Mess- und Prüftechnik

Aktuelles / Entwicklungen - Mess- und Prüftechnik

22.02.2018
Erweiterte Dichtheitsprüfgeräte

Für die Überdruckprüfungen bietet CETA zwei Serien von Überdruckprüfgeräten an, die technisch erweitert wurden – das CETATEST 715 für den Einsatz in automatisierten Produktionslinien und das kostengünstige CETATEST XS für die Dichtheitsprüfung direkt befüllbarer Prüfteile.

Viele anspruchsvolle Dichtheits-Prüfaufgaben erfordern den Einsatz eines Differenzdruckprüfgerätes. Typische Testgrenzwerte liegen in der Größenordnung von ca. 10 Pa/s. Dieser Prüfgerätetyp enthält zwei Drucksensoren: CETA setzt hier einen piezoresistiven Überdrucksensor für die Prüfdrucküberwachung und einen i.d.R. piezoresistiven Differenzdrucksensor für die Druckverlustmessung ein. Dieser Differenzdrucksensortyp hat eine sehr gute Linearität und eine hohe interne Auflösung (0,01 Pa), zeigt keinen Volumeneffekt und ermöglicht die präzise Messung geringer Druckverlustwerte bei guter Wiederholbarkeit. Ein Überdruckprüfgerät ist preisgünstiger und enthält nur einen Überdrucksensor. Mit diesem wird der Prüfdruck überwacht und in der Messphase durch Verstärkung seines Ausgangssignals der Druckunterschied gemessen. Das Sensorsignal wird so auf effektive Art und Weise genutzt. CETA empfiehlt als groben Richtwert den Einsatz ab Druckgradienten von ca. 30 Pa/s. Bei Prüfdrücken kleiner 500 mbar lassen sich auch bei geringeren Druckgradienten sehr gute Ergebnisse erzielen. Es wird empfohlen, die Eignung durch Versuche abzusichern. Das CETATEST 715, das mit einer Vielzahl von Optionen und Schnittstellen ausgestattet werden kann, eignet sich für den Einsatz in automatisierten Produktionslinien. Dieses ist nun auch als Zweikanalversion verfügbar und ermöglicht die gleichzeitige Dichtheitsprüfung von zwei Prüfteilen. Die kostengünstige CETATEST XS Serie eignet sich für die Dichtheitsprüfung direkt befüllbarer Prüfteile. Es erlaubt u.a. die Prüfung kleinvolumiger Prüfteile in kurzer Zeit. Die verfügbaren Druckbereiche wurden um den Kombinationsdruckbereich -/+1 bar erweitert, was einen flexibleren Einsatz ermöglicht. Optional ist für diese Prüfgerätetypen eine DAkkS-Kalibrierung möglich.

CETA Testsysteme GmbH, CETATEST 715/XS.
22.02.2018
XL-Schnüffeladapter

Der neue „XL-Schnüffeladapter“ von Inficon sorgt dafür, dass das Lecksuch- und Dichtheitsprüfgerät LDS3000 nun einfacher in automatisierten Roboter-Anlagen eingesetzt werden kann.

Dabei führt ein Roboterarm die Messsonde dynamisch über die Prüfteile. Die Besonderheit des XL-Schnüffeladapters ist, dass er einen sehr hohen Gasfluss von 3000 sccm erzeugt – eine zentrale Voraussetzung für eine dynamische Roboterlecksuche. Nur durch einen hohen Gasfluss lassen sich beim Abscannen eines Bauteils anhand des austretenden Prüfgases auch kleine Leckraten von beispielsweise 1 x 10-4  mbar∙l/s überhaupt erkennen. Als Prüfgase dienen dem LDS3000 wahlweise Helium oder das kostengünstige Formiergas, ein unbrennbares Gemisch aus 5% Wasserstoff und 95% Stickstoff. Das Lecksuchgerät Protec P3000XL saugt austretendes Prüfgas ebenfalls mit einem sehr hohen Fluss von 3000 sccm an und ist damit auch für das Roboterschnüffeln einsetzbar. Allerdings gestattet die Kombination aus LDS3000 und XL-Schnüffeladapter noch höhere Prozessgeschwindigkeiten, denn der LDS3000 nutzt andere, optimierte Signalverarbeitungs-Algorithmen.

01.02.2018
Lasergesteuerte Härteprüfung von O-Ringen

Bei der bedarfsgerechten Auswahl von Elastomerwerkstoffen für die Herstellung kundenspezifischer Elastomer-, Kunststoff- und TPE-Teile für Industrieunternehmen setzt Kremer verschiedenste, moderne technische Verfahren, wie z.B. die lasergesteuerte Härteprüfung, ein.

Die Härte ist bei der Wahl eines geeigneten Elastomer-Werkstoffes ein bedeutendes Kriterium. Um sie zu ermitteln, wird eine normgerechte Härteprüfung vorgenommen. Dabei bedeutet nicht immer „härter“ auch „besser“. Manchmal ist es für die Funktionalität einer Dichtung gerade erforderlich, dass sie sich an Oberflächen der Dichtungspartner anschmiegt oder sich stärker verformen lässt. Auch O-Ringe verdanken ihre Wirksamkeit im Wesentlichen der Tatsache, dass sie sich unter Anpressdruck verformen und so alle Lücken verschließen, durch die z. B. Wasser oder andere flüssige Agenzien eindringen könnten. Gleichzeitig muss aber auch eine Formstabilität gewahrt bleiben, um - gerade bei O-Ringen - eine Spaltextrusion zu verhindern. Die notwendige Härte, die sich aufgrund der Dichtaufgabe im Anwendungsfall empfiehlt, muss innerhalb der Härtetoleranz von ±5 Härtepunkten gewährleistet sein. Um dies im Herstellerwerk und beim Kunden gleichermaßen prüfen und nachvollziehen zu können, sind reproduzierbare Härteprüfungen notwendig. Die Härteprüfung an elastomeren Bauteilen wird vorzugsweise nach Shore-A oder IRHD (International Rubber Hardness Degrees) vorgenommen. Die Härtemessung nach Shore-A wird an 6 mm dicken Normprobekörpern vorgenommen und dient dem Elastomerverarbeiter zur Wareneingangskontrolle und Freigabeprüfung seiner Gummimischung für die Produktion von Gummiteilen. Nun weisen die kundenspezifisch hergestellten Elastomerprodukte in den seltensten Fällen Wanddicken von 6 mm auf, sodass der Kunde und Weiterverarbeiter des Produktes daran eine normgerechte und damit vergleichbare Härteprüfung nach Shore-A vornehmen könnte. Bei dünnwandigen Elastomerprodukten und bei gekrümmten Oberflächen des Gummi-Fertigteils eignen sich die Härtemessverfahren nach Mikro-Shore  oder IRHD, das z.B. klassisch für die Härtemessung an O-Ringen verwendet wird. Die verschiedenen Härteprüfverfahren funktionieren trotz Detailunterschieden dennoch alle nach ein und demselben Prinzip: In das Produkt, dessen Härte es zu ermitteln gilt, wird eine Messnadel, ein   Indenter, mit definierter Kraft auf der Oberfläche aufgesetzt und für eine definierte Zeitdauer angedrückt. Je mehr das Objekt dem Indenter nachgibt, d. h. je tiefer er eindringen kann, umso weniger hart ist der elastomere Werkstoff. Sowohl bei den Verfahren nach Shore-A, Mikro-Shore als auch nach IRHD wird die maximale Härte mit dem Wert 100 angegeben, der niedrigste mit 0. Die für industrielle Anwendungsfälle meist verwendete Härte von Dichtungswerkstoffen beträgt 60 – 70 Shore A und wird auch gerne als „mittlere Härte“ bezeichnet. Diese Angabe kann Nicht-Fachleuten als eine erste Orientierungshilfe dienen. Bei Kremer besteht die IRHD-Härtemessung an O-Ringen aus drei Schritten. Zuerst wird eine lasergestützte Messung der Höhe der O-Ringe vorgenommen und dabei der höchste Punkt der gekrümmten Oberfläche ermittelt. Anschließend wird das Messsystem auf den Wert 100 kalibriert, der einen Werkstoff bezeichnet, in den kein Eindringen möglich ist. Das Messgerät fährt nun den Messpunkt an, an dem die Messnadel für 30 s mit genau definiertem Druck exakt auf der höchsten Stelle der O-Ring-Krümmung aufsetzt und in den zu messenden O-Ring eindringt. Der Wert fällt dabei von 100 schlagartig ab, bis er sich zum Ende der Messung nur noch ganz wenig verändert. Die finalen Messwerte in IRHD und Mikro-Shore entsprechen zwar nicht exakt dem Wert nach Shore-A, der an der 6 mm starken Prüfplatte des verwendeten Elastomers ermittelt wurde, sind aber ausreichend genau, um eine Aussage über die Härte am Fertigteil machen zu können.

26.10.2017
Drei auf einen Streich

Das neu entwickelte Triple Shore A von Bareiss bietet die Möglichkeit, gleichzeitig drei Härteprüfungen nach Shore A normgerecht an einer Probe durchzuführen. Das spart Zeit und beugt Fehlern durch Benutzer vor.

Das Triple Shore A verfügt über drei voneinander unabhängig gelagerte Prüfstempel, wodurch kleine Oberflächen- und Parallelitätsfehler in der Probe ausgeglichen werden. Der Prüfkopf senkt sich mit der normkonformen Geschwindigkeit von 3,2mm/s auf die Probe ab und misst die Härte gleichzeitig an drei unterschiedlichen Punkten auf der Probe. Die drei einzelnen Messwerte sowie statistische Auswertungen, wie z.B. Median und Mittelwert, werden direkt auf dem Display angezeigt. Die Software führt aus den gemessenen und berechneten Werten intern bereits einen Plausibilitätscheck durch, sodass dadurch die Risiken von Fehlmessungen auf ein Minimum reduziert werden. Der interne Speicher des Prüfgeräts umfasst 300 Messwerte. Diese können bei Bedarf jederzeit in die Bareiss eigene Standardsoftware übertragen werden. Hier bietet sich die Möglichkeit, weitere Berechnungen durchzuführen und Messprotokolle zu erzeugen. Für dieses Gerät können auch DAkkS-Kalibrierscheine ausgestellt werden.

Heinrich Bareiss Prüfgerätebau GmbH, Triple Shore A.
04.09.2017
Neues berührungsloses Kolbenring-Messverfahren

Für die automatisierte optische Messung zur Bestimmung der Rauheit und Mikrostruktur von Kolbenringlaufflächen haben Federal-Mogul Powertrain und die NanoFocus AG ein neues Verfahren entwickelt.

Bei der Gemeinschaftsentwicklung für die Produktionskontrolle und Qualitätssicherung in der Kolbenringfertigung bei Federal-Mogul Powertrain in Burscheid handelt es sich um die spezifische Kombination eines optischen Messsystems von NanoFocus mit einer Software und Kolbenring-Produktdatenbank von Federal-Mogul. Kolbenringe tragen entscheidend zur Funktion und dem Emissionsverhalten von Motoren in Fahrzeugen bei. So ermöglichen die Kolbenringlösungen mit optimierten Reibungs-, Verschleiß- und Dauerhaltbarkeitseigenschaften eine Reduzierung von Kraftstoffverbrauch und CO2 -Emissionen sowie eine längere Motorlebensdauer. Als mechanisch stark beanspruchte Komponenten im Tribologie-System von Kolben, Kolbenring und Zylinder wird ihr Reibungs- und Verschleißverhalten durch funktionale Oberflächenstrukturierungen definiert. Eine abtastende Rauheitsmessung auf den DuroGlide® -beschichteten LKZ® -Ölabstreifringen mit ihren konisch-zylindrischen Laufstegen und auf Stahllamellen gestaltet sich relativ aufwändig. Zudem kann ein Bedienereinfluss bei der Auswahl der richtigen Messstellen nicht ausgeschlossen werden. Eine gegenüber taktilen Verfahren bessere und effizientere Messtechnik-Lösung war gefragt. Das optisch-konfokale µsurf custom-Messsystem der NanoFocus AG wurde hardware- wie softwareseitig speziell für die Analyse von Kolbenringlaufflächen angepasst und bietet die Möglichkeit zur fertigungsnahen Messung großer Stückzahlen. Dies wird zum einen durch ein benutzerfreundliches und effizientes Probenhandling realisiert, da Kolbenringe schnell eingelegt und für die Messung präzise positioniert werden können. Zudem sind der Messvorgang und die Messdatenauswertung voll automatisiert. Die Messstelle auf der Kolbenringlauffläche wird vom Messsystem halbautomatisch angefahren und anhand eines definierten Messflecks (0,8 x 0,8 mm2 ) gemessen. Anschließend erfolgt die automatische Analyse und Auswertung mittels einer speziellen Software von Federal-Mogul Powertrain, die auf die - in der hauseigenen Kolbenring-Produktdatenbank hinterlegten - Informationen zu den Rauheitskenngrößen Rk (Kernrautiefe) und Rpk (reduzierte Spitzenhöhe) zurückgreift.

Federal-Mogul Powertrain, NanoFocus AG, Kolbenring-Messverfahren.
25.08.2017
Für großvolumige Prüfteile

Mit dem neuen Massendurchflussprüfgerät CETATEST 615 von CETA lassen sich auch kleinste Leckagen von deutlich < 0,5 Nml/min in großvolumigen Prüfteilen vollautomatisch detektieren.

Das Messverfahren basiert auf der thermischen Massendurchflussmessung, als Prüfmedium wird Druckluft genutzt.  Das System eignet sich z.B., um die Dichtheit großvolumiger Bauteile, die im Bereich der Elektromobilität eingesetzt werden, sicherzustellen. Für die Dichtheitsprüfung wird ein extern angeschlossenes Reservoirvolumen, das Nachströmvolumen, befüllt und dient als Druckreservoir. Durch das Umfluten der Prüfluft aus dem vorher befüllten Reservoirvolumen können Undichtigkeiten ohne die störenden Einflüsse eines Regelvorganges bestimmt werden. Der Massendurchfluss wird mit einem thermischen Massendurchflusssensor gemessen. Der gemessene Massendurchflusswert wird in einer Normeinheit dargestellt, wobei der Anwender die jeweiligen Bezugsbedingungen festlegen kann. Temperatureinflüsse werden automatisch kompensiert. Die Einstellung unterschiedlicher Reservoirfülldrücke erfolgt durch einen elektronischen Druckregler. Das System wird über ein echtzeitfähiges Mikrocontrollersystem mit 16-Bit μC/40 MHz vollautomatisch gesteuert, Messwerterfassung und -auswertung eingeschlossen. Der Fülldruck des Reservoirs wird auf Basis des Verhältnisses Reservoir- zu Prüfvolumen automatisch berechnet.

MOTEK 2017, zeitgleich zur Bondexpo: Halle 3, Stand 3320

CETA Testsysteme GmbH, CETATEST 615.
22.06.2017
Weiterentwickeltes 3D-Profilometer

Das 3D-Profilometer von KEYENCE verfügt jetzt über eine automatische Inspektionsfunktion, die eine einfache und benutzerunabhängige Prüfung von 3D-Formen in Sekunden erlaubt. Zudem können Profilschnitte und Oberflächen mit CAD-Daten verglichen werden. So können nun schnell, einfach und präzise Unterschiede visualisiert werden.

Zudem können Profilschnitte und Oberflächen mit CAD-Daten verglichen werden. So können nun schnell, einfach und präzise Unterschiede visualisiert werden. Die Oberflächenformen werden komplett in 3D erfasst und schwanken dabei nicht in Abhängigkeit vom Benutzer. Bei baugleichen Proben werden die Abweichungen geprüft und visualisiert. Darüber hinaus können mithilfe der Batch-Analyse identische Messungen, wie Profil, Querschnitt, Volumen, Fläche, Ebenheit und Rauheit, an mehreren baugleichen Prüflingen gebündelt durchgeführt werden. So spart man sich die zeitintensive Einzelprüfung von Proben bei gleicher Messaufgabe. Im Anschluss lassen sich die erfassten 3D-Daten in ein CAD-Programm importieren. Die weiterführenden Funktionen des 3D-Profilometers können in einem großflächigen Bereich von bis zu 200mm x 100mm eingesetzt werden. Auf diese Art und Weise lassen sich auch große Bauteile unter Zuhilfenahme von Toleranzgrenzen auf OK/n.i.O. bewerten.

KEYENCE Deutschland GmbH, 3D-Profilometer.
12.05.2017

Mit dem LDS3000 AQ stellt Inficon ein neues Dichtheitsprüfgerät für den Einsatz in einer einfachen Akkumulationskammer vor. Das Gerät kann für die Prüfung in der Akkumulationskammer erstmals auch das kostengünstige Formiergas als Prüfgas nutzen. Dennoch hat das Gerät im praktischen Einsatz eine niedrige Nachweisgrenze und kann Lecks bis in den Bereich von 10-5  mbar∙l/s detektieren. Damit ist dieses System ebenso zuverlässig, wie es früher nur die aufwändige Helium-Vakuumprüfung sein konnte – zu ähnlichen Kosten wie eine Luftprüfung.

Mit dem LDS3000 AQ schließt man die Nachweislücke zwischen der Luft- bzw. Druckabfallprüfung einerseits und der Helium-Vakuumprüfung andererseits. Gegenüber der Luftprüfung hat die Akkumulations-Methode neben ihrer höheren Genauigkeit einen weiteren Vorteil: Während die Ergebnisse der Luftprüfung durch Schwankungen von Temperatur und Luftfeuchtigkeit sehr leicht verfälscht werden können, erbringt die Prüfung in der Akkumulationskammer stets zuverlässige Ergebnisse mit sehr hoher Wiederholgenauigkeit. Das System lässt sich wahlweise mit Formiergas oder mit Helium betreiben. Es ist mit modernen Feldbus-Schnittstellen ausgestattet und somit Industrie-4.0-ready. Bei der Akkumulations-Methode wird das Prüfteil in eine einfache Akkumulationskammer gebracht, die weit weniger strenge Dichtheitsanforderungen erfüllen muss als eine Vakuumkammer. Das Innere des Prüfteils wird dann unter Druck entweder mit Formiergas oder Helium beaufschlagt, sodass das Prüfgas aus etwaigen Leckstellen austritt. Ventilatoren dienen dazu, das Prüfgas gleichmäßig in der Akkumulationskammer zu verteilen. Abhängig davon, wie viel von dem Gas sich in einem definierten Zeitintervall im gegebenen Volumen der Prüfkammer ansammelt, errechnet sich die Leckrate. Diese Methode empfiehlt sich nicht zuletzt für kleine und mittelgroße Prüfteile, die auf Flüssigkeitslecks getestet werden sollen und z.B. öl- oder wasserdicht sein müssen.

Inficon GmbH, LDS3000 AQ.
28.04.2017

Auf der Hannover Messe stellte Pfeiffer Vacuum mit dem ASI 35 einen Lecksucher vor, der sich für Maschinenbauer, Integratoren und Endanwender eignet. Er ist für anspruchsvolle Prüfaufgaben mit kleinsten Untergrundsignalen konzipiert und ermöglicht kurze Gesamtdurchlaufzeiten. Die robusten Iridium-Filamente sorgen für lange Lebensdauer. Der modulare Aufbau erlaubt Integration auch unter beengten Platzverhältnissen.

Der Lecksucher ASI 35 wurde für Universalspannung ausgerüstet, sodass er sich ohne besondere Konfigurierung weltweit einsetzen lässt. Zudem ist das Gerät für Betriebsbedingungen mit Umgebungstemperaturen von bis zu 45 °C ausgelegt. Die einfache Integration wird durch ein breites Spektrum an Schnittstellen ergänzt, über die Datenerfassung und vollständige externe Systembedienung möglich sind. Bei kundenspezifischer E/A-Konfiguration kann das Gerät in der Grundausstattung auch ohne PC oder SPS betrieben werden. Für hohe Konnektivität und einfache Bedienung der Produkte wurde die ASM Pocket App zur Steuerung des Lecksuchers entwickelt. Messwerte (Leckrate, Druck) des Lecksuchers werden als Ziffern und als Graph auf dem mobilen Endgerät angezeigt. Die App ermöglicht das Starten und Stoppen von Messzyklen, Autokalibrierung und Aktivierung der Zero-Funktion. Für die Plattformen iOS und Android kann die App kostenlos aus dem Apple Store beziehungsweise bei Google Play heruntergeladen werden. Die Verbindung mit dem Lecksucher erfolgt über Bluetooth (Android) oder über WLAN.

Pfeiffer Vacuum GmbH, ASI 35.
18.04.2017

Profildichtungen können aus Elastomeren wie EPDM, Silikon oder CR (Chloroprenkautschuk) und TPE (Thermoplastische Elastomere) hergestellt werden. Profile leisten viel und müssen daher auch in größter Werkstoffsorgfalt produziert werden. Auch der Einfluss auf andere Materialien im Verbau bedarf sorgfältiger Qualitätsvorausplanung. Kremer ging der Frage nach, wie für die unterschiedlichen elastischen Dichtungswerkstoffe sichergestellt werden kann, dass diese in Kombination mit transparenten Kunststoffen wie PMMA und PC keine Spannungsrisse verursachen.

Dichtungsprofile aus Silikon und EPDM sind sehr witterungs- und UV-beständig. Daher sind die Werkstoffe prädestiniert für den Einsatz im Fassadenbau. Gerade EPDM ist besonders robust gegen Umwelt- und Witterungseinflüsse. Wärme, Ozon, schwache Säuren schaden einem Profil aus EPDM nicht. Chloroprenkautschuk bietet gute mechanische und elastische Eigenschaften, hat aber seine Grenze bei sehr hohen Kältetemperaturen, also extremen Minusgraden, und in Kontakt mit Kraftstoff. Die Fensterbauindustrie verwendet immer häufiger den Werkstoff TPE. TPE lassen sich leicht verarbeiten, sind frei einfärbbar und weisen eine hohe Elastizität auf. Um eine Spannungsrissbildung bei PMMA (Plexiglas®) und PC (Polycarbonat) durch den Kontakt mit den Profildichtungen zu vermeiden, ist der Einfluss der Elastomermischungen in einem Kurzzeitstandversuch zu beurteilen. Kremer macht die Einflussnahme von unterschiedlichen Elastomermischungen in ihrer Wirkung auf PMMA deutlich.

Schritt 1: Auswahl der Elastomere, die prinzipiell als Grundlage für eine statische Profildichtung in Frage kommen. Bei der Auswahl spielen natürlich in hohem Maße auch technische Erfahrungswerte eine große Rolle.

Schritt 2: Die zu testenden Elastomere werden in Form von Materialprüfplattenzuschnitten oder Profilsektionen auf waagerecht eingespannte PMMA-Biegestäbe aufgebracht. Dabei ist zu beachten, dass die Elastomere die obere Seite der Biegestäbe vollflächig berühren. 

Schritt 3: Am anderen Ende der Biegestäbe (Hebelarm) wird ein definiertes Gewicht angehängt. Am Punkt der Einspannstelle herrscht eine Zugspannung von 30 MPa (Megapascal, 1 MPa = 10 bar), die mit wachsender Entfernung von der Einspannstelle annähernd linear abnimmt.

Schritt 4: Die Zugspannung und die Ingredienzien der elastomeren Mischungen wirken für eine Dauer von 24 h gleichermaßen auf die Probekörper ein. Die Temperatur beträgt dabei 50 °C.

Schritt 5: Nach 24 h werden die aus Elastomeren hergestellten Probekörper von den PMMA-Biegestäben entfernt. Danach erfolgt die Ermittlung der Entfernung des ersten sichtbaren Spannungsrisses von der Einspannstelle. Mithilfe der ermittelten Entfernung wird die dort wirkende Biegespannung errechnet und als Grenzspannung bezeichnet. Erfahrungswerte geben vor, welche Grenzspannung mindestens erreicht werden muss, um eine Rissbildung von PMMA oder PC in der Praxis zu vermeiden.  Für die Verwendung als Dichtungsmaterial im Kontakt mit PMMA oder PC sind Elastomere geeignet, die Grenzspannungen von > 15 MPa erreichen. Im vorgenannten Versuchsaufbau – es handelte sich um eine Prüfung für Profildichtungen im Gewächshausbau – führte der erreichte Grenzspannungswert des Werkstoffs von > 18 MPa klar zu der Aussage, als Dichtungsmaterial verwendet werden zu können.

 

Veränderungen in der Zusammensetzung der „Dichtungspartner“, also von dem Dichtmaterial und dem Material, auf das die Dichtung aufgebracht wird, führen zu einer Veränderung der Prüfergebnisse. Alterungsprozesse und Witterungseinflüsse sind Faktoren, die sich auf Dauer nicht ausschließen lassen und ebenfalls eine Veränderung herbeiführen. Umso wichtiger ist es, dass im Vorfeld der Werkstoff im Hinblick auf den Einsatzzweck und seine Wirkung auf andere Materialien genau geprüft wird.

Kremer GmbH, Profildichtungen.
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