Die reale Feldsituation auf dem Prüfstand abbilden. RWDW-Korrelationsuntersuchungen bestätigen Hausnorm

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Holger Best

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Bärbel Schäfer

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Weitere Fachartikel aus DICHT! Ausgabe 1.2015:

Kommentar:

Was Unternehmer und Mitarbeiter gleichermaßen nachdenklich machen müsste, ist die Orientierungslosigkeit unserer Staatsführung. Machen sich Politiker überhaupt noch Gedanken, was nach ihrer Wahlperiode sein wird? Früher ja, heute immer weniger. Ein schönes Beispiel ist „unser“ Ausstieg aus der Atomkraft. Ganz plötzlich wurden wir ausgestiegen – nicht, dass das per se schlecht wäre. Heute erfahren wir jedoch, dass weder ein ausgeklügeltes Konzept, noch eine realistische Planung oder ein Plan B vorhanden sind. Vielmehr wird der Lebensnerv unserer Industriegesellschaft zum Spielball von verschiedenen Grüppchen. Wie wild werden Windräder oder Solarparks in die Landschaft gesetzt, obgleich über die Verteilung der vielen Energie im ganzen Land auf politischer Ebene quasi schon auf lächerlichem Niveau gestritten wird. Ganz nebenbei geht gerade eine einst florierende Energiewirtschaft zugrunde. Wer füllt diese Lücke? Ob die heute forcierten regenerativen Energien in der derzeitigen Ausprägung der Weg zur optimalen, langfristig kostengünstigen Versorgung von Bürgern und energiereichen Industrien sind, die Frage wird kaum noch gestellt. Sollte sie aber. [...]

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Karl-Friedrich Berger (ISGATEC GmbH)
Be- und Verarbeitung:

Anwenderseitig sind die Kenntnisse hinsichtlich der Chancen und Grenzen der Dosiertechnik oft noch vorurteilsbelastet. Hier hilft der breite Fachdialog, meint Karl-Friedrich Berger, geschäftsführender Gesellschafter der ISGATEC GmbH, im Gespräch mit DICHT!.

Welches sind die zentralen Anwenderthemen bei der Dosiertechnik?

Was bedeutet Prozesssicherheit in diesem Kontext genau?

Was sind die größten Missverständnisse rund um die Dosiertechnik?

Wer sollte anwenderseitig in diesen Dialog involviert sein?

Welche Impulse soll in diesem Kontext das Forum „Prozesskonstante Dosiertechnik für Klebe- und Dichtsysteme “ bringen? [...]

Karl-Friedrich Berger (ISGATEC GmbH)

An seinen Aufgaben zu wachsen, bedeutet heute vielfach, seine Automatisierungskompetenz zu steigern. Und in diesem Kontext trifft man aktuell schnell auf das Stichwort „Industrie 4.0“. Was bei einem Projekt, bei dem eine gesamte Produktionslinie, inkl. 14 einzelner Prozess- und
Fertigungsschritte mit einer umfangreichen Prozessüberwachung und Datenerfassung mittels relationaler Datenbank begann, eröffnet auch die Option in diese Richtung. Ungeachtet davon, wie sich Industrie 4.0 in den nächsten Jahren entwickelt – die Vernetzung von Fertigungsanlagen ist ein Thema.

Bei diesem Projekt umfasst die schlüsselfertige Anlage zur Montage von Elektronikbaugruppen Bauteilhandling, Füge- und Nietstationen, HV-Test, Etikettierung, Laserdruckverfahren sowie Betriebsdatenerfassung »1. Dabei entstand die Idee einer kompletten Fertigungslinie in einem sehr frühen Stadium. Die einzelnen, hierfür notwendigen Prozessschritte wurden dabei im Laufe der Projektierungsphase spezifiziert. Grundsätzlich unterscheidet sich dieser Anlagenumfang von denen von RAMPF Production Systems üblicherweise realisierten Anlagen. Diese fokussieren sich in erster Linie auf die dosiertechnische Aufgabe mit den unmittelbar daran geknüpften Automatisierungsschritten. [...]

Bernd Faller (RAMPF Production Systems GmbH & Co. KG)

Die neue Programmierplattform für die Konfiguration der Antriebssystem-Baureihe ViscoPro-X von der ViscoTec Pumpen- u. Dosiertechnik GmbH erleichtert die Parametrierung und Steuerung des kompletten Dosierprozesses. Sie basiert auf einer Windows-Applikation und benötigt für
die Schnittstellen-Kommunikation keine zusätzlichen Software-Treiber.

Die neue Programmierplattform ist ab der aktuellen Version kompatibel mit den bereits in der Praxis eingesetzten Visco-Pro-X Antrieben. [...]

ViscoTec Pumpen- u. Dosiertechnik GmbH

Die Reinigungsstationen für Jetventile und Dosiernadeln der ic-automation GmbH lassen sich einfach in Dispensmaschinen integrieren und sorgen für eine automatisierte und schnelle Reinigung von flachen Düsen, z.B. von Jetventilen (Wiper I) und Dispensnadeln (Wiper II). Die Reinigung erfolgt durch Abstreifen des überschüssigen Dispensmaterials auf ein Textilband.

Zur Kommunikation mit der übergeordneten Steuerung sind verschiedene Modi einstellbar. [...]

ic-automation GmbH

Neue, automatisierte Dosiersysteme von Nordson EFD kombinieren präzise Dosierung mit schneller und einfacher Programmierung und bieten mit der PRO Series eine vollständig, optisch gesteuerte Automationslösung. Die PRO Series enthält eine Smart-Vision-CCD-Kamera, die detaillierte Bilder der Komponenten aufnimmt und diese in hochauflösende Digitaldaten umwandelt – eine wichtige Funktion, die aufwändiges Programmieren vereinfacht.

Anwender profitieren von schnelleren Taktzeiten, niedrigeren Herstellungs- und Betriebskosten sowie hoher Flexibilität, da das gleiche automatisierte Dosiersystem in verschiedenen Produktionsbereichen eingesetzt werden kann. [...]

Nordson EFD

Mit wartungsarmer Konstruktion und kundenfreundlichen Servicepauschalen verhindert STM Ausreißer bei der Betriebskosten-Kalkulation. Eigentlich könnte man meinen, mit dem verschleißfesten Werkzeug Wasser müsste man beim Schneiden ohne Reparaturkosten auskommen, wenn die Maschine solide genug ist. Weit gefehlt: Wo Wasser ist, ist auch Korrosion und wenn mit Drücken bis 6.000 bar und Geschwindigkeiten von Mach 2 geschnitten wird, geht das auf die Pumpe.

Anwender profitieren von einem vollkompatiblen Baukastensystem mit Standardverschleißteilen, korrosionsfester Konstruktion und festen Wartungspauschalen. [...]

STM Stein-Moser GmbH
Statische Dichtungen:

Die Entwicklung dieser Dichtungen wird aktuell von vielen Faktoren beeinflusst, die allerdings – je nach Branche – recht unterschiedlich sind. Dabei gibt es für fast alle Fragestellungen Lösungsansätze.

„Die Treiber für die Weiterentwicklung sind normative Einflüsse, die ggf. generelle Entwicklungsrichtungen in die Wege leiten, aber auch Problemlösungen im Detail – wenn man sich zu lange geärgert hat, dass etwas nicht richtig funktioniert.“ – Norbert Weimer, Unternehmensleitung, KLINGER GmbH

„Mit modifiziertem PTFE lassen sich Dichtungen für die Verfahrenstechnik in hohem Maße standardisieren.“ – Gerd Beul, Marketing Manager General Industry und Michael Schlipf, Consultant der Dyneon GmbH

„Ein neuer Faserdichtungswerkstoff schließt die Lücke, die traditionell zwischen reinen Elastomer- und Faserstoffdichtungen hinsichtlich wesentlicher Eigenschaften klaffte, und hat sich bereits für viele kritische Anwendungen als „die Lösung“ erwiesen.“ – Dipl.-Ing. Marco Schildknecht, Leiter Anwendungstechnik Dichtung, Frenzelit Werke GmbH

„Aktuelle Normen werfen für PTFE- und Weichstoffdichtungen eine Reihe von gravierenden Fragestellungen auf und sind nicht praxisnah.“ – Ralf Kulessa, Anwendungsspezialist, Garlock® GmbH und Oliver Zach, TEADIT® Deutschland GmbH

„Jenseits des Anlagenbaus werden auch statische Dichtungen immer mehr zum Spezialprodukt, inkl. der Komplexität, die daraus resultiert. Der frühzeitige Dialog zwischen Anwender und Lieferant wird dabei immer wichtiger.“ – Jörg Ritter, Vertriebsleiter, Karl Späh GmbH & Co. KG

„Die richtige „technisch dichte“ Dichtung wird zunehmend zur Sonderlösung und ist ein komplexes Beratungsthema.“ – Ralf Möller, Geschäftsführer, Möller Metalldichtungen GmbH. [...]

Norbert Weimer (KLINGER GmbH), Gerd Beul (Dyneon GmbH), Michael Schlipf (Consultant der Dyneon GmbH), Dipl.-Ing. Marco Schildknecht (Frenzelit Werke GmbH), Ralf Kulessa (Garlock® GmbH), Oliver Zach (TEADIT® Deutschland GmbH), Jörg Ritter (Karl Späh GmbH & Co. KG), Ralf Möller (Möller Metalldichtungen GmbH)

Die Vielfalt an Dichtungen ist für viele Anwender unübersichtlich. Darüber hinaus ändert sich das entsprechende Regelwerk immer wieder. Damit wird die Auswahl einer Dichtung schnell zum Beratungsthema.

Zunächst ist es wichtig, dass ein Anwender alle geforderten Eigenschaften seiner Dichtung definieren kann. Viele Gespräche mit Beratern und Lieferanten scheitern oft schon daran, dass die notwendigen Informationen nicht zur Verfügung stehen. Hier geben z.B. Checklisten [1] wichtige Hilfestellungen. Bei der Auswahl eines Dichtungsberaters muss man sich letztendlich auf seine Dichtungskompetenz verlassen können. Dafür gibt es keine Checklisten. Entscheidend sind hier Ausbildung, Erfahrung und die Kenntnis aller für die Dichtungsauswahl relevanten Aspekte »1. Der ganzheitliche Umgang mit diesen Kriterien vermittelt i.d.R. einen guten Eindruck von der Kompetenz des Beraters. Die Praxis hat gezeigt, dass bei verschiedenen Ausbildungen die praxisgerechte Anwendung der Normen wie z.B.  DIN EN 13555 über Dichtungskennwerte, zu kurz kommt. Gerade bei Normen hat sich in den letzten Jahren eine Menge getan und das muss berücksichtigt werden. Eine Dichtung auszuwählen, ist i.d.R. ein kompliziertes Unterfangen, wenn man allen Anforderungen der Gesetze, Regeln und Vorschriften
gerecht werden will. Die übliche Auswahl nach Druck, Temperatur, Medium und Geometrie des Einbauortes reicht nicht. In die Auswahl muss auch Wissen über Flansche, Schrauben, die Dichtungsmontage und ihre Überprüfung, einfließen. [...]

>> Checklisten

Peter Thomsen (Lannewehr + Thomsen GmbH & Co. KG)
Dynamische Dichtungen:

Durch die definierte Strukturierung der Gleitflächen dynamischer Kontaktdichtungen lassen sich Reibung und Leckage reduzieren. Mikroskopische Strukturen weisen dabei gegenüber Makrostrukturen den Vorteil eines quasi-homogenen Einflusses auf das Fluidverhalten im Dichtspalt auf. Das Beispiel einer neuen schnelllaufenden Laufwerkdichtung zeigt das Potenzial dieser Technik.

Die Funktionalisierung von Oberflächen durch definierte Mikrostrukturen ist seit etwa einem Jahrzehnt Gegenstand intensiver Forschung. Die Möglichkeiten, durch eine mikroskopische Beeinflussung des Mediums im wandnahen Bereich positive makroskopische Auswirkungen auf das hydro- bzw. thermohydrodynamische Verhalten eines technischen Systems zu erzeugen, und dadurch Energie einzusparen, sind vielfach nachgewiesen [1]. Neue Fertigungsverfahren der Mikroproduktionstechnik etablieren sich langsam auf dem Markt und ermöglichen eine wirtschaftliche Mikrostrukturierung auch harter, metallischer Oberflächen, ohne dass eine Nachbearbeitung erforderlich ist [2]. Die Herausforderung besteht heute in der Entwicklung der für die jeweilige Anwendung am besten geeigneten Struktur.

Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen des Forschungsprojektes „Entwicklung einer schnelllaufenden Gleitringdichtung für feststoffverschmutzte Umgebungen“ (Förderkennzeichen: KF2420403LK2) gefördert. [...]

Stephan Neumann, M. Eng., Prof. Dr.-Ing. Georg Jacobs (RWTH Aachen University); Stefan Armbrüster (Emil Nickisch GmbH); Dipl.-Phys. Stephan Eifel (Pulsar Photonics GmbH)

Um lange Erprobungszeiten zu vermeiden, kommen in der Automobilindustrie zeitraffende Prüfmethoden auf einem Komponentenprüfstand »1 zum Einsatz. Dabei ist jedoch von großer Wichtigkeit, dass die erzielten Resultate auf dem Prüfstand auch mit der realen Situation übereinstimmen. Dass dies funktioniert, zeigt eine Überprüfung der hausinternen Norm für Radialwellendichtringe (RWDR) mit Mikrolippe bei Volkswagen.

In den letzten Jahren haben sich die Anforderungen an die Fahrzeuge bezüglich Lebensdauer deutlich erhöht. Damit verbunden sind gestiegene Anforderungen an die Dichtungen. Diese sollen einen reibungslosen Betrieb des Fahrzeuges auch nach mehreren hunderttausend Kilometern sicherstellen. Der in diesem Projekt überprüfte RWDR kommt bei Fahrzeugen in den verschiedensten Einsatzbereichen zum Einsatz, u.a. in Getrieben. Dabei werden meist Wellendurchgänge mit diesen dynamischen Dichtungen abgedichtet.

Im Rahmen des Freigabeprozesses ist es vor einer Aggregate- und Fahrerprobung zielführend, die Funktionsfähigkeit des RWDR auf einem Komponentenprüfstand »2 zu bewerten. Hier werden die späteren Einsatzbedingungen simuliert und der anschließende Betrieb im Fahrzeug »3 nachgestellt. Eine genaue Vorhersage, wie sich der RWDR später im Fahrzeugbetrieb verhalten wird, ist deshalb wichtig. Zu diesem Zweck wurde die DIN 3760 erstellt. Volkswagen hat die DIN weiterentwickelt und daraus die Konzernnorm VW 01150 abgeleitet. [...]

Dipl.-Ing. Rainer Sonnemann, Malte Jaschke (Volkswagen AG Werk Kassel)
Mess- und Prüftechnik:

Die Prüfung von geklebten Verbindungen nimmt bei der Weiterentwicklung der Klebetechnik immer dann eine besondere Rolle ein, wenn spezielle Festigkeitswerte für eine Auslegung in der Entwicklung gefragt sind. Im Rahmen des kürzlich abgeschlossenen Forschungsvorhabens „Kleben von hochgefüllten holzfaserverstärkten Kunststoffen u.a. für Außenanwendungen“ wurde ein neues Prüfverfahren entwickelt, das sich insbesondere zur Bestimmung von Druckscherfestigkeiten von klebtechnisch gefügten Kunststoff-Verbindungen gut eignet.

Zur Bestimmung der Kurzzeit-Zugscherfestigkeit wird in der Klebtechnik oft die Prüfnorm DIN 1465: „Klebstoffe – Bestimmung der Zugscherfestigkeit von Überlappungsklebungen“ hinzugezogen. Zur Ermittlung der Zugschereigenschaften wird in dieser Norm eine einfach überlappte Zugscher-Probe eingesetzt. Diese besteht aus zwei Streifenproben mit einer Materialstärke von je S = 1,6 mm, einer Länge von 100 mm und Breite von 25 mm (ohne Toleranzangaben). Die Streifenproben werden mit einer Überlapplänge von üblicherweise 12,5 mm in speziellen Klebevorrichtungen mit Fixierungen geklebt

Diese Prüfung wird standardmäßig bei der Ermittlung der Zugscherfestigkeit von Metallklebungen eingesetzt und weist, insbesondere für klebtechnisch gefügte polymere Verbindungen, einige Nachteile auf. Neben dem aus einem Biegemoment sowie einer Scherbelastung resultierenden unerwünschten mehraxialen Belastungszustand während der Prüfung kann die in der Norm festgelegte Materialstärke, zusammen mit der vorgeschriebenen Überlapplänge bei Kunststoffklebungen, oft dazu führen, dass die zu prüfende Verbindung im Grundmaterial
(aufgrund von Spannungsverteilung im gesamten Probekörper) neben der eigentlichen Klebefläche bricht.

Die Ergebnisse wurden im Rahmen des IGF-Vorhabens „Kleben von hochgefüllten holzfaserverstärkten Kunststoffen u.a. für Außenanwendungen“ erzielt. Das IGF-Vorhaben (17047N/1) der Forschungsvereinigung FSKZ e.V. wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. [...]

Professor Dr.-Ing. Martin Bastian, Dr.-Ing. Peter Heidemeyer, Dr. Benjamin Baudrit, M. Sc. Eduard Kraus (SKZ - KFE gGmbH)
Werkstoffe:

Was macht eine Dichtung zur richtigen Dichtung für einen Anwender? Der Werkstoff ist sicher wichtig, aber andere Faktoren sind heute genauso bedeutend.

Seit der Verwendung von Teer und Hanf zum Abdichten von Holzbooten weiß man, dass die Kombination aus einem festen Material und etwas Elastischem für Aufgaben der Abdichtung hervorragend geeignet sind. Das geht heute mit zelligen Elastomerwerkstoffen sehr elegant – und an den Kernaufgaben bei technischen und industriellen Anwendungen hat sich wenig geändert. Es geht weitestgehend immer darum, einen Spalt gegen Medien aller Art abzudichten, schwingende Bauteile voneinander zu entkoppeln oder gegen möglichen Schalldurchtritt zu dämmen. Zellelastomere haben sich hier in vielerlei Hinsicht bewährt und stehen heute in verschiedensten Varianten für die unterschiedlichsten Anforderungen zur Verfügung:
• EPDM der Universalist,
• NR empfiehlt sich, wenn hohe Elastizität benötigt wird,
• CR hat eine herausragende Beständigkeit gegen Chemikalien,
• Silikon und FPM eignen sich für höhere Einsatztemperaturen und
• PE, wenn es sauber sein muss. [...]

Dr. Andreas Peine (W. KÖPP GmbH & Co. KG)

Thermoplastische Elastomere gewinnen seit Jahren an Bedeutung für die Dichtungstechnik. Aus gutem Grund, meint Dr. Martin Geissinger, Produktmanager bei KRAIBURG TPE, im Gespräch mit DICHT!, denn diese Werkstoffe bieten viele interessante Perspektiven.

Wo sehen Sie die Grenzen dieser Entwicklung?

Was spricht für die Substitution von Elastomeren durch TPE?

Welche Vorteile bieten diese Werkstoffe für Konstrukteure?

Und wie sind diese Werkstoffe aus Einkäufersicht zu beurteilen?

Welche Entwicklungsrichtungen dominieren aktuell bei TPE-Compounds und welche Marktanforderungen werden dabei reflektiert?

Welche Bedeutung hat die Zusammenarbeit mit Anwendern/OEMs bei der Entwicklung neuer Compounds? [...]

Dr. Martin Geissinger (KRAIBURG TPE GmbH & Co. KG)

Der Maschinenbau stellt aufgrund seines breiten Anwendungsspektrums sehr unterschiedliche Anforderungen an Dichtungslösungen. Dabei ist durchaus hinsichtlich der einzelnen Maschinenarten zu unterscheiden. So steht z.B. für Werkzeugmaschinen ein umfangreiches Programm zur Verfügung.

Bei Werkzeugmaschinen ist in erster Linie die Abdichtung von Maschinen, Drehdurchführungen für Rundschalttische, Rundtakt- und Rundlauftische, aber auch von hydraulischen Systemen ein Thema. Abzudichten ist dabei gegen typische Medien wie mineralische Öle, Wasser, Luft oder Kühl- und Schmierflüssigkeiten mit unterschiedlichsten Emulsionen.

Für diese Anwendungen haben sich ECOPUR® -Dichtungen bewährt. Diese Dichtungen bieten maximale Dichtungsleistungen, eine hohe Verschleiß- und Extrusionsfestigkeit, geringe Stick-Slip-Neigung, niedrige Reibung sowie eine hohe Widerstandsfestigkeit bzw. Verträglichkeit gegenüber den weltweit eingesetzten Kühl-/Schmierflüssigkeiten, ein ideales Temperaturverhalten sowie hohe Montagefreundlichkeit. Aufgrund der besonderen mechanischen Eigenschaften des Werkstoffes können Dichtelemente einfach per Schnappmontage in vorhandene  Einbauräume eingebracht werden. Eine Nachkalibrierung, wie bei PTFE oft nötig, entfällt. Darüber hinaus ist der Werkstoff deutlich robuster gegenüber Kerbverletzungen als PTFE. [...]

Dietmar Seidel (SKF Economos GmbH)
Flüssigdichtungen:

Die Weiterentwicklung von emissionsarmen Polyurethanschäumen ist schon länger ein Thema. Inzwischen stehen Low-Emission Polyurethan Schaumdichtungen zur Verfügung, die die strengen Grenzwertanforderungen fast aller Automobilhersteller erfüllen.

Weil wir heute sehr viel Zeit im Auto verbringen, legen die Autohersteller besonderen Wert auf die optimale Ausgestaltung des Fahrzeuginnenraums. Und dies nicht nur in puncto Bequemlichkeit und Bedienerfreundlichkeit, sondern auch, was die Luftqualität und Emissionsarmut und damit die Gesundheit der Autoinsassen betrifft. Gesetzliche Grenzwerte für die Summe der in der Innenraumluft vorliegenden Volatile Organic Compound (VOC)-Bestandteile gibt es derzeit noch nicht. Leichtflüchtige organische Verbindungen, bekannt unter dem Sammelbegriff VOC, können langsam an die Oberfläche von Kunststoffbauteilen diffundieren und so an die Luft gelangen. Dabei handelt es sich z.B. um Begleitstoffe wie Lösemittel, Weichmacher, Stabilisatoren, Lösungsvermittler, Antioxidationsmittel oder Additive, die nicht immer fest in die Molekülstruktur von Kunststoffen oder Klebern eingebunden sind. VOC-Belastungen der Luft in Fahrzeuginnenräumen sollten aber soweit wie möglich vermieden oder zumindest reduziert werden, weil sie verschiedene Probleme verursachen. [...]

So können VOCs in der Luft dazu führen, dass ein von Experten bezeichneter Fogging-Effekt entsteht. Fogging (Vernebelung) ist ein physikalischer Effekt, der sich nicht gänzlich verhindern lässt. Rußpartikel, Staubund/oder Aerosolteilchen in der Luft bewegen
sich dabei aus warmen in kältere Zonen und scheiden sich dort ab.

Florian Kampf (Sonderhoff Holding GmbH)
Klebetechnik:

Regalbediengeräte (RGB) sind Schlüsselsysteme der Intralogistik hinsichtlich Einspar- und Rationalisierungspotenzialen. Die Neuentwicklung Cheetah, die auf Leichtbau und Klebetechnik setzt, eröffnet hier völlig neue Perspektiven.

Im Vergleich zu modernen Shuttle-Systemen in einem automatischen Kleinteilelager, (AKL) muss das Regalbediengerät (RGB) eine höhere Umschlagleistung als bisher bieten, um konkurrenzfähig zu bleiben. Mehr Fahrdynamik und weniger Gewicht bei Realisierung einer höheren Beschleunigung war das Ziel. Die Lösung ist der Leichtbau. Kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffe (CFK) und glasfaserverstärkte Kunststoffe (GFK) sind sehr stabile und gleichzeitig leichte, aber auch sehr empfindliche, spröde Werkstoffe. Schweißen und Schrauben ist bei diesen Materialien kaum möglich. Durch den Einsatz spezieller Strukturklebstoffe ist es jetzt gelungen, ein RGB in Leichtbauweise anzubieten, das innerhalb seines Fachwerks, also dem Mast, vollständig verklebt ist »1. So wurde einerseits die Fahrdynamik erhöht und andererseits das Gewicht deutlich reduziert. Zusätzlich konnte die gewünschte Steifigkeit realisiert werden. Der Energieverbrauch sowie die Belastung von verschleißanfälligen Bauteilen sind minimiert, wodurch die Betriebskosten gesenkt und die Verfügbarkeit erhöht werden.

Das Regalbediengerät wurde von Gebhardt Fördertechnik, dem Lehrstuhl für Konstruktion im Maschinen- und Apparatebau (KIMA) der TU Kaiserslautern sowie DELO Industrie Klebstoffe im Rahmen eines AIF–geförderten Projektes entwickelt. [...]

Christian Walther (Delo Industrie Klebstoffe GmbH & Co. KG aA)
Instandhaltung:

Leckagefreie Flansche basieren auf mehreren Faktoren. Und nur ein ganzheitliches Flanschmanagement-Konzept sichert letztendlich die Zuverlässigkeit von Schraubverbindungen in petrochemischen sowie chemischen Anlagen und damit auch ihre Wirtschaftlichkeit.

Die Zuverlässigkeit von Schraubverbindungen und damit ihre Leckagefreiheit hängen im Wesentlichen von vier Faktoren ab:
• Auslegung,
• Qualität der Komponenten,
• Montage und dabei insbesondere
• die Erreichung der ausgelegten Bolzenspannung bzw. Flächenpressung.

Eine Berechnung von Flanschverbindungen nach EN 1591 ermöglicht die Auswertung der verschiedensten Betriebsbedingungen, um die voraussichtliche Zuverlässigkeit der im Betrieb befindlichen Flanschverbindung zu beurteilen. Die am besten geeigneten Komponenten (Schrauben, Dichtung) können aufgrund der Ermittlung von optimaler Flächenpressung und Schraubenkraft ausgesucht werden.

Auf dieser Basis lassen sich eine Über- oder Unterbelastung der Flansche, Dichtungen und Schrauben sowie eine übermäßige Flanschrotation und das Risiko einer Leckage prognostizieren. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn vorhandene Flansche grenzwertig ausgelegt sind. Kommt es bei diesen Flanschen zu Leckagen, kann mithilfe des Flanschmanagements ein passender Umbau erfolgen, um den leckagefreien Betrieb sicherzustellen. [...]

Samuel Vona (James Walker Deutschland GmbH)

Bei der Instandhaltung ist kein „Glücksspiel“ gefragt, denn insbesondere bei Dichtungen kann das sehr teuer werden. Deshalb sollten produzierende Betriebe von Anfang an auf die richtige Instandhaltungsstrategie setzen. Aber welche ist die beste Strategie für den jeweiligen Anwendungsfall und bietet eine gute Anpassung an den jeweiligen Betrieb? Ein Ansatz.

In Zeiten dünner Margen muss die Produktion rund um die Uhr möglichst reibungslos laufen. In diesem Kontext ist die Instandhaltung ein Wertschöpfungsprozess. Doch wie lässt sich dieser Prozess möglichst gewinnbringend aufsetzen? Grundlage dafür ist eine Anlagen-Effizienz-Optimierung (AEO = Asset Efficiency Optimization) »1. Der AEO-Prozess besteht insgesamt aus vier Phasen. Für jede dieser Phasen hat SKF Beratungsservices entwickelt sowie Hardware und Software im Angebot.

Die erste Phase ist die strategische Phase. Sie richtet sich an den jeweiligen Geschäftszielen des Kunden aus. Die grundlegende Strategie wird hier entwickelt bzw. optimiert oder angepasst. In der zweiten Phase, der Identifikations- bzw. Konzeptionsphase, wird definiert, welche Informationen gesammelt und weiterverarbeitet werden müssen, um die richtigen Schlüsse für die weiteren Tätigkeiten abzuleiten. Die dritte Phase ist die Planungs- und Steuerungsphase. Hier werden die konkreten Instandhaltungstätigkeiten geplant – also wann sie durchgeführt
werden, wer sie übernimmt und wie sie konkret aussehen. Berücksichtigt werden dabei natürlich auch die Kernbestandteile der Instandhaltung. Hierzu gehören z.B. die Ersatzteilbeschaffung, das Management sowie aktuelle Gegebenheiten und Entwicklungen in der Produktion. Die vierte und letzte Phase ist die Durchführungsphase: Nun werden die geplanten Maßnahmen und Tätigkeiten umgesetzt. [...]

Michael Nöth, Benjamin Pfannes (SKF GmbH)

Neue gesetzliche Regelungen wie die VDI 2290 stellen Anlagenbetreiber durch die große Anzahl von Flanschen vor besondere Herausforderungen. Die bestehenden Instandhaltungsprozesse werden den neuen Anforderungen jedoch häufig nicht gerecht. Die vorhandenen Informationen
über die Flansche sind in Art und Umfang nicht ausreichend und stehen oft nicht elektronisch zur Verfügung. Für Betreiber stellt sich nun die Frage, wie der Betrieb konform zu den Regelungen sichergestellt und dennoch effizient durchgeführt werden kann. An der Nutzung von modernen IT-Lösungen wird dabei kein Weg vorbeiführen.

Im zweiten Teil wurde die Erfassung von Flanschdaten beschrieben. In diesem Teil stehen die Schraubstellen im Fokus. Denn Anlagenbetreiber mit einer hohen Anzahl von Schraubstellen im Sinne der VDI/VDE 2862 Blatt 2 sehen sich bei deren Umsetzung vor folgendem Dilemma: Die vorhandenen mobilen Schraubsysteme für die Montage im Betrieb oder bei den Anlagenserviceunternehmen genügen wahrscheinlich nicht den Anforderungen der Richtlinie. Bestehenden Schraubsystemen mangelt es häufig an zwei unabhängigen Messgrößen (Steuergröße und
Kontrollgröße) sowie der Bereitstellung der Ergebnisse zur Weiterverarbeitung. Des Weiteren liegt oft die für die Risiko-Klasse A erforderliche direkte Messung des Drehwinkels (Definition: VDI/VDE 2648 Blatt 1), welche auf oder an der Antriebswelle erfolgen muss, nicht vor. Viele Schraubsysteme messen den Drehwinkel noch indirekt (Motorstrom, Ölflow, Zeit-Gradientenverfahren und andere Verfahren), was unzureichend für die Risiko-Klasse-A ist und folgerichtig den Anforderungen der VDI/VDE 2862 Blatt 2 nicht genügt. [...]

>> Teil 1

>> Teil 2

>> Teil 3

Christian Herold (die mobilanten GmbH)
Formteile:

Der neue Onlineservice von Kremer bietet eine effiziente Hilfe für Konstruktionsberechnungen. Das kostenlos zu nutzende Berechnungsprogramm für Formteile aus Gummi ist in Funktionsweise und Handhabung einfach und bietet hohen Nutzen für Konstruktionsberechnungen.

Die Toleranzberechnung ist auch in der mobilen Version umgesetzt. [...]

Kremer GmbH
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