkte werden erst seit einigen Jahren in großem Maßstab produziert. Normung und Felddaten sind daher nicht ausreichend vorhanden. [...]

Heiko Walter, Konstantinos Marmaridis (DOSTECH GmbH)

Das digi test II Rückprall-A-Elastizitätsprüfgerät dient der Ermittlung des Rückprall-Elastizitätsverhaltens bei der Stoßbeanspruchung von Elastomeren, Gummi und gummiähnlichen Werkstoffen. Diese Prüfung gibt Aufschlüsse über das dynamische Verhalten und die Qualität der verschiedenen Werkstoffe. Sie zeigt außerdem Veränderungen nach Dauerschwingversuchen und Alterung.

Vorhandene digi test II Rückprall-Elastizitätsprüfgeräte können auch nachträglich automatisiert werden. [...]

Bareiss Prüfgerätebau GmbH
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