14.09.2017

Können wir noch vertrauen?

Es vergeht kaum ein Tag, an dem der Abgasskandal keine Schlagzeilen macht. Derzeit in Form von Diesel-Fahrverboten in den Innenstädten, um so die Gefährdung der Menschen durch Feinstaub zu senken und die damit verbundene Diskussion, welche Form der Nachrüstung von wem bezahlt wird. Als Verbraucher fühle ich mich getäuscht: Vor dem Kauf eines Dieselfahrzeugs wurde mir vorgegaukelt, dass gesetzliche Normen eingehalten werden und dass dies auch fortlaufend kontrolliert wird. Aus diesem Grund greifen Vielfahrer sinnvollerweise zu Dieselfahrzeugen, da der Spritverbrauch insgesamt deutlich geringer ist als bei Benzinmotoren. Nun droht aber dem Nutzer das Fahrverbot in den Städten. Er hat es gut gemeint und ist jetzt doch der Leidtragende? – Nach und nach stellt sich heraus, dass wahrscheinlich alle KFZ-Hersteller – vielleicht mit Rückendeckung der Politik – den Konsumenten betrogen betrogen und der Umwelt geschadet haben. Glaubt eigentlich noch irgendjemand daran, dass die Verbrauchswerte stimmen?

Cartoon DICHT! 3.2017

Global betrachtet ist diese Diskussion in Deutschland zwar unbedeutend, insbesondere, wenn man den Schadstoffausstoß von Kreuzfahrt- und Handelsschiffen als Referenzwert nimmt. Da kann es einem im wahrsten Sinn des Wortes schwarz vor Augen werden. Nichtsdestotrotz zeigt sich aber, dass die technologische Vorreiterrolle, die diese Branche gerne für sich in Anspruch nimmt ganz pragmatische Grenzen hat. Es wird nur das gemacht, was unbedingt sein muss – der Stand der Technik spielt eine untergeordnete Rolle. So hat ein großer Dichtungshersteller bereits vor Jahren ein neues Dichtsystem entwickelt und dies umfassend patentieren lassen. Die Dichtung ist so konstruiert und ausgelegt, dass sie im Austausch in bestehende Motoren eingebaut werden kann. Wird diese Dichtung eingesetzt, können der Spritverbrauch und damit die Abgasbelastung bis zu 25% gesenkt werden.

Die derzeitigen Softwarenachrüstungen sollen den Schadstoffausstoß auch nur um 20% senken. Fragt man nach, warum diese Dichtung nicht verbaut wird, lassen sich die Anworten so zusammenfassen: Die Grenzwerte des Gesetzgebers würden noch erfüllt, aber nicht mehr. Es sei aber gut zu wissen, dass es diese Möglichkeit gäbe und man bei niedrigeren Grenzwerten darauf zurückgreifen könne. Es wird also nur das Nötigste bzw. Notwendige gemacht und nicht das technisch Optimale – wie wir jetzt lernen durften. Ist das das vorbildhafte Verhalten einer Branche, die als Innovationstreiber angesehen wird bzw. werden will und die unsere mobile Zukunft maßgeblich mitgestalten will?

 

Vielleicht ist es wirklich an der Zeit, dass der Markt durch die E-Mobility komplett neu aufgemischt wird. Neue Anbieter, Mobilitätskonzepte, Fahrzeuge etc. werden für viel Dynamik sorgen. Branchenfremde Anbieter wie Amazon, Google etc. werden hier in Kombination mit bekannten Zulieferanten u.U. eine Rolle spielen. Ob sich da die klassischen Fahrzeughersteller behaupten können, werden letztlich wir als Verbraucher entscheiden. Vertrauen wir den bekannten Big Playern weiter? Fühlen wir uns als Konsument fair behandelt? Sind wir von deren Innovationsstärke inspiriert? Manchmal kommen mir als bekennender Autofan deutscher Marken Zweifel.

Kommentare:

13.12.2017 19:54

Können wir noch vertrauen? (Donnerstag, 14. September 2017)

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